Basketball

Ist das Albas letztes Heimspiel in dieser Saison?

Dier Berliner müssen in der Viertelfinalserie gegen Frankfurt am Mittwoch in der Schmeling-Halle unbedingt ausgleichen.

Albas Coach Sasa Obradovic war nach der 64:83-Niederlage im ersten Spie sehr geknickt

Albas Coach Sasa Obradovic war nach der 64:83-Niederlage im ersten Spie sehr geknickt

Foto: Frank Rumpenhorst / dpa

Berlin.  Das Aus droht – so lässt sich die Lage für das Basketballteam von Alba Berlin vor dem zweiten Viertelfinalspiel an diesem Mittwoch (19.30 Uhr, Max-Schmeling-Halle) gegen die Frankfurt Skyliners in Kurzform beschreiben. Die Berliner liegen nach der deutlichen Niederlage (64:83) vom vergangenen Sonnabend in Frankfurt in der „Best-of-five“-Serie mit 0:1 zurück.

Eine erneute Niederlage könnte schon eine Vorentscheidung bedeuten. Im dritten Spiel die Serie mit dann drei Siegen in Folge zu drehen, erscheint unter den derzeitigen Umständen eher unwahrscheinlich. Kurzum: Das Team von Sasa Obradovic steht bereits mit dem Rücken zur Wand.

Was Albas Coach und seine Spieler natürlich am besten wissen. „Wir haben nach dem Spiel in Frankfurt viel miteinander geredet, Sasa mit einzelnen Spielern, aber auch wir unterein
ander,“ erzählt Kapitän Alex King.

Baldi fordert „Widerstandsfähigkeit“

Das Problem seiner Mannschaft sei, dass die Systeme „nicht diszipliniert“ durchgespielt wurden. „Im Training sind wir jetzt noch einmal alles Schritt für Schritt und Zentimeter um Zentimeter durchgegangen,“ erklärt King und hofft, dass er und seine Mannschaft dadurch stabiler als zuletzt in das zweite Spiel gegen die Skyliners gehen wird.

„Widerstandsfähigkeit“ hat Geschäftsführer Marco Baldi als eine der wichtigsten Eigenschaften bereits vor der Serie als Grundvoraussetzung für ein erfolgreiches Play-off genannt. Genau an der mangelte es nicht nur zuletzt in Frankfurt, sondern auch schon in den Wochen davor, beispielsweise beim ebenfalls klaren 64:80 gegen Frankfurt im vorletzten Heimspiel der Hauptrunde Ende April.

„Das Team ist verunsichert“, erklärt Baldi, „und daran wird sich über Nacht nichts ändern.“ Ein „spielerischer Quantensprung“ sei nicht zu erwarten. „Mut und Zuversicht“ seien jetzt gefragt. Auch müsse man „versuchen, schneller zu spielen, auch auf die Gefahr hin, Fehler zu machen“. Zögern ließe dem Gegner nur Zeit, sich zu formieren. „Zwischen Frankfurt und uns macht derzeit nicht die individuelle Qualität den Unterschied.“ Den Seinen fehlten derzeit nur „Erfolgserlebnisse, die beweisen, dass es geht.“

Frankfurts Robertson bester Defense der Liga

Albas Pech ist auch, dass die Frankfurter derzeit nicht wissen, wo sie mit der Aufzählung von Erfolgserlebnissen anfangen sollen. Sie gewannen just vor dem Play-off-Start mit dem Fiba-Europe-Cup erstmals in der Vereinsgeschichte einen europäischen Pokal, hielten in den letzten sechs Spielen ihre Gegner stets unter 70 Punkte und sind seit zwölf Siegen in Folge ungeschlagen.

Zu guter Letzt wurde auch noch ihr 1,88 Meter großes Energie-Bündel Quantez Robertson am Tag vor dem Spiel in Berlin zum besten Defensivspieler dieser Bundesliga-Saison gekürt.

Breiter kann die Brust der Skyliners eigentlich kaum noch werden. „Die Frankfurter spielen im Moment einfach ihren besten Basketball und gegen einen solchen Gegner siehst du ganz schnell schlecht aus“, sagt Coach Obradovic.

Noch aber habe sein Team sein „Schicksal immer noch in der eigenen Hand. Wir müssen die Frankfurter aus ihrem Gleichgewicht bringen und dafür sorgen, dass sie schlechter gegen uns aussehen“.

Arena „historisch positiv aufgeladen“

Und das zumindest für diesen Alba-Jahrgang auf ungewohntem Terrain, in der Max-Schmeling-Halle, in die die Berliner ausweichen müssen, weil in der Mercedes-Benz Arena die Vorbereitungen auf das Final Four der Euroleague laufen.

Nun war die Schmeling-Halle, bevor sie zum „Fuchsbau“ und zum „Volleyball-Tempel“ dank Alba im deutschen Basketball über Jahre eine uneinnehmbare Festung. Schnee von gestern, findet Baldi.

Sein Klub habe die Arena zwar „warm gewohnt“ und sicherlich sei sie „historisch positiv aufgeladen. Aber da wird kein Geist über dem Parkett schweben, der uns beflügelt“. Schließlich sei die Mercedes-Benz Arena jetzt seit nunmehr acht Jahren die Heimhalle seines Teams. Aber, wenn man so will, auf neutralem Boden zu spielen, „darf kein Faktor sein“, fordert Baldi. „Es ist egal, wo wir spielen, wichtig ist, dass wir unser Fans im Kreuz haben.“