Basketball

Frankfurt verpasst Alba eine Abreibung

Das Berliner Basketballteam hat eine desolate Vorstellung gezeigt. Alba sucht noch nach seiner Play-off-Form.

Frankfurts Johannes Voigtmann (l.) ist nicht bereit, den Ball an Albas fleißigsten Punktesammler Elmedin Kikanovic (19 Zähler) abzugeben

Frankfurts Johannes Voigtmann (l.) ist nicht bereit, den Ball an Albas fleißigsten Punktesammler Elmedin Kikanovic (19 Zähler) abzugeben

Foto: Imago

Es war ein ernüchternder Nachmittag für Berlins Basketball-Gemeinde. Alba Berlin unterlag den Frankfurt Skyliners vor 10.985 Zuschauern in der Mercedes-Benz Arena mit 64:80 (35:44). Starken acht Minuten zu Beginn folgte eine erschreckend schwache Vorstellung des Teams von Sasa Obradovic, eine gute halbe Stunde, in der die Gäste ganz einfach den deutlich besseren Basketball spielten. Diese klare Niederlage trübt auch den Blick in die Zukunft, denn es ist gut möglich, dass sich beide Teams – mit dem Heimrecht bei den Skyliners – bereits in zwei Wochen im Viertelfinale wiedersehen.

Baldi: Mannschaftwar kopflos

„Das war ein Spiel, das wir absolut nicht gebrauchen konnten“, schüttelte Niels Giffey den Kopf. „Unserem Selbstbewusstsein hat das jedenfalls nicht gut getan. Wir haben einfach nicht hingekriegt, unser eigenes Spiel zu finden.“ Teilweise „kopflos“ habe seine Mannschaft gespielt, fand Geschäftsführer Marco Baldi.

Anfangs sah es genau so aus, wie man es sich zwei Wochen vor dem Play-off-Start wünscht. Mit einer durchgängig aggressiven Verteidigung, auch bei wechselndem Personal, ließ Alba in den ersten sieben Minuten nur fünf Punkte der Gäste zu und machte selbst 18. Und zwar auf höchst ansehnliche Weise. Das Team agierte auch unter fremdem Korb geschlossen, spielte miteinander und fand den freien Mann. Mal weiter draußen, wie beim ersten Dreier der Partie durch Jordan Taylor, mal bekamen Kresimir Loncar oder Elmedin Kikanovic in Korbnähe den Ball. Die Mischung stimmte.

Was sich dann allerdings schnell änderte, denn die Skyliners, eines der konstantesten Teams der Liga, legten die anfängliche Schockstarre nach Albas 18:5-Führung zügig ab. Und in dem Maße, in dem die Gäste an Stabilität zulegten, büßte Alba an Souveränität ein. Bis zum Ende des ersten Viertels war Frankfurt bereits auf 19:22 herangekommen, zu Beginn des zweiten Viertels bot sich das gleiche Bild. Bei den Skyliners spielten Quantez Robertson und Johannes Voigtmann groß auf. Alba konnte nur noch sporadisch in Korbnähe punkten, hastige Pässe, deutlich weniger Rebounds als zu Beginn, von außen kam gar nichts. Das 24:24 (13.) war nur eine Momentaufnahme, nur drei Minuten später lagen die Berliner 30:42 (19.) zurück.

Dieser dramatische Umschwung war zustande gekommen, weil auch Albas Verteidigung die Gäste nicht mehr vor große Rätsel gestellt hatte. Jedem in der Arena war klar, dass Alba dringend zur Form der Anfangsminuten zurückfinden müsste, sollte das Spiel noch einmal kippen. Was nicht gelang. Die Frankfurter waren einfach zu clever, um noch einmal in Gefahr zu geraten. Sie verpassten Alba eine Abreibung.

Die Skyliners spielen kommendes Wochenende als einziges in einem europäischen Wettbewerb verbliebenes deutsches Team beim Final Four des drittklassigen Europe Cups im französischen Chalon sur Marne. Von welchem Tabellenplatz sie in das Play-off gehen, hängt von der Konkurrenz ab. Alba hat hingegen Freitag in der Liga in Bamberg noch ein ganz dickes Brett zu bohren. „Das Spiel hat einen sehr bitteren Nachgeschmack, und das werden wir mit nach Bamberg nehmen“, verspricht Kapitän Alex King. Mit dem Heimspiel gegen Gießen am Sonntag (17 Uhr) endet dann auch