Basketball

Obradovic sieht alles, was bei Alba passiert

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Theo Breiding
Die Gestik kennen wir doch: Sasa Obradovic in seiner liebsten Rolle, als Kritiker am Spielfeldrand

Die Gestik kennen wir doch: Sasa Obradovic in seiner liebsten Rolle, als Kritiker am Spielfeldrand

Foto: Vitaliy Timkiv / picture alliance / Vitaliy Timki

Jahrelang spielte und coachte er bei Alba Berlin. Nun trifft Sasa Obradovic mit Kuban Krasnodar im Eurocup auf seinen Ex-Klub.

Berlin.  Schade, dass Alba Berlins Basketballteam an diesem Mittwoch (19 Uhr, Telekom Sport live) bei Lokomotiv Kuban nicht zu einem Freundschaftsspiel antritt. Sonst könnte man die 40 Minuten im Vorübergehen abhaken und sich schnell in gemütlicher Runde alten Zeiten zuwenden. Bekanntermaßen wird die Mannschaft in Krasnodar im Süden Russlands von Sasa Obradovic trainiert, der als Spieler wie als Trainer tiefe Spuren bei Alba hinterlassen hat.

Seine Kinder gehen in Berlin zur Schule

So tiefe, dass seine Familie in Berlin lebt und seine Kinder hier zur Schule gehen. „Ich bin stolz auf das, was ich bei Alba geleistet habe“, sagt Obradovic. Er habe den Klub „durch eine offene Tür verlassen“, als er 2016 nach vier Jahren als Trainer seinen Abschied nahm. Was wohl bedeuten soll, dass hier für ihn immer eine Tür offen steht.

Da es aber am zweiten Spieltag um Eurocup-Punkte geht und gerade die Heimspiele gewonnen werden sollten, wenn man die Top 16 erreichen will, wird der 48-jährige Serbe wie gewohnt an der Seitenlinie alles geben, um seiner alten Liebe weh zu tun. Ein Sieg wird von Obradovic erwartet, denn sein Klub gehört, mit den Millionen der russischen Eisenbahn im Rücken, vom Budget her zu den Top 10 in Europa.

Viel Respekt vor der Arbeit des Nachfolgers

Berlins Ex-Trainer geht das Duell „Alba gestern gegen Alba heute“ mit großem Respekt an. Zum einen, weil Aito Reneses sein Gegenüber ist, wie für den Rest der Welt auch für ihn längst eine „Legende“. Zum anderen hat er alles genau verfolgt, was Alba bislang zu Stande gebracht hat. Die Handschrift des neuen Berliner Cheftrainers sei deutlich zu sehen, sagt Obradovic. „Alle Spieler sind involviert“, hat er erkannt, und jeder einzelne sei „von dem, was sie tun, überzeugt“.

Darüber, ob es für sein Team zum Vorteil wird, dass Alba in nur 16 Tagen sechs Siege in sieben Spielen hinter sich brachte, rätselt Obradovic: „Die Mannschaft ist im Rhythmus“, seine möglicherweise eher nicht, denn die bestritt ihr letztes Spiel am vergangenen Mittwoch in Limoges, wo sie zum Eurocup-Auftakt nur knapp mit 63:61 gewann. Auch wenn der Einsatz von Peyton Siva wegen seines lädierten linken Sprunggelenks fraglich ist, könnte der Zeitpunkt für einen Besuch bei der russischen Lok, die alle am Ende weit vorn erwarten, also ganz günstig sein.