Basketball

Alba hat es im letzten Spiel gegen Bamberg selbst in der Hand

Am Sonntag entscheidet sich, welches der beiden Basketballteams als Erster ins kommende Play-off geht. Alba hat gegen die Franken in dieser Saison bereits zweimal verloren.

Foto: Carmen Jaspersen / dpa

Alex King ist sich sicher: „Das wird ein ganz großes Spiel.“ Und Marco Baldi fügt hinzu: „Die Dramaturgie ist fantastisch.“ Kapitän und Geschäftsführer von Alba Berlin sind voller Vorfreude, die Zuschauer sind elektrisiert. Wenn überhaupt, werden nur ganz wenige der 14.500 Plätze in der O2 World unbesetzt bleiben, wenn sich am Sonntag (17 Uhr) die Basketballteams aus Berlin und der Brose Baskets Bamberg gegenüberstehen.

Denn so etwas gab es noch nie: Während 16 von 18 Bundesligaklubs am vergangenen Donnerstag ihre 34 Hauptrundenspiele beendet haben, entscheidet sich erst im letzten von 306 Punktspielen, wer als Erster und wer als Zweiter ins in einer Woche beginnende Play-off gehen wird. Und wer dann den wohl unschätzbaren Vorteil genießt, nicht nur im Viertel- und Halbfinale, sondern auch in einer möglichen Endspiel-Serie (Modus jeweils Best of five) Heimvorteil zu haben. „Man sollte Platz eins nicht überbewerten“, sagt Baldi, schränkt aber gleich ein: „Aber diesmal muss man ihn hoch bewerten.“

Weil die Spitzenteams Bamberg, Bayern und Alba näher als je zuvor beieinanderliegen. Im Zweifelsfall einmal mehr vor eigenem Publikum zu spielen, kann da den Ausschlag geben.

Mancher spricht bei diesem Endspiel um Platz eins bereits von einem Finale vor dem Finale. Doch so weit ist es für beide Mannschaften noch lange nicht. Erst einmal geht es um den Platz an der Sonne, danach muss im Play-off-Viertelfinale der Erste gegen Ludwigsburg, der Zweite gegen Pokalsieger Oldenburg antreten.

Bamberg oder Berlin? Die Kontrahenten sprechen voller Hochachtung voneinander. „Sie sind das beste Team der Liga“, sagt Brose-Coach Andrea Trinchieri über Alba. Der Italiener führt die Auszeichnungen an, die zuletzt nach Berlin gewandert sind: Center Jamel McLean als wertvollster Spieler (MVP) der Liga, Clifford Hammonds als bester Verteidiger, Sasa Obradovic als Trainer des Jahres. „Wir sind der Herausforderer und müssen da bestehen“, so Trinchieri.

Beide Mannschaften wollen unbedingt den Heimvorteil bis zum Finale

Sein Kollege auf Berliner Seite gibt das Lob zurück. „Das ist ein sehr gutes Team mit einem sehr guten Trainer“, sagt Obradovic. „Wir lieben Bamberg nicht so“, erklärt er mit einem Lächeln. München läge ihnen besser. Gegen Bamberg lautet die Bilanz in dieser Saison bisher 0:2 (Pokal und Liga), gegen die Bayern hingegen 3:1. Besonders hebt er Bambergs Brad Wanamaker heraus. „Er ist der beste Spielmacher der Liga.“ Wanamaker kam bei der MVP-Wahl auf Platz zwei hinter McLean.

Doch die Stärke der Franken macht besonders aus, dass sie viele gefährliche Schützen in ihren Reihen haben. „Man darf sich nicht auf einen fokussieren“, hat Obradovic erkannt. Wobei abzuwarten ist, ob Flügelspieler Josh Duncan überhaupt wird spielen können, der vor kurzem eine Schulterverletzung erlitten hat.

Trinchieri ist es gelungen, „dass die neu zusammengestellte Mannschaft recht schnell ihre PS auf die Straße bekommen hat“, wie es Baldi ausdrückt. Nach der vergangenen Saison blieb fast kein Stein auf dem anderen bei den Baskets, die nach vier Meisterschaften in Serie bereits im Viertelfinale gescheitert waren. Von den Profis blieben nur Elias Harris und Karsten Tadda, auch Coach Chris Fleming, inzwischen Bundestrainer, und der langjährige Manager Wolfgang Heyder mussten gehen.

Berlin oder Bamberg? Obradovic sieht es ganz pragmatisch: „Wir haben es selbst in der Hand.“