Basketball-Bundesliga

Albas Siegesserie reißt in Quakenbrück

Alba Berlin hat den zehnten Bundesliga-Sieg in Folge verpasst. Bei den Artland Dragons in Quakenbrück kassierten die Hauptstädter eine 89:97-Niederlage. Dabei hatten die Albatrosse zwischenzeitlich deutlich geführt.

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Seit neun Spielen hatten sie in der Bundesliga nicht mehr verloren. Ein zehnter Sieg kam nicht mehr hinzu. Die Basketballer von Alba Berlin verloren am Dienstag bei den Artland Dragons in Quakenbrück 89:97 (50:48), weil sie in längst überwunden geglaubte Schwächen zurückfielen und im zweiten Viertel eine 16-Punkte-Führung verspielten. Durch die dritte Saisonniederlage muss Alba die Tabellenspitze Bamberg überlassen. Die Franken gewannen in Trier 75:70 nach Verlängerung.

Die Berliner machten zu Beginn da weiter, wo sie zuletzt gegen Ulm (89:58) aufgehört hatten; dem Spiel, in dem sie erstmals in dieser Saison Tabellenplatz eins erobert hatten. Und auch die Gastgeber hielten munter dagegen. Albas DaShaun Wood eröffnete die Partie im ersten Berliner Angriff mit einem Dreipunktewurf. Sein Quakenbrücker Spielmacher-Kollege und Jugendfreund, David Holston, der nur 1,70 Meter misst, aber mit einem Schnitt von 18,2 Punkten pro Spiel als zweitbester Werfer der Liga in dieses Spiel gegangen war, glich mit einem Dreier seinerseits aus. Woods traf gleich noch mal aus der Ferne zum 8:8, dann mischten sich vermehrt andere in das Duell der Spielmacher ein. Durch Kyle Weaver und Bryce Taylor setzte sich Alba erstmals ab (13:8/4.), Derrick Allen sorgte in der Folge dafür, dass der Vorsprung nicht wieder dahin schmolz. Nach einem Korbleger von Center Torin Francis zum 24:14 führten die Berliner in der „Drachen-Hölle“ erstmals zweistellig. Alba behielt das Heft danach weiter in der Hand, Heiko Schaffartzik erhöhte aus der Distanz auf 31:17 (10.), Weaver dann sogar auf 37:21 (13).

Der Vorsprung schmilzt und schmilzt

Klare Führungen waren dem Team von Gordon Herbert in dieser Saison nicht immer gut bekommen, obwohl sie zuletzt besser darin geworden waren, das Spiel dann auch weiter zu dominieren. In Quakenbrück verfiel Alba aber wieder in alte Zeiten. Nicht nur der kleine Holston, der zur Halbzeit schon 15 Punkte auf dem Konto hatte und am Ende mit 25 Zählern Topscorer der Partie war, machte den Berlinern jetzt zu schaffen, sondern auch ein alter Bekannter, Guido Grünheid. Der Forward, einstmals in Albas Diensten, war mit seinen 2,08 Meter jetzt in der Nahdistanz nicht zu stoppen. Nur drei Minuten nach der 16-Punkte-Führung hieß es durch Holston nur noch 44:35. Nach Woods 48:37 (17.) ging bei den Berlinern gar nichts mehr. Sie mussten einen 0:11-Lauf der Gastgeber hinnehmen – es stand unentschieden 48:48. Dank Allen ging Alba dann doch noch mit einer Mini-Führung (50:48) in die Halbzeit.

Bislang hatten die Berliner immer im dritten Viertel ihren Durchhänger gehabt, und ihnen wird klar gewesen sein, dass sie sich in diesem Spiel eine weitere Krise nicht mehr leisten durften. Sie hatten die Dragons selbst wieder ins Spiel zurückgeholt – was ihnen auch zu Beginn des zweiten Durchgangs umgehend vorgeführt wurde. Nach drei schnellen Dreiern von Holston, Thomas Brandon und Bryan Bailey geriet jetzt Alba mehr und mehr in Rückstand, als Artlands Nathan Peavy traf, stand es 56:66 (25.). Noch waren 15 Minuten zu spielen, Zeit genug, um den Schaden zu reparieren. Alba gelang allerdings nur, nicht noch weiter ins Hintertreffen zu geraten. Wood traf nicht, Schaffartzik auch nicht, dafür aber wieder mal Allen, der am Ende auf 18 Punkte kam – 66:74 nach dem dritten Viertel.

Es blieb beim Hinterherlaufen

Alba packte es nicht mehr, die Partie zu drehen, was einerseits an den Gastgebern lag, die 53 Prozent ihrer Distanzwürfe trafen (Alba: 40%). Zum anderen schwächelten die Berliner an der Freiwurflinie, trafen nur neun von 16 Versuchen, für ein Profi-Team ein blamabler Wert. Das Spiel war verloren, die Tabellenführung dahin.

„Mir ist es nicht so wichtig, wo wir jetzt stehen“, hatte Alba-Coach Herbert nach der Eroberung der Tabellenspitze am Tag vor Weihnachten gesagt. „Für mich zählt, wo wir hinwollen. Ich habe eine Vorstellung davon, wie das Team am Ende der Saison spielen soll und sehe uns dabei zwar auf einem guten Weg, aber noch lange nicht am Ziel.“

Nach den zuletzt so überzeugenden Spielen ist Herberts Team in Quakenbrück von dem guten Weg wieder ein Stück weit abgekommen. Eine erneute Richtungskorrektur ist aber noch in 2011 möglich. Am Freitag (18.30 Uhr) empfängt Alba im letzten Spiel des Jahres die Baskets aus Bonn in der O2 World.