Basketball

Alba-Profi Allen könnte Deutscher werden

Der US-Spieler von Alba hat noch keinen Vertrag für die nächste Saison. Jetzt will er Nägel mit Köpfen machen.

Foto: Foto Huebner

Spätestens seit Donnerstagabend weiß Sasa Obradovic, dass ihm die Alba-Fans einen großen Vertrauensvorschuss geben. Der neue Trainer des Berliner Basketball-Bundesligisten war sozusagen der Stargast beim Stammtisch von 200 Alba-Anhängern zum Saisonende im „Blue Room“ des Pfefferbergs. Ein Ende, das für die Eingefleischten schockierend früh bereits nach dem Viertelfinale und einem 1:3 gegen Würzburg kam. Und was der Grund dafür ist, dass Obradovic jetzt den bisherigen Coach Gordon Herbert abgelöst hat.

In den Augen der Fans ist Obradovic auf alle Fälle eine gute Lösung, das zeigte sich in dem begeisterten Empfang, den sie dem ehemaligen Alba-Profi bereiteten. Zwischen 1994 und 1997 stand der Serbe in Berlin unter Vertrag, holte 1995 den Korac-Cuo und 1997 Meisterschaft und Pokal. „Ich will euch nichts versprechen“, sagte der 43-Jährige mit Blick auf etwaige Ergebnisse oder Titel. „Aber ich verspreche, dass wir in der kommenden Saison eine Mannschaft haben werden, die 40 Minuten lang alles gibt.“

Die Frage ist nun, wer alles im Team stehen wird, mit dem Obradovic seinen „aggressiven Stil“, wie er es nennt, spielen will. Dabei brachte der Abend, bei dem der Klub außer durch Obradovic auch durch Geschäftsführer Marco Baldi, Sportdirektor Mithat Demirel sowie die Profis Derrick Allen und Sven Schultze vertreten war, weitere Erkenntnisse.

Allen und Schultze haben noch keinen Vertrag in Berlin für die kommende Spielzeit. „Ich würde gerne bleiben“, erklärten beide unisono. Bisher besitzen Yassin Idbihi, Heiko Schaffartzik, Joey Ney und DaShaun Wood (Baldi: „Er bleibt“) einen Kontakt für 2012/2013. Beim Zweijahresvertrag von Center Torin Francis hat Alba jetzt nach einem Jahr die Option zur Kündigung gezogen. Damit, so Baldi, sei aber nicht ausgeschlossen, dass Francis erneut für Alba spielen wird. Man habe so aber eine „größere Handlungsfähigkeit“.

Demirel berichtete davon, dass man Flügelspieler Bryce Taylor gleich nach dem Ausscheiden im Play-off ein besser als vorher dotiertes Angebot unterbreitet habe. Der US-Amerikaner, den die Berliner Fans vor allem wegen seiner spektakulären Flugeinlagen bei Dunkings lieben und der das Gesicht der Klub-Kampagne „Mit Leib und Seele für Berlin“ ist, habe dieses Angebot allerdings abgelehnt. „Damit ist die Tür für ihn aber nicht endgültig zu“, betonte Demirel.

Was von Allen erst eher scherzhaft gemeint schien, ist hingegen gar nicht so aus der Welt. Da er seit acht Jahren in Deutschland lebe, könne er ja die deutsche Staatsangehörigkeit beantragen, meinte der 31-Jährige. Er hat eine deutsche Freundin, seine deutschen Sprachkenntnisse werden immer besser. Deutsche Spieler werden dringend gesucht, da von der kommenden Saison an sechs Einheimische im Zwölfer-Kader stehen müssen. Der Markt ist gewaltig in Bewegung.

Der US-Amerikaner Adam Hess (er hat allerdings deutsche Vorfahren und ist mit einer Deutschen verheiratet) von den Artland Dragons hat bereits einen deutschen Pass bekommen, Kandidaten könnten auch der Serbe Aleksandar Nadjfeji (München) und der Slowake Anton Gavel (Bamberg) sein.