Basketball

Für Alba ist Verteidigung der beste Angriff

Alba hat gegen Göttingen einen Bundesligasieg gefeiert. Doch mit einer Defensivleistung, die Anlass zu großer Sorge bereitet.

In der Offensive mutig, in der Verteidigung nicht immer aufmerksam genug: Das Problem hat nicht nur Peyton Siva (2.v.l.), sondern das gesamte Alba-Team

In der Offensive mutig, in der Verteidigung nicht immer aufmerksam genug: Das Problem hat nicht nur Peyton Siva (2.v.l.), sondern das gesamte Alba-Team

Foto: Rainer Jensen / dpa

Berlin.  Eines waren die Fans von Alba Berlin über die Jahre gewohnt: Dass die Mannschaften des Basketball-Bundesligisten mit Haut und Haar verteidigten. Kulenovic, Pesic, Rödl, Obradovic – wie der Trainer auch hieß, die Gegner wussten, es machte keinen Spaß, sich mit deren Teams zu messen. Sehr wahrscheinlich würde es sogar wehtun. Selten kam es vor, dass ihnen 80 oder mehr Punkte gelangen. Nun, nach acht Saisonspielen, ist dies gegen die neue Alba-Mannschaft schon fünf Mal passiert.

Göttingen bekommt zu viele einfache Punkte

„Wir müssen unsere Defense verbessern, wenn wir guten Basketball spielen wollen. So etwas wie heute ist nicht unser Level“, sagte Center Elmedin Kikanovic nach dem 91:87 gegen die BG Göttingen. „Wir müssen ein Team werden, das auf etwas zurückgreifen kann, wenn es mal nicht so gut trifft“, forderte auch Geschäftsführer Marco Baldi, „und das ist die Team-Defense. Da haben wir heute Fehler ohne Ende gemacht.“ Hinzu kommt, dass Alba auch gegen die Niedersachsen den Rebound-Vergleich verlor, zum fünften Mal in der noch jungen Saison. Die Berliner sind in der Liga die Schwächsten in dieser Kategorie. Wenn der Kontrahent so immer neue Wurfchancen erhält, ist es noch schwerer, das Resultat niedrig zu halten.

Das alles weiß auch Trainer Ahmet Caki. Dass das Alba-Spiel schneller geworden ist, mehr geworfen werden soll, gehört zum Plan. Aber nicht, in der Verteidigung zu schlafen. „Wir hatten einige Kommunikations-Probleme in der Defense und haben Göttingen mit unseren Fehlern zu einfachen Punkten kommen lassen“, erkannte der Türke. Wenigstens er ging konsequent in Verteidigungsstellung: „Nach drei Niederlagen in der Bundesliga lastete ein großer Druck auf den Spielern. Deshalb bin ich zufrieden.“

Nicht immer wieder die gleichen Fehler machen

Nicht alle sind das, und das ist auch gut so. „Es kann nicht sein, dass wir immer dieselben Fehler machen“, ärgerte sich Kikanovic, „wir müssen schneller lernen.“ Nichts gegen die wackeren Göttinger, aber ein solches Team sollte Alba von Beginn an unter Kontrolle haben, damit am Ende nichts anbrennen kann. Genau das Gegenteil trat ein, die Gäste waren drauf und dran, noch mehr als die 87 Punkte aus Berlin mitzunehmen.