Basketball

Gerangel bei Alba: Sieben Profis vom Feld gestellt

Beim Sieg gegen Bonn kommt es fast zur Massenschlägerei, gleich sieben Spieler werden zum Duschen geschickt. Hinterher gibt’s Gejammer.

Kresimir Loncar (l.) will sich von Sean Marshall (Bonn) offenbar nicht alles gefallen lassen

Kresimir Loncar (l.) will sich von Sean Marshall (Bonn) offenbar nicht alles gefallen lassen

Foto: imago sportfotodienst / imago/Bernd König

Alles deutete auf einen gewöhnlichen Arbeitssieg hin, bis das Basketballspiel Alba gegen Bonn kurzfristig aus den Fugen geriet. Ein Handgemenge in der 30. Minute, das Bonns Sean Marshall mit einem Foul an Kresimir Loncar anzettelte, drohte zur Massenschlägerei auszuufern. Das Eingreifen von Trainern und Assistenten verhinderte dann aber Schlimmeres. Nach minutenlanger Beratung wurden Loncar und Will Cherry sowie fünf Bonner Spieler duschen geschickt. Ein Arbeitssieg blieb es dennoch: Mit reduzierten Kräften bezwang Alba die Baskets im 70. Duell beider Klubs vor 11.654 Zuschauern in der Mercedes-Benz Arena mit 94:73 (47:34).

„Am Ende zählt nur der Sieg“, kommentierte Akeem Vargas das Spiel. „Wie Marshall Loncar anging, hat das mit Fairplay nichts zu tun“, und da müsse man sich schützen. „Mangelnden Schutz seiner Mannschaft“ beklagte anschließend auch Albas Coach Sasa Obradovic. „Bis zum Äußersten physische Spielweise“ gelte in der ganzen Liga als das probate Mittel gegen sein – von ihm ja gewollt physisches – Team. Darin, wie seine Mannschaft behandelt werde, sehe er aber einen Mangel an Respekt.

Nach der einzigen Führung der Gäste (2:6) hatte Alba stets die Kontrolle, konnte sich aber nicht absetzen, denn die Versuche aus der Distanz wollten wie schon so manches Mal in dieser Saison nicht fallen. Erst als Niels Giffey die Dreier-Flaute beendete und Loncar sieben Punkte am Stück folgen ließ, machte den Zuschauern der Blick auf die Anzeigetafel mehr Spaß – Alba führte 34:19 (14.). Die Bonner blieben halbwegs im Spiel, mehr aber nicht – 47:34 zur Halbzeit.

Vom zweiten Durchgang bleibt nur in Erinnerung, dass den Bonnern nach der Beinahe-Schlägerei beim Stand von 69:49 (30.) nur noch fünf Spieler zur Verfügung standen, um die Partie zu Ende zu spielen. Albas Team war zu neunt – nebensächlich: Das Spiel war ohnehin längst entschieden.