Basketball

Alba ist auf der Suche nach sich selbst

Doch im Eurocup in Bilbao wird es schwer für das neuformierte Team von Alba Berlin, Selbstvertrauen zu sammeln.

Niels Giffey (2.v.l.) macht sich lang, um einen Angreifer Fuenlabradas zu stoppen. Auch an diesem Mittwoch in Bilbao ist eine gute Verteidigung gefragt

Niels Giffey (2.v.l.) macht sich lang, um einen Angreifer Fuenlabradas zu stoppen. Auch an diesem Mittwoch in Bilbao ist eine gute Verteidigung gefragt

Foto: Rainer Jensen / dpa

Berlin.  Wer glaubt, dass Alba Berlin aktuell in großen Problemen steckt, der hat die Nachrichten aus Hagen noch nicht gehört. Dort steht der Bundesligist Phoenix vor dem Aus. Die Verantwortlichen des Traditionsklubs kündigten überraschend an, wegen finanzieller Turbulenzen in Kürze einen Insolvenzantrag stellen zu müssen. Was nach den Regularien der Basketball-Bundesliga (BBL) zur Folge hätte, dass den Westfalen vier Punkte abgezogen werden. Was wiederum momentan gar nicht so einfach ist. Phoenix Hagen ist nach fünf Spieltagen noch punktlos Tabellenletzter.

Noch weiß der eine nicht, was der andere tut

Da sind die Sorgen, die Alba quälen, vergleichsweise gering. Die neuformierte Mannschaft hat sich noch nicht gefunden. „Da weiß oft der eine nicht, was der andere tut“, gab Geschäftsführer Marco Baldi nach dem deprimierenden 58:97 am Sonntag bei Bayern München zu. In den einschlägigen Foren wird schon angenommen, dass der eine oder andere der neuen Spieler das auch nie wissen wird. Aber die Amplituden in der Stimmung mancher Fans schlagen so stark aus wie die Resultate und Leistungen umformierter Teams. Da hilft Geduld mehr als Wortgewalt.

Klar ist aber, dass Niederlagen wie jene in München allen auf das Gemüt schlagen und nicht dazu angetan sind, eine Mannschaft in ihrer Entwicklung voranzubringen. Alba steckt im Dilemma. Weder haben sich bisher Anführer herauskristallisiert, noch passt das Zusammenspiel in Abwehr und Angriff. Die Folge waren drei Bundesliga-Niederlagen in Folge, was dem Klub seit Dezember 2012 nicht passierte. „Wir haben als Team noch kein Rückgrat“, moniert Baldi, „und das Problem ist sicher in zwei oder drei Wochen auch nicht vorbei.“ Andererseits habe man von Saisonbeginn an gewusst, dass bei den vielen Veränderungen in der Mannschaft Zeit benötigt werde, ein gutes Basketballteam zu werden.

Bilbao hat gerade den FC Barcelona geschlagen

Einen Eindruck vom Potenzial bekamen die Berliner Fans kurioserweise vor Wochenfrist im Eurocup, als Alba den spanischen Kontrahenten Fuenlabrada niederrang. Nun gibt es am Mittwoch die nächste internationale Aufgabe zu lösen, doch die ist noch einmal schwerer. Wieder ist der Gegner in der spanischen Topliga ACB zu Hause, aber diesmal müssen die Berliner auswärts antreten. Gastgeber Bilbao Baskets hat gerade den Europaligisten FC Barcelona 92:79 bezwungen und ist ungeschlagen Tabellenzweiter. Die Basken sind in einer ganz anderen Situation: Bei ihnen läuft alles vom Saisonstart weg wie geschmiert. „Die sind noch einmal ein neues Kaliber“, schwant Baldi. Das lässt Schlimmes befürchten.

„Gerade gegen diesen Gegner müssen wir als Team besser zusammenstehen als in München“, wünscht sich Alba-Trainer Ahmet Caki. Ein frommer Wunsch. Bilbao hat noch eine Rechnung offen. Beim bisher einzigen Vergleich 2010 gewann Alba im Eurocup-Halbfinale 77:70 im Baskenland.