Basketball

Europas teuerster Basketballspieler fordert Alba

| Lesedauer: 3 Minuten
Theo Breiding
Dieser Mann verdient in Moskau 3,4 Millionen Euro pro Saison: der Spielmacher Alexei Shved ist Khimki offenbar viel Geld wert

Dieser Mann verdient in Moskau 3,4 Millionen Euro pro Saison: der Spielmacher Alexei Shved ist Khimki offenbar viel Geld wert

Foto: Maksim Blinov / picture alliance / dpa

Khimki Moskau ist im Eurocup gegen Alba klarer Favorit. Doch der Klub mit 20-Millionen-Etat steht in Berlin schon unter Zugzwang.

Berlin.  Es könnte der erste Höhepunkt der Saison werden, wenn beide Mannschaften an diesem Mittwoch (20 Uhr) in der Mercedes-Benz Arena einlösen, was die Ausgangslage verspricht. Alba Berlin empfängt Khimki Moskau, „eines der besten Teams in Europa“, wie Geschäftsführer Marco Baldi sagt.

Spiel gegen Göttingen nicht gerade ein Mutmacher

Was der Blick auf die Tabelle der Gruppe B des Eurocups allerdings so nicht belegt. Die führen die Berliner nach Siegen gegen Fuenlabrada und in Bilbao an. Khimki schlug Lietuvas Rytas Vilius, verlor vergangene Woche jedoch bei Fuenlabrada. Eine Niederlage, die ähnlich überraschte wie Albas Sieg in Bilbao.

„Khimki bleibt trotz dieser Niederlage der große Favorit in unserer Gruppe“, sagt Albas Coach Ahmet Caki. Wenn sein Team den Vorteil erhalten will, den es sich erarbeitet hat, müsse es allerdings „die Heimspiele gewinnen“. Seine Mannschaft spielte zuletzt vergangenen Sonnabend daheim, ein Mutmacher war die Vorstellung gegen Göttingen nicht. Gerade so konnte die vierte Bundesliga-Niederlage in Folge abgewehrt werden.

Shved nach Verletzungspause gleich wieder top

In der Bundesliga hinter den Erwartungen zurück, in Europa vorneweg – das ist ungewöhnlich. „Wir haben im Eurocup bislang wirklich gut gespielt“, sagt Tony Gaffney. „Wir wissen, dass Khimki einen Sieg braucht, aber wir wollen natürlich an unsere bisherigen Leistungen anknüpfen.“ Was sehr wahrscheinlich noch eine Woche zuvor leichter gewesen wäre. Denn Moskaus 27-jähriger Superstar Alexej Shved kehrte nach überstandener Knöchel-Operation am vergangenen Wochenende zurück, machte bei seinem Comeback bei Lokomotiv Kuban in 16 Minuten 21 Punkte.

Shved, als Werfer und mit dem Zug zum Korb gleichermaßen gefährlich, trägt nicht zufällig die Nummer eins bei Khimki und im Nationalteam. Der Klub gibt einen guten Teil seines 20-Millionen-Etats für ihn aus, lockte ihn mit einem Dreijahresvertrag über 10,2 Millionen Euro von den New York Knicks zurück in heimische Gefilde. Shved ist der bestbezahlte Spieler außerhalb der NBA.

Okulaja und Loncar trugen einst das Trikot der Russen

Alba traf erst einmal auf Khimki, im Uleb Cup 2006/2007, als das Team aus dem Nordwesten Moskaus den Berliner Ademola Okulaja in seinen Reihen hatte. Beide Mannschaften gewannen jeweils ihr Heimspiel. Ein anderer ehemaliger Alba-Spieler, Kresimir Loncar, der im Sommer von Berlin nach Würzburg wechselte, gewann mit Khimki 2012 sogar den Eurocup. Ein Triumph, den die Russen (ohne ihn) 2015 wiederholten.

Dass die Mannschaft aus der Moskauer Region zwischen den beiden Meilensteinen 2013 kurz vor der Pleite stand, ist eine historische Fußnote: Alisher Usmanov, Investor und von „Forbes“ mit einem Privatvermögen von 12,5 Milliarden US-Dollar auf Rang 73 der reichsten Männer der Welt geführt, sicherte dem Klub, der 1997 gegründet wurde, das Überleben. Wenig später kam mit Dmitry Golubkov, ebenfalls Inhaber eines Gasunternehmens (Mosoblgaz), ein weiterer Investor hinzu. Er ist der aktuelle Präsident. Seitdem nimmt Khimki den großen Rivalen ZSKA Moskau ins Visier, mit einem Etat jenseits der 40 Millionen Dollar in Europa das Maß aller Dinge.

Wer besser verteidigt, wird gewinnen

Mit Ambitionen wie diesen wäre nach der Niederlage in Fuenlabrada eine weitere in Berlin wohl kaum in Einklang zu bringen. „Wir sind sehr gut vorbereitet, weil wir gewinnen müssen“, sagt Stanislav Ilnitskiy (22), der als talentiertester Spieler seiner Generation in Russland gilt. „Wenn wir gut verteidigen, werden wir gewinnen.“

Gleiches gilt wohl auch für Alba.