Basketball

Für Ex-Albatros Rödl zählt auch gegen Berlin nur ein Sieg

Berlins Basketballer sind nach einem verlorenen Spiel gegen Malaga nun in Trier gefordert. Dort erwartet sie ein ehemaliger Teamkamerad.

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Ein Teil von ihm ist für immer in der Hauptstadt geblieben. Sein Trikot mit der Nummer vier hängt bei Alba-Heimspielen für alle Zeiten unter dem Dach der O2 World. Aber alle Eigenschaften, die Henrik Rödl diese Ehre zuteil werden ließen, hat er mit nach Trier genommen. „Ich will gewinnen“, sagt er. Immer, auch jetzt als Coach an der Mosel und vor dem Spiel am Sonnabend (20 Uhr) gegen den Klub, dessen Herz und Motor er war, gegen Alba Berlin.

Schon als Spieler sei er immer „ungern nach Trier gefahren, weil es dort schwierig war zu gewinnen“, erinnert sich Rödl und sagt: „So ist es auch heute. Wir wissen natürlich, dass wir ein komplettes Spiel abliefern müssen, um Alba schlagen zu können. Aber genau das werden wir versuchen und alles geben.“

Sein Gegenüber am Sonnabend, Alba-Coach Sasa Obradovic, ist gut beraten, die Ankündigungen seines Freundes, mit dem er 1995 zusammen den Korac-Cup und 1997 Albas erste Meisterschaft gewann, für bare Münze zu nehmen. Denn während Alba die letzten vier Spiele – zwei in der Bundesliga, zwei in Europa – verlor, startete Trier mit 4:1 Siegen in die Saison und ist Tabellenvierter. Und Rödl hatte die ganze Woche Zeit, sein Team vorzubereiten. Alba hingegen verlor erst am Donnerstag sein Europaligaspiel in Malaga (62:67), reist mit schweren Beinen und Frust an. „Wir haben die Woche über gut trainiert, und die Stimmung hier ist nach unserem Start natürlich bestens“, sagt Rödl. Und: „Bei uns ist es schon laut, wenn 3000 Zuschauer in der Halle sind. Wenn Alba kommt, ist das hier das Spiel des Jahres. 5500, wenn nicht sogar 6000 werden zum Spiel kommen.“

„Alba ist nicht in der Krise“

Den vier Niederlagen in Serie, mit denen sein ehemaliger Klub anreist, misst er keine große Bedeutung bei. „Alba ist nicht in der Krise, die Mannschaft bestreitet derzeit nur ein anspruchsvolles Programm“, sagt Rödl, der als Spieler Jahr für Jahr ähnlich dicht gedrängte Termine herunterspielte. „Ich habe das Spiel in Malaga gesehen, Alba hat sehr gut gespielt und bissig verteidigt. Dann traf der Gegner am Ende zwei unglaubliche Dreier, und das war"s. Einer dieser Tage, wo es nicht hat sollen sein.“ Und für seine Mannschaft ein Muster ohne Wert.

Obradovic und Rödl fahren zwar nicht gemeinsam in den Urlaub, „aber wir haben regelmäßig Kontakt“, erzählt Triers Coach. Ob es zwischen beiden rund um das Spiel zu mehr als einem kurzen „Hallo“ kommt, „kann man nicht planen“. Auch wenn Obradovics Trikot nicht unter dem Berliner Hallendach hängt, eines ist sicher: Er verliert genauso ungern wie sein Freund in Trier. „In Malaga konnte ich keinen Sieg von meiner Mannschaft einfordern, in Trier aber sehr wohl“, gibt Albas Coach vor. „Das ist in dieser Woche für uns das wichtigere Spiel.“