Basketball

Alba Berlin verliert gegen Bamberg und verpasst Platz 1

Alba Berlin hat den ersten Platz in der Hauptrunde der Basketball-Bundesliga verpasst. Gegen Bamberg verloren die Berliner am Sonntag das direkte Duell um die Spitzenposition mit 72:78 (40:38).

Die 300 mitgereisten Fans der Brose Baskets Bamberg sangen voller Inbrunst: „Die Nummer eins im Land sind wir.“ Recht hatten sie. Denn die Basketballprofis aus dem Frankenland gewannen am Sonntag in der O2World den Showdown um den ersten Platz in der Basketball-Bundesliga bei Alba Berlin verdient mit 78:72 (38:40). Bamberg geht nun als Erster mit einem möglichen Heimvorteil bis ins Finale, Alba als Zweiter ins Play-off.

Für Alba bedeutet das, dass man im Play-off-Viertelfinale (Modus „Best of five“) auf Pokalsieger Oldenburg trifft. Auftakt ist in eigener Halle am kommenden Sonntag um 20.15 Uhr. Das erste Auswärtsspiel steht am darauffolgenden Mittwoch (13.5., 20.30 Uhr) auf dem Programm, Spiel drei ist in Berlin für den Freitag (15.5., 19.30 Uhr) terminiert. Weitere Spiele würden am Sonntag (17.5, auswärts) und am Mittwoch (20.5.) in Berlin stattfinden. Die genauen Uhrzeiten stehen noch nicht fest. Bamberg trifft auf Ludwigsburg.

„Jetzt müssen wir alles hinter uns lassen und uns voll und ganz auf Oldenburg konzentrieren“, meinte Albas Kapitän Alex King. Sein Kollege Alex Renfroe, mit 13 Punkten bester Alba-Werfer, fügte an: „Egal, aus welcher Position man startet: Du musst im Play-off Spiele gewinnen. Nichts anderes zählt.“ Trainer Sasa Obradovic gab sich versöhnlich: „Ich bin ein bisschen enttäuscht, aber auch stolz darauf, was die Mannschaft bisher erreicht hat.“

13.688 Fans in der O2 World

Als Finale vor dem Finale war die Partie von vielen im Vorfeld bezeichnet worden. Dabei war es doch „nur“ das 306. und letzte der Hauptrundenspiele. Aber Play-off-Atmosphäre herrschte zweifellos. Es waren nicht nur 13.688 Zuschauer in der Arena am Ostbahnhof. Die Fans waren schon so engagiert und euphorisch, als ginge die Saison in die alles entscheidende Phase. Auf dem Feld war die Intensität ebenfalls noch ein bisschen höher als sonst. 56:10 Punkte standen für beide Klubs nach 33 Spielen auf dem Konto. So unentschieden wie dieser Stand, so gleichwertig und auf Augenhöhe agierten die beiden in der Liga defensivstärksten und besten Teams von Beginn an. Es wurde um jeden Zentimeter auf dem Parkett gekämpft. Während die Berliner in den ersten Minuten ihre Punkte nach schönen Passfolgen herausspielten, war Bamberg fast ausschließlich mit Distanzwürfen erfolgreich.

Konnte sich eine Mannschaft leicht absetzen, so wie Alba mit 22:17 (8. Minute), schlug die andere gleich zurück. Die erste richtige Schwächephase leistete sich Berlin. Die Alba-Profis erzielten in den ersten gut sechs Minuten des zweiten Viertels gerade einmal vier Zähler (zwei davon durch Freiwürfe) und machten Flüchtigkeitsfehler.

Obradovics Team konnte froh sein, dass die Gäste in dieser Phase schlecht warfen. Immer wieder prallte der Ball nach Bamberger Schüssen vom Brett oder vom Ring ab. Alba überstand diese schlechten Minuten unbeschadet und geriet nur knapp in Rückstand. Wie ein Weckruf war in der 17. Minute ein Dreier von Niels Giffey zum 34:33. Den Berlinern gelang es bis zur Pause recht gut, Bambergs überragenden Spielmacher Bradley Wanamaker zu kontrollieren. „Er ist der beste Playmaker der Liga“, lobte Obradovic.“ Eine Aufgabe also für Albas Clifford Hammonds, gerade zum besten Defensiv-Spieler der Liga gewählt. Mit Zwei-Punkte-Vorsprung (40:38) ging Berlin in die Kabine.

Von wo die Berliner etwas schläfrig zurückkamen. In etlichen Situationen waren die Bamberger einfach schneller auf den Beinen und im Kopf. Es zeigte sich: Die erfahrene Bamberger Mannschaft kann Fehler des Gegners sofort bestrafen. Mitte des dritten Viertels lag Alba erstmals mit fünf Zählern in Rückstand (46:51, 48:53). Sofort nahm Obradovic eine Auszeit. Doch es nutzte nichts, die Gäste, bei denen Wanamaker (16 Punkte) jetzt immer besser zur Geltung kam, waren am Zug: 50:57.

Revanche erst im Finale möglich

Aber den Alba-Jahrgang 2014/15 macht eben auch aus, dass er nie aufsteckt. Hammonds und Renfroe schafften fast im Alleingang das 58:58. Alba war wieder zurück. Die Fans jubelten, als King einen Dreier zum 61:60 verwandelte. Und sie tobten, als sie glaubten, ihr Team werde von den Schiedsrichtern benachteiligt. Die Atmosphäre wurde immer hitziger. Die Berliner ließen sich von der Hektik anstecken, vergaben gute Chancen, Bamberg blieb im Stil eins Champions kühl: 61:67 sechs, 65:71 zwei Minuten vor Schluss.

„In den entscheidenden Momenten hat Bamberg genau das gemacht, was sie machen wollten“, gab Renfroe zu. Als Wanamaker 33 Sekunden vor Ende zwei Freiwürfe zum 67:73 aus Alba-Sicht verwandelte, begannen die Feierlichkeiten im Bamberger Fanblock. Aber auch die Alba-Fans beklatschten ihr Team. Bamberg und Berlin: „Vielleicht sieht man sich ja noch mal wieder“, meinte King. Das wäre allerdings frühestens im Finale möglich. Obradovic sagte: „Jetzt müssen wir regenerieren und sehen, dass wir möglichst schnell wieder im Play-off unseren besten Basketball spielen können.“