Basketball

Erste Pfiffe gegen Alba Berlin nach 70:78 gegen Frankfurt

Die Berliner Basketballer unterliegen überraschend dem stark verjüngten Frankfurter Team. Für die Blamage gibt es einen guten Grund.

Musste die Niederlage seines Teams vom Seitenrand aus ansehen: Alba-Coach  Ahmet Caki

Musste die Niederlage seines Teams vom Seitenrand aus ansehen: Alba-Coach Ahmet Caki

Foto: Annegret Hilse / dpa

Berlin. Zuerst gab es vereinzelte Pfiffe in der Mercedes-Benz Arena, dann herrschte gespenstische Ruhe. Enttäuschung, Ernüchterung gar hatte sich breitgemacht unter den gut 9000 Zuschauern, die in froher Erwartung gekommen waren, den zweiten Heimsieg Alba Berlins mitzuerleben. Hatte nicht der neue Trainer Ahmet Caki angekündigt, zu Hause alle Spiele gewinnen zu wollen?

Der Alba-Fantalk nach dem Spiel gegen Frankfurt

Doch die Frankfurt Skyliners spielten da nicht mit, der klare Außenseiter kam zu einem verdienten 78:70 (31:29)-Erfolg. Und die Berliner mussten nach dem 94:98 fünf Tage zuvor gegen Ulm schon die zweite Heimpleite hinnehmen. „Das ist eine schlimme Niederlage für uns“, sagte Caki, „gegen Ulm lag es an unserer Defensive, heute an unserer Offensive.“

Von einer Revanche für das Play-off-Viertelfinale der vergangenen Saison zu sprechen, ist nicht besonders treffend. Im Mai hatten sich die Frankfurter sehr klar in drei Spielen durchgesetzt, doch nicht nur die Berliner haben danach sieben Akteure ausgetauscht. Die Skyliners wurden nach ihrer großartigen Spielzeit geradezu leergekauft.

Junge Frankfurter besser als Alba-Routiniers

Spielmacher Jordan Theodore wechselte in die Türkei, sein Vertreter Konstantin Klein ebenso nach Bonn wie Flügel Johannes Richter. Johannes Voigt­mann heuerte bei Euroleague-Halbfinalist Vitoria an, Aaron Dornekamp ebenfalls in Spanien, auf Teneriffa.

Danilo Barthel zog es nach München. In Frankfurt bauen sie nun um den Amerikaner Quantez Robertson, der seine achte Saison am Main verbringt, ein neues Team mit vielen deutschen Talenten auf. Die Skyliners stellen die jüngste Formation der Liga.

Da tauchen dann Namen im Team auf wie Mahir Agva (20 Jahre/13 Punkte) oder Niklas Kiel (19/9), die an diesem Abend trotzdem mehr Qualität zeigten als mancher routiniertere Alba-Akteur. Nur zu Beginn konnten die Gastgeber bei ihrem 7:0-Start überzeugen.

"So kannst Du kein Basketballspiel gewinnen"

Doch nachdem Frankfurt dieses Resultat schon bald in eine 10:7-Führung gedreht hatte, war jeder Rhythmus dahin. Kampf statt Klasse, die beim deutlich größeren Berliner Talent hätte erwartet werden können.

„Es war nicht alles schlecht“, fand Alba-Nationalspieler Akeem Vargas, „aber wir haben wieder zu wenige Rebounds geholt und zu viele einfache Punkte zugelassen.“ Dazu kamen schwache Quoten von der Freiwurflinie (61 Prozent) und dass Elmedin Kikanovic, Tony Gaffney sowie Dominic Johnson einen besonders schwachen Tag erwischt hatten. An ihnen in erster Linie lag es, dass die Quote aus der Nahdistanz nur 36 Prozent betrug. 16 Treffer bei 44 Versuchen: „So“, erkannte nicht nur Caki, „kannst du kein Basketballspiel gewinnen.“

Sichtbar wurde auch, dass die Spieler mit der Freiheit in der Offensive, die ihnen ihr Trainer gewährt, bisher nicht viel anzufangen wissen. Besonders Johnson, aber auch Spielmacher Peyton Siva übertrieben es da einige Male, so dass sie sich strenge Worte von Caki und Kapitän Dragan Milosavljevic anhören mussten. Diese Blamage wäre mit einem besseren Zusammenspiel zu verhindern gewesen.