Basketball

Alba will Spitzenreiter Ulm die Rekordparty verderben

Basketball: Spitzenreiter Ulm fehlt noch ein Sieg, für die Rekord-Serie. Albas Spielmacher Ismet Akpinar hat etwas dagegen

Ismet Akinpar (2. von l.) im Anflug: Der Alba-Spieler versucht sich gegen die Verteidigung der  MHP Riesen Ludwigsburg durchzusetzen

Ismet Akinpar (2. von l.) im Anflug: Der Alba-Spieler versucht sich gegen die Verteidigung der MHP Riesen Ludwigsburg durchzusetzen

Foto: Rainer Jensen / dpa

Berlin.  Sollte sich wieder mal bewahrheiten, dass der Mensch manchmal mit seinen Aufgaben wächst, könnte das Basketballteam von Alba Berlin am Sonnabend (20.30 Uhr) zum großen Spielverderber werden. Dann tritt die Mannschaft von Trainer Ahmet Caki bei Ratiopharm Ulm an. Das ist das Team, das zuletzt den 47 Jahre alten Rekord von Bayer Leverkusen mit 25 Bundesliga-Siegen in Folge eingestellt hat. Mit einem weiteren Erfolg wären die Ulmer alleiniger Rekordhalter.

Noch aber ist die Partie nicht gespielt. Ein weiteres Kapitel Basketball-Geschichte zu verhindern und die bislang weiße Weste der Schwaben zu beflecken, "wird sicherlich auch schwierig", weiß Albas Spielmacher Ismet Akpinar. "Unmöglich ist es jedoch sicherlich nicht." Es müsse doch für "jeden Sportler eine großer Anreiz sein, als Erster einen solchen Lauf stoppen zu wollen. Mich jedenfalls wird das zusätzlich motivieren."

Akpinar vertritt Spielmacher Siva

Sollte Alba tatsächlich dem ungeschlagenen Tabellenführer die Punkte entreißen, dürfte Akpinar, seit 2013 bei Alba und dennoch erst 21 Jahre alt, daran erheblichen Anteil haben. Denn seitdem sich Albas erster Spielmacher Peyton Siva Anfang Februar eine Adduktoren-Verletzung zuzog, ist er die erste Option der Berliner für den Spielaufbau. "Das macht er gut", sagt Siva, über dessen Rückkehr die Ärzte noch immer keine Prognose wagen. "Anfangs habe ich ihm gesagt, dass er aggressiver sein soll, aber er ist ohnehin ein guter Verteidiger und hat einen guten Wurf. Ich freue mich zu sehen, dass er auch eine größere Rolle ausfüllen kann. Mit dem entsprechenden Selbstvertrauen kann er gegen jeden spielen."

Auch gegen Ulms Spielmacher Per Günther? Diese Frage wird am Sonnabend beantwortet. Dass Günther, 29 Jahre alt und mit 1,84 Meter sechs Zentimeter kleiner als Berlins Youngster, in den vergangenen fünf Spielzeiten zum beliebtesten Spieler der Liga gewählt wurde, ist das eine. Aber erst seine Qualität, wie kaum ein anderer Spielmacher hierzulande Spiele zu lenken und auch noch selbst zu punkten, macht Ulms wuseligen General zum Schwergewicht.

Ulm schenkt einem Deutschen volles Vertrauen: Per Günther

"Per Günther ist gut, sehr gut sogar", sagt Akpinar. "Er ist sehr schnell, aggressiv, unberechenbar, er kann heiß laufen und ist sehr schwer zu verteidigen." Natürlich werde er alles tun, um die Kreise seines Gegenübers bestmöglich einzuschränken, den Ulmern die Rekord-Party zu verderben könne Alba nur "geschlossen als Team".

Die Rollen nach Sivas Ausfall im Team neu zu verteilen, war mit massiven Rückschlägen verbunden. Nach den Niederlagen in Bonn und Göttingen, sowie gegen die Bayern und Jena braucht Alba dringend Siege, um noch vom vierten Tabellenplatz, der das Heimrecht im Viertelfinale brächte, ins Play-off zu starten. "Ich hätte die Mannschaft gern zu ein paar Siegen mehr geführt", sagt Akpinar, "deshalb bin ich auch nicht zufrieden." Beim Kantersieg zuletzt gegen Würzburg "haben wir jedoch gezeigt, welchen Basketball wir spielen können, wenn wir alle auf einem Nenner sind." Vor der Reise nach Ulm hätte dieser Sieg dem Team "etwas von dem Selbstbewusstsein, das zuletzt gefehlt hat, zurückgegeben."

Ein Erfolg in Ulm würde das Wir-Gefühl der Berliner sicherlich noch mal um ein Vielfaches stärken. Das Fragezeichen hinter Sivas Zukunft bliebe jedoch weiter stehen. Derzeit kann der US-Guard nicht mal schmerzfrei joggen. Sportdirektor Himar Ojeda würde den Markt derzeit nach einer Verstärkung sondieren, sagt Coach Caki. Zugreifen wolle man aber nur, "wenn sich jemand findet, der wirklich passt". Was man auch heißen könnte, dass Ismet Akpinar einen guten Job macht.

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