Basketball

Alba spielt seine spanischen Trümpfe aus

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Theo Breiding
Luke Sikma (l.) wurde mit Valencia Basket Meister in Spanien und ärgerte dabei im Finale auch Real Madrid mit Anthony Randolph

Luke Sikma (l.) wurde mit Valencia Basket Meister in Spanien und ärgerte dabei im Finale auch Real Madrid mit Anthony Randolph

Foto: dpa Picture-Alliance / nph / Alterphotos / picture alliance / nordphoto

Der neue Alba-Trainer Alejandro Garcia Reneses entwickelt Sogwirkung. Jetzt lockte er US-Flügelspieler Luke Sikma von Meister Valencia.

Berlin.  „Eviva España – hoch lebe Spanien!“ Das ist bei Alba weiterhin das Motto dieses Sommers, auch wenn der junge Mann, den Berlins Basketballteam am Mittwoch verpflichtete, einen amerikanischen Pass hat. Flügelspieler Luke Sikma, 27 Jahre jung und 2,03 Meter groß, kommt für zwei Jahre in die Hauptstadt. Er wechselt von Valencia Basket, dem Klub, der in der vergangenen Saison den Millionenklubs Real Madrid und FC Barcelona die Schau stahl und sensationell spanischer Meister wurde. Von 2013 bis 2015 spielte Sikma für CB Gran Canaria, und damit eine Saison lang unter Albas neuem Cheftrainer Alejandro „Aito“ Garcia Reneses. Der Klub von der Sonneninsel ist zudem noch die sportliche Heimat von Berlins Sportdirektor Himar Ojeda, der Sikma 2012 nach La Palma in die zweite spanische Liga geholt hatte.

Normalerweise verlaufen die Wechsel andersherum

Eine beachtliche Verpflichtung, denn normalerweise läuft „Eviva España“ im Basketball wie am Tag zuvor im Fall von Albas Ex-Kapitän Dragan Milosavljevic genau andersherum. Der Serbe wechselte gerade erst von Alba zu Unicaja Malaga. Schließlich ist die spanische ACB die beste und finanzstärkste Liga in ganz Europa. Sicherlich wäre die Verpflichtung Sikmas ohne die Kontakte Reneses’ oder Ojedas so nicht zustande gekommen.

Aber vielleicht spielte beiden auch in die Hände, dass sich Valencia als Meister für die Euroleague qualifizierte und auf der Flügelposition wohl Handlungsbedarf sah. Wie auch immer, Sikma, Sohn der NBA-Legende Jack Sikma (17.287 Punkte und 10.816 Rebounds in 1107 Spielen) „wird ein Schlüsselspieler für uns sein“, ist sich Ojeda schon heute sicher, „auf und neben dem Feld“.

Sein Vater war eine Legende in der NBA

So beeindruckend wie die seines Vaters lesen sich die Statistiken von Luke Sikma (noch) nicht, aber es spricht einiges dafür, dass sich Ojedas Erwartungen erfüllen. Albas Neuer bestritt für Valencia, das übrigens auch im Finale des Eurocups stand und in den Top 16 zweimal gegen Alba gewann, insgesamt 54 Spiele und machte in durchschnittlich 20 Minuten 6,8 Punkte, holte dabei 5,4 Rebounds, gab zwei Assists. Die Daten seiner drei Spielzeiten zuvor sind allesamt ähnlich solide.

Zudem mache „Luke viele Dinge, die nicht auf dem Statistikbogen auftauchen“, erklärt Ojeda. Er sei „ein intelligenter Passgeber, der seinem Team auf vielen Ebenen hilft und seine Mitspieler besser macht. Er passt sehr gut zu unserer Organisation und zu unserem Coach.“ Was Reneses wohl ähnlich sieht. Schließlich wird Sikma nach der Saison 2014/2015 ein zweites Mal für Spaniens Trainer-Legende spielen. Ojeda: „Wir sind glücklich, dass wir Luke überzeugen konnten, zu uns zu kommen.“

Donnerstag ist die Auslosung im Europacup

Nach Sikmas Verpflichtung stehen jetzt mit Peyton Siva, Niels Giffey, Akeem Vargas, Bogdan Radosavljevic, Joshiko Saibou und Youngster Tim Schneider sieben Spieler in Albas Kader. Es besteht also noch weiter Handlungsbedarf und man darf gespannt sein, was der „Eviva España“-Sommer noch alles bringt. Am Donnerstag wird jedoch anderes im Mittelpunkt stehen: In Barcelona werden mittags die Eurocup-Gruppen für die kommende Saison ausgelost.