Basketball

Sind drei Spielmacher für Alba Berlin einer zu viel?

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Sebastian Arlt

Foto: DPA

Avdalovic, Wood, Schaffartzik - das sind die Spielmacher der Berliner. Vor allem Avdalovic und Wood konkurrieren um die Position.

Sie hatten alle einen erholsamen Urlaub – und schwärmen noch davon. „Es waren zwar nur zehn Tage, aber es hat ausgereicht“, sagt Sasa Obradovic, der neue Cheftrainer von Alba Berlin.

Spielmacher Vule Avdalovic, den der Coach von seinem ehemaligen Klub aus Donezk gleich mitgebracht hat, strahlt. „Zwei Monate hatte ich Pause, so lange wie noch nie in meiner Karriere.“ Und sein Playmaker-Kollege DaShaun Wood, jetzt im zweiten Jahr beim Basketball-Europaligisten unter Vertrag, spricht von „great summer“.

Doch jetzt ist Schluss mit Ferien, seit Sonntag sind die Alba-Profis in der Stadt, morgen geht's für zweieinhalb Wochen ins Trainingslager. „Zusammenwachsen“, so Geschäftsführer Marco Baldi, solle die ziemlich runderneuerte Truppe im slowenischen Kranjska Gora. „Es wird hart werden“, befürchtet der 30-jährige Serbe Avdalovic nicht zu Unrecht.

Keine Privilegien mehr für Wood

Obradovic wird sehr viel verlangen: „Es ist definitiv nicht einfach mit mir“, hat er angekündigt. Wobei er sich einen Mann schon mal im Vorgriff via Interview vorgeknöpft hat: den US-Amerikaner Wood. „Er wird wahrscheinlich seine Probleme mit mir haben“, ließ er die Leser des Fachmagazins „Five“ wissen. „Von mir wird er gezwungen, defensiv einen besseren Job zu machen. Zudem muss er seine Gewohnheiten ändern.“

Wood war zusammen mit Ex-Coach Gordon Herbert 2011 aus Frankfurt gekommen und genoss etliche Privilegien. Der Kraftraum gehörte nicht zu seinen favorisierten Aufenthaltsorten. Das wird unter Obradovic nicht mehr funktionieren. Pikanterweise wiederholt sich dieselbe Geschichte nun nur mit anderen Protagonisten: Jetzt ist Avdalovic („Der Trainer war ein sehr wichtiger Grund für meinen Wechsel“) im Schlepptau von Obradovic nach Berlin gekommen.

Einer soll auf Flügel ausweichen

In Heiko Schaffartzik (er fehlt in Slowenien wegen der EM-Qualifikation der Nationalmannschaft) gibt es auch noch einen dritten Spielmacher. Der Plan ist, dass einer auch mal etwas auf den Flügel ausweicht und dann seine Wurfgefährlichkeit – befreit von Aufbauaufgaben – ausspielen kann. Aber sind drei Anführer nicht doch einer zu viel? Und: Avdalovic und Wood – kann das funktionieren?

„Natürlich“, sagt Avdalovic, „wir spielen ja miteinander, nicht gegeneinander.“ Wood gibt zwar zu, dass drei Spielmacher „für mich eine neue Situation sind“, er stehe jedoch „völlig offen“ dem gegenüber, was kommen wird. Im Sommer habe er einige Male mit Obradovic telefoniert. „Er war selbst ein sehr guter Spielmacher, er weiß, wovon er spricht, davon werde ich profitieren.“ Dass Herbert nicht mehr da sei, gehöre eben zum Profigeschäft. Es gelte vor allem: „Ziel ist der Teamerfolg. Ich werde alles dafür tun.“ Darin sind sich Avdalovic und Wood schon mal einig.

„Sasa lässt sehr viel rotieren, es wird jeder sehr viel spielen“, ist sich Sportdirektor Mithat Demirel sicher. „So sind wir gefährlicher“, stimmt Wood zu. Er habe während des Sommers viel über das frühe Play-off-Aus nachgedacht: „Es ist für mich Motivation, noch härter zu arbeiten.“