Basketball-Liga

Albas Wahrsager in der „Franken-Hölle“

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Theo Breiding
Elmedin Kikanovic (l.) soll Alba zum Sieg führen

Elmedin Kikanovic (l.) soll Alba zum Sieg führen

Foto: Sport Moments/Gora / picture alliance / Sport Moments

Albas richtungsweisendes Gastspiel bei Meister und Pokalsieger Bamberg. Letzer Sieg dort in der Liga liegt sieben Jahre zurück.

Berlin.  Albas Gastspiel bei Brose Bamberg am Ostersonntag (20.30 Uhr) ist ein Wahrsager der ganz besonderen Art. Bei einem Sieg der Berliner würde ganz Basketball-Deutschland staunen. Favorit ist ganz klar der Meister und Pokalsieger aus Franken. Bei einer Abreibung drohen dem Team von Ahmet Caki erneut große Verunsicherung und Selbstzweifel. Auf eine Partie auf Augenhöhe, selbst wenn sie am Ende verloren geht, ließe sich hingegen drei Wochen vor dem Play-off-Start aufbauen.

„Ein wirklich interessantes Spiel für uns“, findet auch Akeem Vargas, der dabei ist, weil die Spielleitung der Bundesliga (BBL) nach seinem disqualifizierenden Foul zuletzt gegen Tübingen keine vorsätzliche Tätlichkeit erkennen konnte. „Es gibt sicherlich leichtere Gegner, aber wir wollen dort gewinnen.“ Natürlich sagten alle, „dass wir da keine Chance haben“, fügt Malcolm Miller hinzu. Aber auch er gehe in jedes Spiel „mit der festen Überzeugung, es gewinnen zu können. Letztlich hängt es von uns ab, ob wir eine Überraschung schaffen oder nicht“.

Bamberg hat Bayern im Nacken

Vargas und Miller wissen jedoch, dass ihr Team für einen Erfolg in der „Franken-Hölle“ ein perfektes Spiel abliefern müsste. Schließlich gelang Alba dort der letzte Sieg im März 2013 in der Euroleague, der letzte Punktegewinn in der Bundesliga liegt sogar schon sieben Jahre zurück. Einerseits. Es könnte es zum anderen aber kein schlechter Zeitpunkt für eine Reise zum Meister sein.

Die Berliner bestritten seit dem Aus im Eurocup und dem Pokalfinalturnier Mitte Februar nur noch ein Spiel pro Woche. Für Bamberg hingegen endete der Marathon von 30 Spielen in der Euroleague (Bilanz: 10:20 Siege) erst vor zehn Tagen. Auch am vergangenen Donnerstag war Alba spielfrei, die Bamberger, denen als Tabellenzweiter der FC Bayern im Nacken sitzt, traten hingegen in Tübingen an, gewannen dort auch standesgemäß 87:75. „Man hat der Mannschaft die hohe Belastung zuletzt schon angesehen“, sagt Vargas. „Aber es zeugt auch von ihrer Klasse, dass sie, auch wenn sie müde war, fast immer gewonnen hat.“

Kampf um Platz fünf für Alba

Lediglich Tabellenführer Ulm konnte die Bamberger vor drei Wochen stoppen (79:84), es war die erste Heimniederlage der Franken gegen einen nationalen Konkurrenten seit fast zwei Jahren. Unschlagbar ist Bamberg also auch daheim derzeit nicht und „die Erwartungen und „der Druck von außen sind auch nicht hoch“ sagt Niels Giffey. Größer ist sicherlich jener, unter den sich Albas Team selbst setzt. „Ein Sieg wäre ein Riesenschritt nach vorn“, weiß Giffey, „zumal wir von den ersten Vier der Liga bislang nur Bayreuth besiegt haben.“ Und er würde Albas Chancen auch deutlich erhöhen, doch noch als Fünfter in das Play-off zu gehen.