Ukraine-Odyssee

Alba zurück in Berlin – es folgt der nächste Charaktertest

Mehr als 40 Stunden benötigte Alba, um zum Europacup-Spiel in der Ukraine anzureisen. Das Team musste eine Odyssee wegen Eis und Schnee durchstehen. Doch nun sind die Spieler endlich zurück in Berlin.

Wenigstens die letzte Etappe der dreitägigen Odyssee endete für die Basketballer von Alba Berlin halbwegs pünktlich. Als das Flugzeug mit der Nummer PS 423 aus Kiew mit 15-minütiger Verspätung am Freitagmittag endlich in Berlin-Tegel gelandet war, war dem Team von Trainer Sasa Obradovic die Erleichterung über die Rückkehr in die Hauptstadt deutlich anzumerken. Mit hochgerecktem Daumen stieg der deutsche Nationalspieler Alex King am Freitag die Gangway hinab.

Mit 68:65 (59:59, 35:28) nach Verlängerung hatte der Pokalsieger das um einen Tag verschobene Eurocup-Duell am Vorabend beim ukrainischen Vertreter Chimik Juschne gewonnen – trotz einer mehr als 40-stündigen Anreise und einer damit verbundenen alles andere als optimalen Vorbereitung.

„Für uns war es ein Charaktertest. Nach so einer harten Anreise so ein hartes Spiel zu gewinnen“, sagte Obradovic. Belohnt wurden die Berliner nicht nur mit dem Vereinsrekord von sieben Siegen auf internationalem Parkett, sondern auch mit der vorzeitigen Qualifikation für das Achtelfinale des zweitwichtigsten europäischen Wettbewerbs.

Ernsthafte Vorbereitung für kommendes Spiel nicht möglich

„Wir waren selbst nach der harten Anreise noch in der Lage, um alles zu kämpfen“, sagte Reggie Redding, mit 15 Punkten Topscorer der Berliner. Viel Zeit zum Ausruhen bleibt den Berlinern nach ihrer Ankunft allerdings nicht. Bereits am Sonnabend (19 Uhr) empfangen sie vor eigenem Publikum medi Bayreuth. An eine ernsthafte Vorbereitung auf das Spiel ist nach den Strapazen aber nicht zu denken. Der nächste Charaktertest steht also bevor.

So schnell dürften die Berliner Spieler und Verantwortlichen die Reise nicht vergessen. Das Unheil hatte am Dienstagnachmittag begonnen: Nach einem Zwischenstopp in Kiew hatte der Flieger der Berliner wegen einer vereisten Landebahn nicht wie vorgesehen in Odessa landen können. Der Rückweg in die ukrainische Hauptstadt war wegen eines Schneesturms aber auch versperrt – notgedrungen landete das Team im 650 Kilometer von Juschne entfernten Charkow.

Der geplante Weiterflug nach Odessa am Mittwochmorgen ging ebenfalls schief – der Flug musste wieder umgeleitet werden, diesmal nach Kiew, wo die Berliner mehr als 24 Stunden zuvor schon einmal gewesen waren. Daraufhin wurde das Spiel um einen Tag verschoben, Alba musste acht Stunden mit dem Bus anreisen. Erst um halb fünf am Donnerstagmorgen kam die Berliner Delegation in Juschne an.