Basketball

Alba Berlin trennt sich von Trainer Ahmet Caki

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Theo Breiding

 Albas Cheftrainer Ahmet Caki muss gehen

Albas Cheftrainer Ahmet Caki muss gehen

Foto: Rainer Jensen / dpa

Mit dem Schritt zog der Verein Konsequenzen aus der enttäuschenden Saison. Assistenztrainer Thomas Päch übernimmt die Mannschaft.

Einen Hunderter bei den Eisbären Bremerhaven genau in dem Moment zu kassieren, in dem noch alle Chancen bestehen, nach einer durchwachsenen Saison von einer halbwegs passablen Position in das Play-off zu starten, war dann eine Schlappe zu viel. Ahmet Caki stand beim 92:100 beim Tabellendreizehnten zum letzen Mal verantwortlich an der Seitenlinie. Alba Berlin stellte den 41-jährigen Türken, der im vorigen Sommer das Erbe von Sasa Obradovic angetreten hatte, am Mittwoch mit sofortiger Wirkung frei. Auch sein Assistent Fatih Emre Gezer (38) muss gehen. Der bisherige Assistenztrainer Thomas Päch (34) übernimmt das Team bis zum Ende der Saison.

„Das ist ein sehr bedauerlicher Schritt, denn Ahmet Caki ist ein guter Trainer und Alba Berlin ist kein Klub der leichtfertigen Entscheidungen“, sagte Marco Baldi. „Wenn sich jedoch der Eindruck durchsetzt, dass der Coach nicht mehr genügend Einfluss auf das Team hat, muss man handeln.“ Eine Entscheidung, die auch „menschlich schwer gefallen“ sei, betonte Albas Geschäftsführer. Der Eindruck, der sich verstärkt hatte, war ganz offensichtlich der, dass Caki die defensiven Probleme, die Albas Team seit dem ersten Tag der Saison zeigte, nicht mehr in den Griff bekommen würde.

„Angesichts der enttäuschenden sportlichen Entwicklung sind wir zu der Überzeugung gekommen, dass wir in der derzeitigen Konstellation nicht in der Lage sind, das Beste aus unseren Möglichkeiten zu machen“, fügte Sportdirektor Himar Ojeda hinzu. „Wir mussten nun einen harten Schnitt machen, denn wir wollen die verbleibenden Spiele nutzen, um uns eine bestmögliche Platzierung für das Play-off zu erkämpfen.“

Es verbleiben genau noch zwei Vorrundenspiele, am Sonnabend 18 Uhr in Frankfurt und am 1. Mai daheim gegen Ludwigsburg (15.30 Uhr) – nicht gerade viel Zeit für Päch, das Team aus der Krise zu führen. Am ersten Mai-Wochenende startet Alba bereits ins Play-off – und da können die Gegner Bayern oder Bamberg heißen.

Allerdings: Warum eigentlich nicht? Päch ist kein Anfänger. Er wurde in San Salvador geboren, wuchs in Berlin auf und arbeitete bereits von 2005 bis 2010 für Albas Jugend- und Regionalligamannschaft, bevor er dem Ruf von Henrik Rödl nach Trier folgte, wo er fünf Jahre lang Assistent der Alba-Legende war. Fünf Jahre mit Rödl, die vergangene Saison nach seiner Rückkehr zu Alba mit Obradovic und jetzt fast eine ganz Spielzeit mit Caki – ein recht breites Spektrum, das Päch da kennengelernt hat. Allerdings muss er den Brand ohne Kapitän Dragan Milosavljevic löschen, der wegen Ellenbogen-Verletzung mindestens zwei Monate ausfallen wird. Ins kalte Wasser werfen, nennt man das wohl.

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