Basketball

Alba trifft auf den Dauerbrenner mit kleiner Flamme

Alba empfängt mit Walter Tigers Tübingen das zäheste Team der Liga. Existenzkampf war gestern – die Schwaben streben gen Play-off.

Tübingens Spielmacher Jared Jordan war in den vergangenen zwei Spielzeiten bester Passgeber der Bundesliga

Tübingens Spielmacher Jared Jordan war in den vergangenen zwei Spielzeiten bester Passgeber der Bundesliga

Foto: City-Press / picture alliance / City-Press Gb

Berlin.  Ein kleines Basketballwunder? Ein Phänomen, das beständig unter dem Radar fliegt? Oder doch eher ein hartnäckiger David inmitten vieler Goliaths? Für Albas heutigen Gegner Walter Tigers Tübingen (19 Uhr, Mercedes-Benz Arena) ließen sich viele Beschreibungen finden, doch am Ende ist es wohl ein einzelner Fakt, der länger nachhallt als alle Worte:

Die Tübinger haben seit nunmehr 13 Jahren erfolgreich dem Abstieg getrotzt, was außer ihnen nur etablierten Kräften wie Bamberg, Bonn, Frankfurt oder Oldenburg gelungen ist – und natürlich Alba. „Da sind wir in sehr guter Gesellschaft“, sagt Robert Wintermantel, der in seiner zehnten Saison als Tigers-Manager von der ersten Play-off-Teilnahme träumt.

Etat in den vergangenen Jahren verdoppelt

Und vielleicht ist es den Schwaben, für die Platz zehn bislang das höchste der Gefühle war, tatsächlich zuzutrauen. Der Etat wurde sukzessive auf knapp drei Millionen Euro verdoppelt, was zwar noch immer im unteren Liga-Drittel anzusiedeln ist, für Tübingen aber „einen Riesenschritt“ markiert, wie Wintermantel betont.

Bei ihren Zugängen mussten die Tigers daher nicht mehr auf talentierte Jungspunde hoffen, sondern konnten Erfahrung einkaufen – etwa in Flügelspieler Ryan Brooks, der schon für Frankfurt und Bonn spielte.

Keine Trainerentlassung in zehn Jahren

Nicht der einzige Grund, weshalb sich neue Aufbruchsstimmung breitmacht. Denn mit Topscorer Barry Stewart und Spielmacher Jared Jordan ist es dem Manager auch gelungen, die zwei Säulen des Teams zu halten. Überhaupt steht Wintermantel für Konstanz. „Ich habe in zehn Jahren keinen Trainer rausgeschmissen“, sagt er, „darauf bin ich ein wenig stolz.“

Ruhe zu bewahren, erfordert schließlich oft mehr Kraft, als einen Coach zu entlassen. Jener heißt seit 2015 Tyron McCoy und wird seit vergangenem Jahr unterstützt vom früheren Alba-Profi Aleksandar Nadjfeji, der nun Co-Trainer ist.

Diverse Play-off-Kandidaten überlebt

Auch wenn die Tübinger um Wintermantel auf kleiner Flamme kochen: Dauerbrenner sind sie allemal – und zäh obendrein. Bei Amtsantritt des Managers 2008 stand der Klub finanziell am Abgrund, hatte keine feste Trainingshalle und konnte seinen Spielern kaum vernünftige Wohnungen bieten. Inzwischen sind die Strukturen professionalisiert, seit Sommer 2016 ist der Verein entschuldet.

Während sich manch Play-off-Kandidat im selben Zeitraum übernahm und in der Versenkung verschwand, träumen die Tigers nun sogar von einer neuen Halle. Unterschätzen sollte die Tübinger also niemand. Auch Alba nicht.