Basketball

Alba Berlin ist noch auf der Suche nach dem Play-off-Modus

Ein Pflichtsieg war das 87:74 gegen die Eisbären Bremerhaven, mehr nicht. Für das Gipfeltreffen um Platz eins am Sonntag gegen Bamberg muss Alba sich gehörig steigern.

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Sven Schultze musste mit den Tränen kämpfen. Schöner hätte sein Abschied nach fast 17 Jahren im Profi-Basketball nicht sein können. „Es ist ein unglaubliches Gefühl“, sagte er. 10.120 Zuschauer feierten den Mann, der während seiner acht Jahre in Berlin (1998-2002 und 2010-2014) zum Liebling der Fans von Alba Berlin geworden war. Dass Schultze, der im Juli 37 Jahre alt wird, am Donnerstagabend in der O2 World das Trikot der Eisbären Bremerhaven trug, interessierte niemanden. Die Fans feierten ein 87:74 (40:41) ihrer Mannschaft – und vor allem Schultze, der am Mittelkreis niederkniete und das Alba-Emblem auf dem Boden küsste.

405 Spiele in der Bundesliga

Zum Karriereende nach 405 Bundesligaspielen gab es noch einmal viel Lob. „Er ist ein 1 A Sportmann und ein 1 A Junge“, sagte Albas Geschäftsführer Marco Baldi. Muli Katzurin, Bremerhavens Trainer, ergänzte: „Die jungen Spieler können sich an ihm ein Beispiel nehmen.“ Es war ein emotionaler Abend, an dem auch noch vor dem Spiel die Berliner Jamel McLean als wertvollster Spieler, Clifford Hammonds als bester Verteidiger und Sasa Obradovic als Trainer des Jahres von Liga-Geschäftsführer Jan Pommer ausgezeichnet wurden.

Die Partie gegen Bremerhaven selbst schien überhaupt etwas in den Hintergrund geraten zu sein. Was aber nicht allein an den Ehrungen und am Schultze-Abschied lag. In Gedanken waren sehr viele schon beim Showdown um Platz eins, am Sonntag gegen die punktgleich vor den Berlinern an der Tabellenspitze liegenden Brose Baskets Bamberg (17 Uhr, O2 World). Mehr als 13.000 Tickets sind bereits verkauft. Der Sieger geht als Erster ins Play-off und hat im Falle eines Falles den wichtigen Heimvorteil bis zum Finale.

Im Viertelfinale wartet Ludwigsburg oder Oldenburg

Wird Alba Erster, heißt der Gegner im Play-off-Viertelfinale Ludwigsburg (Achter), als Zweiter träfe Berlin auf den siebtplatzierten Pokalsieger Oldenburg. Beides schwere Gegner. Als Primus hätte man immerhin den Vorteil, in einem eventuellen Halbfinale auf den Sieger aus Bonn (Vierter) gegen Ulm (Fünfter) zu treffen. So ließe sich dem Sieger der Partie zwischen Meister München (Dritter) und Frankfurt (Sechster) aus dem Weg gehen.

Das ist Zukunftsmusik. Die Gegenwart gegen die Eisbären sah so aus: Nach der teilweise wenig berauschenden Vorstellung war Flügelspieler Niels Giffey selbstkritisch: „Wir waren noch nicht im Play-off-Rhythmus, den wir uns erhofft haben und den wir gegen Bamberg auch brauchen.“ Baldi kritisierte, die Mannschaft habe „schlampig gespielt“. Alex Renfroe war mit 20 Punkten bester Berliner Werfer. Obradovic vermutete, seine Spieler könnten den Gegner unterschätzt haben.

Bamberg muss auf seinen Center Josh Duncan verzichten

Das wird am Sonntag nicht passieren. Zweimal musste Alba in dieser Saison schon gegen Bamberg antreten. Sowohl in der Liga (69:98) als auch im Pokal (65:86) verlor Berlin klar. Bamberg wird allerdings wohl auf einen seiner Besten verzichten müssen: Josh Duncan, der im Schnitt 12,7 Punkte erzielt und sich 5,5 Rebounds schnappt, verletzte sich am Donnerstag beim 99:64 gegen Bayreuth an der Schulter.