Basketball

Alba verliert und steht vor dem Aus im Viertelfinale

Die Berliner waren auch im zweiten Spiel den Frankfurtern unterlegen. Hektisch und nervös sei sein Team gewesen, sagte der Trainer.

 Berlins Jordan Taylor (r.) versucht sich gegen Frankfurts Mike Morrison durchzusetzen

Berlins Jordan Taylor (r.) versucht sich gegen Frankfurts Mike Morrison durchzusetzen

Foto: Soeren Stache / dpa

Abschreiben sollte man Alba noch nicht, denn die Mannschaft kämpft bis zum Letzten. Trotzdem braucht es eine Menge Optimismus, daran zu glauben, dass Alba diese Play-off-Runde übersteht. Nach dem 64:83 am vergangenen Sonnabend in Frankfurt verloren die Berliner Basketball-Profis am Mittwoch in der Schmeling-Halle auch das zweite Spiel der „Best of five“-Serie gegen die Skyliners mit 65:71 (23:32).

Leistungsträger wie Dragan Milosavljevic, Will Cherry und Jordan Taylor trafen zusammen vier von 29 Würfen, zu wenig in der entscheidenden Phase der Meisterschaft. Die Skyliners haben jetzt drei Matchbälle, um ins Halbfinale einzuziehen und die Chance, die Saison der Berliner schon in Spiel drei am Sonnabend (18.30 Uhr) in der Hoechster Fraport-Arena zu beenden.

„Wir haben den Ball nicht schlecht gepasst und auch das Rebound-Duell gewonnen, aber auch ich habe einfach nichts getroffen“, sagte Kapitän Alex King. „Und das muss man ganz einfach gegen die Frankfurter Verteidigung, die die beste der Liga ist.“ Zu „hektisch und nervös“ sei seine Mannschaft gewesen, erklärte Coach Sasa Obradovic. „Wir hatten unsere Chance, aber ich habe der Mannschaft gesagt, sie soll das Spiel sofort vergessen. Wir müssen jetzt dafür sorgen, dass die Partie am Sonnabend nicht unsere letzte ist“

Hitzige Atmosphäre in der Schmeling-Halle tut Alba gut

Mit Klatschpappen, Trommel und Gesängen, 7312 Zuschauer gaben alles, wie eine gut besuchte Mercedes-Benz Arena mit etwa der doppelten Anzahl an Fans zu klingen. Und der Mannschaft schien die hitzigere Atmosphäre der intimeren Arena gut zu tun. Sie startete bissiger und giftiger – Play-off-Basketball pur. Zumindest in der Verteidigung, im Angriff hingegen wurde die Leidensfähigkeit der Fans geprüft. Elf Würfe, kein Treffer.

Erstaunlicherweise ging es den im ersten Spiel noch so souveränen Skyliners ähnlich, was sicher auch an der Verteidigung der Berliner lag. Als Cherry nach 6:29 Minuten für Alba den ersten Korb aus dem Feld traf, lag sein Team nur 6:8 zurück. King legte nach, der Kampf war wieder offen – 11:10 nach dem ersten Viertel.

Albas großes Problem war in den vergangenen Wochen, dass es sich von auch kleinen gegnerischen Spurts nicht mehr erholte. Beim 13:18 (13.) blieben die Berliner aber vorerst noch im Spiel, wenn auch der Dreier von Quantez Robertson mit der Schlusssirene der ersten Halbzeit zum 23:29 weh tat. Albas Trefferquote hatte sich von 15 Prozent im ersten Viertel auf immer noch indiskutable 21 Prozent verbessert, die der Frankfurter lag konstant bei 36. Der Rückstand ließ sich also erklären.

Auch eine kleine Ehrung für die Berliner

Frankfurt wäre nach dem Gewinn des Fiba-Europapokals und einer Serie von zwölf Siegen in Folge ohnehin mit breiter Brust angereist. Dann wurden auch noch Robertson (31) unter der Woche zum besten Verteidiger der Liga und Coach Gordon Herbert (57) zum Trainer des Jahres gekürt. Eine kleine Ehrung hatte es für die Berliner auch gegeben: Ismet Akpinar, der gleich zu Beginn des dritten Viertels Alba mit fünf Punkten weiter im Spiel hielt, musste nur Bayerns Paul Zipser in der Kategorie „Bester deutscher Nachwuchsspieler“ den Vortritt lassen.

Die Partie näherte sich, was den Einsatz auf beiden Seiten anging, weiter der Grenze des Möglichen und Erlaubten. Die Frankfurter spielten jedoch gekonnter und öfter einen der Ihren frei. Beim 38:46 war Alba erneut beim Überholen gescheitert, aber noch waren knapp 14 Minuten zu spielen. Dass es bald wieder laut wurde, und zwar lauter als zuvor, lag an Akpinar. Auch, weil der 20-Jährige Albas Spiel besser zu ordnen schien als seine US-Kollegen, vor allem aber, weil er seinen dritten Dreier netzte. 48:51. „Ich war mit meinem Spiel schon zufrieden, aber ein Sieg wäre doppelt so schön“, gestand der Youngster.

Alba hatte im dritten Viertel mehr Punkte gemacht als in der ersten Halbzeit. Die Skyliners wackelten, aber sie fielen nicht, waren das geschlossenere Team, das derzeit ihren „besten Basketball“ spielt, wie Obradovic schon vor der Partie sagte. Alba hingegen zerreißt sich zwar und kämpft mit Herz, hat sich bislang aber noch nicht wieder als Mannschaft gefunden. Akpinars dritter Dreier zum 51:59 (33.) – Albas Youngster war am Ende zusammen mit Robert Lowery mit jeweils elf Punkten bester Berliner – wurde von den Fans noch einmal als Signal zur Aufholjagd gefeiert, aber die ließen die Frankfurter nicht zu, woran auch die späten Dreier von Dragan Milosavljevic und Jordan Taylor zum 61:65 nichts mehr ändern konnten.