Basketball

67:59 gegen Frankfurt - Alba trifft im Play-off auf Ulm

Alba hat gegen Frankfurt seine Erfolgsserie ausgebaut. In der K.o.-Runde um die Meisterschaft kehren die Berliner nun an den Ort des Pokaltriumphs zurück. Aber dort muss Alba mehr Leistung zeigen.

Foto: Bernd König / imago

Wie strahlende Sieger sahen die Profis von Alba Berlin nicht aus, als sie ihre Ehrenrunde absolvierten. Zwar hatten sie ihr letztes Heimspiel der Hauptrunde in der Basketball-Bundesliga mit 67:59 (35:32) gegen die Frankfurt Skyliners gewonnen, doch neun Tage vor Beginn des Play-off zeigten die Berliner nur eine durchwachsene Leistung. „Ich weiß auch nicht so richtig, woran es liegt“, sagte Kapitän Sven Schultze. „Wir haben schon in den vergangenen Spielen Probleme gehabt, Rhythmus zu finden.“

Die Berliner haben jetzt noch ein Nachholspiel zu absolvieren: am kommenden Sonntag bei Tabellenführer Bayern München. Eigentlich geht es in dieser Partie um nichts mehr, denn die Münchner haben den ersten Rang sicher – und Alba geht als Dritter in die K.o.-Runde (Modus „Best of five“). Dort heißt der Berliner Gegner im Viertelfinale dann Ulm. Gegen die Schwaben hat Alba ja kürzlich den Pokal gewonnen. Und auch beide Bundesligapartien entschied Alba für sich.

Berlin hat gegen den Sechsten Ulm Heimvorteil. Die erste Partie findet am Sonnabend, 10. Mai, um 19.30 Uhr ausnahmsweise in der Max-Schmeling-Halle statt, am Dienstag (13. Mai) wird in Ulm gespielt, das zweite Alba-Heimspiel ist für den Donnerstag (15. Mai, 20 Uhr) in der O2 World terminiert. Weitere mögliche Spiele: Sonnabend (17. Mai) in Ulm, Mittwoch (21. Mai) um 20 Uhr in der O2 World.

Heimvorteil im Viertelfinale

„Wir werden im Play-off besser sein“, war sich Albas David Logan sicher, der mit zwölf Punkten wie Center Levon Kendall am besten traf. Reggie Redding kam auf elf, Jan Jagla auf zehn Zähler.

Albas Trainer Sasa Obradovic scherzte erst einmal mit Blick auf die Partie in München: „Wir fahren da als Touristen hin.“ Aber schnell wurde er wieder ernst: „Natürlich werden wir das Spiel mit allem Einsatz angehen.“ Schließlich müsse man jede Gelegenheit nutzen, sich für die entscheidende Saisonphase vorzubereiten.

In dieser Hinsicht hat Alba noch einige Arbeit vor sich. Die Berliner taten sich lange schwer gegen Frankfurt. Das Fehlen von Center Leon Radosevic (Sprunggelenksverletzung) machte sich stark bemerkbar. Der in die Anfangsformation gerückte Jonas Wohlfarth-Bottermann konnte ihn nicht adäquat ersetzen. Insgesamt stimmt es nicht im Alba-Spiel. „Es ist schwierig, weil durch den Ausfall von Leon gerade einiges durcheinander gekommen ist“, so Obradovic. Nach acht Minuten hatten sich die Berliner bereits sechs Ballverluste geleistet, auch ein deutliches Zeichen für die Verunsicherung. Nach sieben Minuten hieß es 5:14, Obradovic war außer sich.

Probleme mit den Pfiffen der Schiedsrichter

Zudem hatte Alba mit Foulproblemen zu kämpfen. Das Schiedsrichter-Trio hatte sich wohl zum Ziel gesetzt, von Anfang an jede Körperberührung zu ahnden. Alba, das die aggressivste Defense der Liga spielt, kassierte Foul um Foul. Doch indem man eigene Fehler minimierte, kam das Team langsam besser ins Spiel, Schultze und vor allem Jagla brachten frischen Wind. Als dann auch noch Logan besser traf, sah es gleich freundlicher aus: Vojdan Stojanovski beendete eine 13:0-Serie zum 35:28 (19. Minute). Zur Pause waren es allerdings lediglich drei Punkte Vorsprung (35:32) gegen die locker aufspielenden Frankfurter, für die es das letzte Saisonspiel war. Sein Ziel, das Erreichen des Play-off, hat das Team des ehemaligen Alba-Trainers Gordon Herbert verpasst.

Nach dem Wechsel begann Alba wieder mit Ballverlusten. Doch es wurde auch wieder besser. Die vorher schon gute Abwehr der Berliner arbeitete noch konsequenter. Das war auch der Schlüssel dafür, dass Alba zu Ballgewinnen und schnellen Körben kam. Vor allem Kendall traf verlässlich. Bis auf zwölf Punkte Differenz (52:40) setzte sich Alba in Durchgang drei ab. Aber wirklich Sicherheit gab das nicht. Zwar war es nicht so, dass die 9889 Zuschauer in der O2 World ernstlich um den Berliner Sieg fürchten mussten, aber in Hinblick auf das Play-off muss eben doch eine Leistungssteigerung her.

Heiß auf entscheidende Phase

Das sah auch Obradovic: „So schnell wie möglich müssen wir wieder in unseren Rhythmus kommen“, sagte der Trainer. Und fügte mit ernstem Gesicht noch einmal hinzu: „So schnell wie möglich.“ Noch sind ja einige Tage Zeit. „Es wird aber auch Zeit, dass es endlich mit dem Play-off losgeht“, sagte Schultze: „Wir sind alle heiß drauf.“ Ulm als Gegner? Für den Alba-Kapitän keine Frage: „Es ist doch egal, gegen wen wir spielen müssen.“ Wer in dieser Saison noch Großes erreichen will, muss sowieso gegen jeden Gegner gewinnen.