Basketball

Alba startet mit heißem Herz und kühlem Kopf

Malcom Miller und Engin Atsür sollen das neue Team prägen. Die beiden Neuzugänge könnten unterschiedlicher nicht sein.

Malcolm Miller will Alba vor allem mit seiner Vielseitigkeit helfen

Malcolm Miller will Alba vor allem mit seiner Vielseitigkeit helfen

Foto: Wolfram Kastl / dpa

Berlin.  Als er die Dachterrasse auf Albas Geschäftsstelle betritt, wird Malcolm Miller etwas mulmig. Mit Höhe, sagt der neue Forward des Basketball-Bundesligisten, habe er es nicht so. Dann aber gibt er sich einen Ruck, Profi ist schließlich Profi, und Fototermin ist Fototermin.

Hoch hinaus will der 23 Jahre alte US-Amerikaner, der zuletzt in der Entwicklungsliga der NBA spielte, natürlich trotzdem mit Alba – daran ändert auch die Höhenangst nichts. „Man muss sich immer hohe Ziele setzen“, prescht er vor, „und natürlich würden wir gerne um einen Titel kämpfen.“

Mehr noch: Ab 2017 möchte er sein Können möglichst in der Euroleague präsentieren. „Malcolm ist jung und spielt erstmals außerhalb der USA“, bremst Alba-Geschäftsführer Marco Baldi die Erwartungen, „aber er ist schnell, athletisch und ackert für sein Team.“ Trainer Ahmet Caki will den vielseitigen 2,01-Meter-Mann vorwiegend als Power Forward einsetzen.

Der verlängerte Arm des Trainers

So heiß wie Millers Herz wirkt, so kühl wirkt der Kopf von Albas neuem Spielmacher. Viel abgeklärter als Engin Atsür (32), zuvor bei Besiktas Istanbul, kann ein Basketballer kaum auftreten. „Er hat schon alles erlebt und wird auch außerhalb des Platzes eine wichtige Rolle einnehmen“, sagt Baldi. Das Team sei ein bisschen jung, meint Atsür dann auch, da könne ein wenig Erfahrung nicht schaden. Als Point Guard wird er der verlängerte Arm des Trainers sein. Beide kennen sich aus der Türkei.

Mit Prognosen tut sich allerdings selbst der erfahrene Atsür schwer. Der erste Eindruck ist noch vage, der Saisonstart (Ende September) weit entfernt, und zum Trainingsstart am Montag werden neben Zugang Dominique Johnson (29), der nach seinen Flitterwochen erst am Mittwoch zur Mannschaft stößt, auch vier Nationalspieler (Giffey, Vargas, Kikanovic, Radosavljevic) fehlen.

Sechs Zugänge hat Alba bislang verpflichtet. Die Guards Atsür, Johnson und Peyton Siva, die Flügel Miller und Jonathan Malu (23), dazu Center Bogdan Radosavljevic (23). „Wir haben alles, was wir brauchen“, sagt Baldi, der weitere Veränderungen nicht ausschließen will, „das ist ein spannender Mix aus Athletik und Erfahrung.“ Eine Mischung, die Coach Caki ab Montag zu einem funktionierenden Ganzen formen muss.