Sieg gegen Buducnost

Alba nimmt Liga-Schwung mit in den Eurocup

Alba Berlin hat zwei Tage nach dem umjubelten Sieg gegen Meister und Erzrivale Brose Baskets Bamberg in der Basketball-Bundesliga auch im Eurocup ein Ausrufezeichen gesetzt. Das Team gewann in der O2 World gegen Buducnost Podgorica.

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Nach dem Highlight gegen Meister Bamberg stand Alba nach nur 49 Stunden bereits wieder auf dem Parkett - und schaffte ein klares 86:68 (39:32) gegen Buducnost Podgorica.

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Zwei Spiele, zwei Siege – für das Basketballteam von Alba Berlin läuft es im Eurocup bisher absolut nach Wunsch. Entsprechend fröhlich verließen die Berliner Basketballprofis das Parkett der O2 World. Spielmacher DaShaun Wood freute sich: „Jetzt haben wir eine gute Ausgangsposition.“ Dem Auftakterfolg in Mons (Belgien) ließen die Berliner am Dienstag ein am Ende klares 86:68 (39:32) gegen Buducnost Podgorica folgen.

Es war natürlich die Frage gewesen, wie Alba das Highlight gegen Meister Bamberg verkraftet hatte. Nur 49 Stunden nach dem 87:81 standen die Berliner schon wieder auf dem Parkett. Lediglich eine Trainingseinheit hatte es gegeben, um sich auf Podgorica vorzubereiten. Alba-Coach Gordon Herbert hatte so seine Befürchtungen gehabt: „Das ist jetzt besonders schwer. Nach einem so emotionalen Spiel wie gegen Bamberg ist es für uns physisch, aber vor allem psychisch, eine ganz große Herausforderung.“

Es galt, den Schwung mitzunehmen vom großen Sieg gegen Bamberg. Aber würde Alba die Sache mit der richtigen Einstellung angehen? Eine Viertelstunde lang mussten sich die Berliner Fans keine Sorgen machen. Ihre Mannschaft wirkte konzentriert, während die Gäste erst einmal gar nicht zurechtkamen. An der Kulisse dürfte es eigentlich nicht gelegen haben, denn waren gegen Bamberg noch 14.500 Besucher in der Arena gewesen, waren es Dienstagabend lediglich 7085 (Minusrekord in der O2 World für Spiele im Europapokal). Auch von der Stimmung her konnte man die beiden Partien nicht vergleichen.

Nach 15 Minuten lag Alba mit 31:18 in Front. Zwar „verlegten“ die Berliner einige leichte Würfe, aber negative Auswirkungen hatte diese Schwäche nicht. Zu klar war in dieser Anfangsphase die Berliner Überlegenheit. Coach Herbert wechselte viel. Früh war auch Marko Simonovic auf dem Parkett. Für den 25 Jahre alten Flügelspieler war es ein besonderer Abend. Denn bevor er im vergangenen Sommer nach Berlin gewechselt war, hatte er drei Jahre lang beim fünfmaligen montenegrinischen Meister unter Vertrag gestanden. „Ich habe mich natürlich gefreut, viele Bekannte zu sehen, es war schon sehr emotional für mich“, sagte er. Und: „Es war vielleicht mein bisher bestes Spiel für Alba.“ Simonovic, der mit 14 Punkten eine starke Leistung zeigte, hatte Herbert vorher auch einige Tipps geben können.

Er hatte dabei besonders vor Center Nikola Vucevic gewarnt. Der 22-Jährige, 2,13 Meter groß, gilt als eines der größten Center-Talente in Europa. Wenn in der NBA nicht gerade der Spielbetrieb zwangsweise ruhen würde, wäre er für die Philadelphia 76ers im Einsatz. Die haben sich nämlich beim Auswahlverfahren (Draft) im Sommer die Rechte an ihm gesichert. Jetzt überbrückt Vucevic die Zeit bei Buducnost. Er steht allerdings unter dauernder NBA-Beobachtung. Am Dienstag saß ein Scout der Charlotte Bobcats auf der Tribüne. Doch Vucevic benötigte lange Zeit, um ins Spiel zu kommen, was auch an der Alba-Verteidigung lag. Erst nach 17 Minuten gelangen ihm seine ersten Punkte (am Ende waren es neun). Er war beteiligt an der Aufholjagd der Montenegriner, die bis auf 30:31 herankamen. Alba hatte eine 0:12-Serie hingelegt.

In wenigen Minuten hatten die Berliner den schönen Vorsprung verspielt. Wieder einmal hatte das Team einen „Hänger“. Nichts ging mehr in der Offensive, in der Deckung waren die Berliner nicht konsequent genug. Vorbei war die Souveränität der ersten Viertelstunde. Derrick Allen, gegen Bamberg noch mit 20 Punkten bester Werfer, gelang gar nichts (0 Punkte). Es war dem überragenden Spielmacher DaShaun Wood (bester Werfer mit 23 Punkten) zu verdanken, dass sich das Team wieder etwas fand, er sorgte mit zwei Dreiern für den 39:32-Pausenstand.

Das Auf und Ab bei Alba ging weiter: 41:32 – 46:43 – 53:44 durch einen Dreier von Heiko Schaffartzik (27. Minute) – 55:49 – und 60:51 durch den guten Torin Francis (15) nach dem dritten Viertel. Die Berliner rissen sich noch einmal zusammen. Spielerischer Glanz war zwar nur selten zu sehen, aber der unbedingte Siegeswille war da. Gut drei Minuten vor Ende gelang Bryce Taylor mit einem Dreier das 76:62 – das Spiel war entschieden. Der Rest war Schaulaufen, das aber den Zuschauern noch viel Spaß bereitete.

Am kommenden Sonnabend wartet gleich die nächste Herausforderung auf Alba. Die Berliner müssen beim Aufsteiger Bayern München antreten. Die Münchner, die eine Wildcard für den Eurocup bekommen haben, waren am Dienstag auch international im Einsatz. Bei Cedevita Zagreb (dort ist Alba-Legende Matej Mamic Sportdirektor) unterlagen sie allerdings mit 64:70.