Basketball

Alba Berlin übersteht Würzburger Wespenschwarm

Alba Berlin hat in der Bundesliga den achten Sieg in Folge erreicht. Die Hauptstädter gewannen am Mittwoch das Topspiel gegen Würzburg.

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Die Basketballprofis von Alba Berlin strahlten und winkten den jubelnden Fans zu. Aber ihre Schritte waren langsam, die meisten humpelten in Richtung Kabine. Es war kein Spiel, sondern ein Kampf. Ein Kampf gegen die Baskets Würzburg, den die Berliner am Ende mit 81:73 (40:32) gewannen. Es war der achte Sieg in der Bundesliga in Serie für die Berliner, die als Dritte nach wie vor Platz zwei vor dem Play-off im Blick haben. „Es war das harte Spiel, das wir erwartet haben“, meinte Bryce Taylor. „Aber wir haben bis zum Ende gekämpft und nie aufgegeben.“

Jeder wusste, was passieren würde – und trotzdem schien es niemand verhindern zu können. Unter diesem Motto begann für Alba das Spiel: Es war klar, dass die Würzburger sehr, sehr aggressiv, an der Grenze der Legalität (und auch darüber) verteidigen würden. Jeder Berliner hatte vor 9477 Zuschauern in der O2 World kaum Zeit, um den Ball zu kontrollieren. „Wie ein Wespenschwarm“ (Alba-Geschäftsführer Marco Baldi) stürzten sich die Würzburger auf ihre Gegenspieler. Schnell stand es 2:10 – und die Berliner wirkten ratlos. Immer wieder holten sich die Gäste Offensiv-Rebounds (neun bis zur Pause, insgesamt 18) und hatten so eine zweite Chance zum Korbwurf. Würzburgs Trainer John Patrick wechselte laufend, um die Foulbelastung bei seinem Team gleichmäßig verteilen zu können.

In den ersten 13 Minuten war es bei Alba lediglich der überragende Center Yassin Idbihi (20 Punkte), der richtige Lösungen gegen das Bollwerk fand: Er warf den Ball immer wieder aus der Halbdistanz in den Korb. Er war es auch, der zum 25:25 vollendete. Ein Wurf wie ein Signal. Jetzt nahmen die Berliner endgültig den verbissenen Kampf an. Schönes Spiel war kaum zu sehen, jeder Korb nur mit äußerster Kraftanstrengung zu erzielen. Langsam holten sich die Berliner bei den Rebounds ein leichtes Übergewicht, der starke Taylor (20) sowie Marko Simonovic (11) trafen Dreier. Taylor schloss einen 9:0-Lauf der Berliner zur 40:32-Pausenführung ab.

Technisches Foul gegen Wood

Die Würzburger ließen sich nicht abschütteln. Da nutzte den Berlinern auch eine Zehn-Punkte-Führung (53:43/25. Minute) nichts. Die Berliner hatten dabei auch von einem Technischen Foul gegen den Würzburger Ricky Harris wegen „Schwalbe“ profitiert, das Alba vier Zähler einbrachte. Aber das Team machte Fehler, zehn Minuten vor dem Ende war der Vorsprung auf 57:55 zusammengeschmolzen.

So ging es weiter: Alba legte vor, wie durch einen Dreier des von Heiko Schaffartzik (65:57), aber der starke Aufsteiger setzte sich gegen die nicht konsequent genug zupackende Alba-Defense durch, konterte immer wieder (70:68/37.). Die Fans tobten, als Simonovic 2:15 Minuten vor Schluss mit einem Dreier zum 76:68 traf. Doch es blieb spannend. DaShaun Wood (11) bekam ein Technisches Foul nach einem Disput mit dem ständig provozierenden Würzburger Jason Boone zugeschrieben. 26 Sekunden vor Ende 78:73. Aber Taylor beseitigte alle Zweifel und sagte zu Recht: „Bis zum Play-off müssen wir uns noch steigern.“