Basketball

Alba hat jetzt vor niemandem mehr Angst

Alba Berlin profitiert von der positiven Denkweise seines Trainers Reneses. Nicht nur im Eurocup, sondern auch in der Bundesliga.

Albas Spielmacher Peyton Siva (l.) wurde zum Spieler des Eurocup-Spieltages gewählt, wie Teamkollege Luka Sikma bereits vor ihm

Albas Spielmacher Peyton Siva (l.) wurde zum Spieler des Eurocup-Spieltages gewählt, wie Teamkollege Luka Sikma bereits vor ihm

Foto: Soeren Stache / picture alliance / Soeren Stache

Berlin.  Die Angst vor Niederlagen hat schon unzählige Mannschaften daran gehindert, ihr Potenzial abzurufen, und es ist eher selten, dieses Hemmnis während einer Partie zu überwinden. Genau das ist Albas Basketballteam beim hart erkämpften 93:86 am Mittwoch gegen Lietuvos Rytas Vilnius gelungen. Besser gesagt: Coach Aito Reneses hat die Blockade in der Halbzeitpause gelöst.

Das zu können, ist sicherlich eines seiner Erfolgsgeheimnisse, nach denen er angesichts seiner zahlreichen Titel und Auszeichnungen so oft gefragt wird. „Wir können nicht jedes Spiel gewinnen“, hatte Albas Cheftrainer seiner Mannschaft in der Kabine nicht zum ersten Mal gesagt. „Aber wir können nicht erwarten, gut zu spielen, wenn wir Angst haben, unsere Würfe nicht zu treffen und zu verlieren. Wir dürfen so nicht denken.“

Ganz offensichtlich treffen die Worte des Coaches jedoch auf eine Mannschaft, die ihr Spiel ändern kann, wenn sie an die im Training verabredeten Fundamente erinnert wird. „Wir haben an uns selbst hohe Ansprüche“, sagt Luke Sikma, der mit seinem Spielverständnis, seiner Cleverness und seiner Erfahrung großen Anteil daran hat, dass sein Team mit zehn Siegen in zwölf Pflichtspielen unerwartet gut in die Saison gestartet ist.

„Jeder von uns kann Spiele entscheiden“

Auch gegen Vilnius überzeugte Albas Leitwolf mit zehn Punkten und, noch entscheidender, zehn Rebounds. „Ich bringe nur ein wenig meine Erfahrung ein“, sagt der US-Forward, der mit 28 Jahren der Älteste im Team ist und vergangene Saison mit Valencia spanischer Meister wurde. „Wir arbeiten jeden Tag an uns, lernen uns immer besser kennen und denken nicht zu weit voraus. Wir haben bislang auf sehr unterschiedliche Weise gewonnen, und jeder von uns kann Spiele entscheiden.“

Stimmt. Beim europaweit beachteten Auswärtssieg am Sonntag in Bamberg waren es noch Spencer Butterfield und Marius Grigonis, die die Entscheidung brachten. Gegen die Litauer entschied Peyton Siva das Spiel. „Nach meinen Ballverlusten zu Anfang haben mich die anderen aufgerichtet“, erzählt Albas Spielmacher, der mit 26 Punkten und neun Assists von der Statistik her sein bestes Spiel für Alba machte. „Später kamen dann meine Pässe an und ich selbst bekam den Ball, wenn ich in einer guten Position war.“

Vom Coach ermutigt zu werden, keine Angst vor Niederlagen zu haben, führe dazu, „dass wir Spaß am Basketball haben. Deswegen haben wir auch enge Spiele gewonnen. Wir genießen einfach den Moment“. Glücksmomente, die schon am Sonntag (15 Uhr, Mercedes-Benz Arena) erneut in Gefahr sind, wenn der FC Bayern zu Gast ist. Die Münchner haben in der Bundesliga wie Alba nur eine Niederlage auf dem Konto. Es ist das Spiel um Platz eins.