Basketball

Für Trainer Sasa Obradovic wird Alba "ein harter Job“

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Theo Breiding

Foto: DPA

Als Spielmacher war Sasa Obradovic einst der Publikumsliebling in Berlin, jetzt will er beim Basketballklub ein neues Erfolgsteam aufbauen.

Morgenpost Online: Waren Sie überrascht, als das Telefon klingelte und Ihnen der Posten des Cheftrainers bei Alba angeboten wurde, Herr Obradovic?

Sasa Obradovic: Ich habe auf diesen Anruf gewartet und seit den Anfängen meiner Karriere als Coach auf diesen Moment hingearbeitet. Das Telefon hätte vielleicht auch schon früher mal klingeln können, aber dies und das sprachen dagegen. Jetzt glaube ich, ist es für den Verein und mich ein sehr guter Zeitpunkt, wieder gemeinsam in die Zukunft zu starten.

Morgenpost Online: Sie sind in Ihrem ersten Jahr als Trainer mit Köln Meister geworden und jetzt mit Donetsk in der Ukraine. Welche Entwicklung liegt dazwischen?

Sasa Obradovic: Mit Sicherheit eine lange, die mit einem stetigen Prozess des Reiferwerdens einhergeht. Jede Saison ist eine neue Erfahrung. Dieser Job ist extrem hart. Es gibt sehr viele gute Coaches. Aber wenn du verlierst, stehen die Chancen nicht gut, einen neuen Job zu bekommen. Ich bin jetzt sieben Jahre Coach und habe mich mit Sicherheit in den letzten beiden Jahren am meisten weiter entwickelt. Ich war in Donetsk allein verantwortlich. Wir hatten viele Spiele und jedes bringt wieder neue Erfahrungen. Man muss an das, was man tut, glauben und hart arbeiten. Und ich habe in Donetsk zwei Jahre lang wirklich nur das getan.

Morgenpost Online: Auf Sie wartet eine Menge Arbeit. Sie werden wohl ein neues Team aufbauen müssen. Mit DaShaun Wood, Torin Francis, Yassin Idbihi und Joey Ney haben derzeit nur vier Spieler Verträge, die möglicherweise auch noch Trennungsoptionen enthalten wie der Ihres Vorgängers Gordon Herbert. Wann werden Sie mit der Arbeit anfangen?

Sasa Obradovic: Sofort, und es wird ein harter Job. Ich denke, dass es einige Veränderungen geben muss. Aber es geht auch darum, sowohl eine Mannschaft zu bauen, in der die Chemie schnell stimmt, die aber auch die Basis für eine gewisse Kontinuität bildet. Aber genau das ist ja auch der Reiz und die Herausforderung. Der Beruf des Coaches ist einer, bei dem Kreativität gefragt ist. Mal sehen, was wir zustande bringen werden. Ich jedenfalls freue mich auf diese Aufgabe und werde mein Bestes geben.

Morgenpost Online: Gibt es vielleicht ein, zwei Spieler aus der Ukraine, die noch nicht in den Notizbüchern aller Spielervermittler stehen und die Alba eventuell helfen könnten?

Sasa Obradovic: Darüber denke ich jetzt noch nicht nach. Natürlich kenne ich die Liga hier gut, aber ich muss mir doch erst ein wirklich detailliertes Bild von dem machen, was ich bei Alba vorfinde, bevor ich anfange, mich zu fragen, wer mir vielleicht auf welcher Position helfen kann. Da kann man nicht den zweiten Schritt vor dem ersten machen.

Morgenpost Online: Seitdem Sie 2008 die Bundesliga verlassen haben, ist eine Menge passiert. Würzburg wirft Alba raus, Ulm steht im Finale. Haben Sie das alles in der Ukraine verfolgen können?

Sasa Obradovic: Es war nicht so einfach, andere Ligen zu verfolgen. Hier und da habe ich aber mal ein Spiel gesehen. Ich habe jetzt den ganzen Sommer Zeit, die Liga wieder besser kennen zu lernen. Davon hängt ja die Verpflichtung neuer Spieler ab. Ich weiß, dass sich die Bundesliga in Deutschland sehr gut entwickelt hat. Damit ist natürlich auch der Job bei Alba eine große Herausforderung. Aber die will ich annehmen und hart dafür arbeiten.

Morgenpost Online: Hatten Sie wie viele andere die ganzen Jahre über noch eine Wohnung in Berlin?

Sasa Obradovic: Nein, die habe ich in Köln, aber ich plane jetzt natürlich, Berlin zum Lebensmittelpunkt für meine Familie und mich zu machen. Aber in diesem Beruf ist das mit dem Planen so eine Sache, vor allem über längere Zeiträume. Aber als Privatperson wird Berlin bei mir immer eine Rolle spielen. Ich kenne die Stadt sehr gut.