Eurocup

Albas Bank erzielt die meisten Punkte

Im letzten Vorrundenspiel gegen Buducnost kamen die Berliner Basketballer anfangs nur schwer ins Spiel. Den Sieg brachten dann vor allem Spieler, die eigentlich nicht zu Albas Topscorern zählen.

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Die schlechte Nachricht war, dass das Basketballteam von Alba Berlin sein Hotel in Podgorica am Mittwoch bereits um fünf Uhr morgens verlassen musste, um gegen 10 Uhr in Berlin zu sein. Die gute Nachricht: Die Mannschaft bekam von Trainer Gordon Herbert für den Rest des Tages frei, erst Donnerstag um 11 Uhr trifft man sich – entsprechend kurz ist die Vorbereitungszeit auf das Bundesliga-Topspiel am Freitag (O2 World, 19 Uhr). Dann trifft Alba (Dritter) auf das Überraschungsteam aus Ulm (Zweiter), mit einem Sieg könnten die Berliner erstmals in dieser Saison die Bundsliga-Spitze einnehmen, vor den punktgleichen Bambergern.

Platz eins in der Vorrundengruppe des Eurocups wurde bereits am Dienstagabend endgültig durch das 72:57 bei Buducnost Podgorica erreicht . „Wir wollten das Spiel gewinnen und Erster der Gruppe werden – das haben wir geschafft“, lautete die Bilanz von Sportdirektor Mithat Demirel. Zwar klappte gegen den montenegrinischen Meister nicht alles – der Anfang war etwas zäh, im zweiten Viertel folgte einer 22:2-Serie ein 2:16 –, aber für die Berliner Verantwortlichen blieb vor allem die erfreuliche Erkenntnis, dass die Besetzung des Kaders in dieser Saison sehr ausgeglichen ist. Das hat sich in dieser Spielzeit schon mehrere Male darin gezeigt, dass sich viele unterschiedliche Spieler als Topscorer hervortaten.

In Podgorica gab es jedoch eine Konstellation mit größtem Seltenheitswert: Man dürfte lange in den Alba-Statistiken nachschauen müssen, um eine Partie zu finden, in der die fünf Profis der Startformation lediglich etwa ein Drittel der Punkte erzielt haben. Gegen Buducnost waren es 23 von 72, es wurden also 49 Zähler von Bank-Spielern erzielt. Allen voran von Center Yassin Idbihi (21) und Marko Simonovic (14). „Wir haben schlecht begonnen, aber die Bank war wirklich gut“, lobte auch Herbert.

13 Siege in 14 Spielen

Ausgeglichenheit als Trumpf. „Das ist eine Stärke von uns“, sagt Demirel. Es gelänge immer wieder, die Leute zu finden, „die einen guten Tag haben und treffen“. Es könne schließlich niemand erwarten, dass beispielsweise Topscorer und Spielmacher DaShaun Wood „im jedem Spiel 20 Punkte oder mehr macht“. In Podgorica gelangen ihm nur vier Zähler, doch er steuerte sechs Assists bei und „hat den Ton angegeben“ (Demirel). Schon lange war Alba nicht mehr so selbstbewusst wie momentan. Kein Wunder: Von den letzten 14 Spielen in der Liga und in Europa wurden 13 gewonnen.