Basketball

Alba besinnt sich mit Obradovic auf seine Wurzeln

Alba-Coach Herbert muss gehen. Jetzt wurde Sasa Obradovic als Trainer verpflichtet - bei den Berlinern durchaus kein Unbekannter.

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Es war dann wohl doch zu wenig, was Albas eigentlich hoch angesehene Coach Gordon Herbert aus der vergangenen Saison gemacht hatte. Er verpasste die Qualifikation für die Europaliga, das Top-4-Turnier des deutschen Pokals und scheiterte in der Meisterschaft im Viertelfinale gegen Aufsteiger Würzburg.

Herbert ist seit gestern nicht mehr der Trainer des Berliner Basketball-Bundesligisten. Der Kanadier wird durch einen alten Bekannten ersetzt. Sasa Obradovic kehrt zurück nach Berlin, er bekam einen Zweijahres-Vertrag.

„Wenn man weiß, wie wir dieses Jahr abgeschlossen haben, ist diese Entscheidung keine Überraschung“, sagt Geschäftsführer Marco Baldi, nach dem dritten Trainerwechsel – Muli Katzurin kam für Luka Pavicevic, Gordon Herbert für Katzurin – in den letzten anderthalb Jahren.

Dass die Wahl auf den Mann viel, dessen Markenzeichen in seiner Endphase als Spieler der kahlrasierte Schädel umkränzt von einem weißen Stirnband war, verwundert nicht. Denn der Name Obradovic hat im europäischen Basketball, aber auch gerade bei Alba einen guten Klang. Er war der Spielmacher der Mannschaft, mit der die Berliner 1995 als erste deutsche Mannschaft überhaupt einen Europapokal, den Korac-Cup, gewannen.

"Ein Anruf von Alba verändert alles"

Selbstverständlich war der mittlerweile 43-jährige Serbe als Spieler jugoslawischer Meister (1993, 1994, 2001), mit Jugoslawien dreimal Europa- (1995, 1997, 2001) und einmal Weltmeister (1998). Er gewann bei den Olympischen Spielen in Atlanta 1996 Silber und in Deutschland mit Köln 2004 und 2005 den deutschen Pokal.

Nach dem Ende seiner Spielerkarriere wurde Obradovic als Trainer mit Köln (im Finale gegen Alba) auf Anhieb Deutscher Meister (2006) und holte 2007 mit dem Pokal den zweiten Titel. Als die Kölner insolvent den Betrieb einstellten, zog es den ehemaligen Weltklasse-Spielmacher nach Osten. Erst nach Kiew in die Ukraine, dann ins polnische Zgorzelec und zu BK Donezk, dem Klub, den er gerade zur ukrainischen Meisterschaft führte.

„Ich hatte in Donetsk eine sehr gute Situation, die ich nicht so ohne weiteres aufgegeben hätte. Aber ein Anruf von Alba verändert alles“, sagt Obradovic. „Ich freue mich riesig, zurück zu meiner Vergangenheit zu kommen. Ich liebe diesen Club, die Fans und die Stadt.“

Und diese drei lieben den Erfolg, der sich in zuletzt nicht einstellen wollte. „Wir haben alles sorgfältig betrachtet“, sagt Baldi, „und es bleibt dabei, dass wir nicht konstant alles aus unseren Möglichkeiten gemacht haben. Wir sind der Meinung, dass wir mit Obradovic weiterkommen.“