Basketball

Alba muss gegen Wespenschwarm aus Würzburg ran

Im Hinspiel hatten die Hauptstädter gegen Würzburg mit 65:84 das Nachsehen. Das soll diesmal anders laufen.

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Im Kopfkino laufen beim Gedanken an einen Wespenschwarm keine guten Bilder. Reizt man die Tierchen, drohen Stich und Schmerz. Die Basketballer von Alba Berlin werden sich am Mittwoch aber einem „ausschwärmenden Wespenschwarm“ stellen müssen. So jedenfalls charakterisiert Marco Baldi den Verteidigungsstil der Baskets aus Würzburg, die um 20 Uhr in der O2 World am Ostbahnhof zu Gast sein werden.

Die aggressive Abwehrarbeit der Frankfurter am vergangenen Sonnabend, die Alba erst in der Verlängerung mit 70:66 niederringen konnte, sei schon heftig gewesen, fand Albas Geschäftsführer, „gegen Würzburg wird das aber noch einen Zacken schärfer.“ Baldi spricht aus Erfahrung, denn sein Team verlor das Hinspiel am 2. Januar mit 65:84. „Mit Würzburg haben wir noch was offen, das war da nicht schön.“

Der Wespenschwarm aus Franken ist das Team in der Liga, das die meisten Ballverluste erzwingt. Was nicht gerade besonders gut zu den Berlinern passt, denn nur drei Mannschaften in der BBL verloren bislang noch öfter den Ball als Alba. In Würzburg ließ sich das Team von Gordon Herbert 19 Mal den Ball klauen, von den Frankfurtern zuletzt 17 Mal. So verwundert es auch nicht, dass Albas Coach von seinen Spielern heute zuallererst verlangt, „auf den Ball aufzupassen.“ Herbert spricht mit großem Respekt von seinem Würzburger Kollegen John Patrick, der mit seiner aggressiven Verteidigungs-Philosophie zuvor in Göttingen sehr erfolgreich war und derzeit mit den Franken, die erst im vergangenen Sommer in die BBL aufgestiegen waren, Platz fünf belegt. Patricks Markenzeichen: Er wechselt seine Akteure häufig ein und gleich wieder aus, seine Teams haben immer wieder ein anderes Gesicht. „Da muss man untereinander sehr gut kommunizieren“, weiß Herbert. „Sich permanent besprechen, wer wen deckt. Die Mannschaften von John setzen den Helm auf und gehen zu Arbeit, bildlich gesprochen. Wir müssen es mit ihrer Intensität aufnehmen. Im Hinspiel haben wir uns einschüchtern lassen.“

Mit der Intensität hatte Herberts Team auch in jüngerer Vergangenheit, trotz der Serie von sieben Bundesliga-Siegen in Folge, Probleme, was auch gestern und vorgestern ausführlichst analysiert und besprochen wurde. Denn auch „gegen Frankfurt hat die Intensität im dritten Viertel nachgelassen“, erklärt Spielmacher Heiko Schaffartzik. „Als die Skyliners in der Verteidigung zugelegt haben, haben wir nicht mehr so aggressiv angegriffen, keiner sprintet mehr von A nach B sondern wird gemächlicher. Genau dadurch entstehen dann die Ballverluste“ und die leichten Körbe aus Schnellangriffen für die Gegner, wie Coach Herbert erklärt. Genau das sei das Spiel des Wespenschwarms aus Franken. Der sticht nur, wenn man ihm kein geordnetes Spiel aufzwingt. Alba weiß also, was zu tun ist.