87:81-Sieg

Alba gelingt die Revanche gegen Bamberg

Alba Berlin hat in der Basketball-Bundesliga für eine Überraschung gesorgt und den bislang ungeschlagenen Meister und Tabellenführer Brose Baskets Bamberg mit 87:81 (41:48) besiegt.

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DaShaun Wood reckte die rechte Faust in Richtung Publikum, Kyle Weaver hüpfte wie ein Flummi. Die Basketballprofis von Alba Berlin herzten sich und winkten immer wieder ins Publikum. Die Ehrenrunde, das Abklatschen mit den Fans, wurde zu einem Triumphmarsch. Zumindest die Berliner Zuschauer waren völlig aus dem Häuschen.

Was kann es denn auch Schöneres geben als einen Sieg gegen die Brose Baskets Bamberg? Die Mannschaft, die seit zwei Jahren in Deutschland top ist, zweimal Pokal und zweimal Meisterschaft gewann. Doch am Sonntag waren es die Berliner, die jubeln durften. 87:81 (41:48) hatten sie gewonnen in einem Spiel, das von der Intensität und den Emotionen her auch eine Finalpartie hätte sein können. Alba gegen den Erzrivalen aus dem Fränkischen – das ist eben etwas ganz Besonderes.

„Das ist aber nur eine Etappe auf dem Weg“, meinte ein überglücklicher Yassin Idbihi (12 Punkte). Ein Weg, an dessen Ende diesmal die Meisterschaft stehen kann. Es zeigte sich vor 14.500 Zuschauern in der ausverkauften O2 World, was in diesem Alba-Team steckt. Genau 155 Tage war es her, dass Alba im fünften Finalspiel der vergangenen Saison knapp unterlegen war. Zumindest eine kleine Revanche ist nun geglückt.

Es war die erste Niederlage in der Bundesliga für die Bamberger in dieser Saison. Dabei hatte es lange nicht danach ausgesehen, weil Alba bis sechs Minuten vor Ende einem Rückstand hinterherlaufen musste, „aber dann haben wir das Letzte rausgeholt“, wie es Alba-Geschäftsführer Marco Baldi ausdrückte.

Hitzige Atmosphäre

Noch nie hatte es im Vorfeld des Klassikers so ein Ballyhoo gegeben. Giftpfeile waren hin- und hergeflogen. Unter den etwa 700 Bamberger Anhängern waren viele, die sich ein rotes T-Shirt mit dem Aufdruck „51“ übergestreift hatten, in Erinnerung an das denkwürdige 103:52 der Franken gegen die Berliner am 18. Dezember 2010. Sponsor Alba Group hatte zu einem Sprüche-Wettbewerb aufgerufen, nach dem Motto: „Bei Alba in Berlin…“ Alba-Fans schwenkten Schriftbänder mit Sätzen wie „…fährt man keinen Traktor, sondern wartet auf die S-Bahn“ oder „…kommt Gras nur in die Tüte“. Der Bamberger Konter per Plakat: „Ich bin stolz, ein Bauer zu sein.“

Die Halle bebte, als kurz vor Beginn das Video gezeigt wurde, in dem Spielmacher Heiko Schaffartzik seine Abneigung gegen Bamberg („…weil ich die einfach nicht mag!“) formuliert. Der Spruch zierte auch viele Plakate im Alba-Block. Die Bamberger hatten als Antwort: „Heiko…wer?“ Schaffartzik erzielte übrigens 11 Punkte.

Von Beginn an ließen sich die Bamberger von der hitzigen Atmosphäre in der Halle nicht anstecken, die Baskets (in der Europaliga hatten sie gerade erst Champion Athen geschlagen) spielten kühl und überlegt. Bis auf elf Punkte (29:40/16. Minute) wuchs der Berliner Rückstand an. In dieser Phase erzielte der ehemalige Alba-Profi Julius Jenkins, von den Fans mit donnerndem Applaus empfangen, innerhalb von fünf Minuten elf Punkte. Später tauchte er vollkommen ab.

Bei Alba war zu wenig Bewegung im Spiel, nur Derrick Allen (20 Punkte) und DaShaun Wood (17) hielten mit ihren Punkten Berlin einigermaßen im Spiel, beim Wechsel hieß es 41:48. Nach 24 Minuten sogar 46:58.

„Aber wir haben nie aufgegeben“, lobte Albas Trainer Gordon Herbert. Spielerische Defizite wurden durch großen Kampf wettgemacht, Fehler wurden vermieden, Rebounds gesichert. „Mit großem Herzen“, so Wood, habe man gespielt. Ein Aufbäumen, das Erfolg zeitigte. Auf einmal war Bamberg irritiert. Predrag Suput kassierte wegen Meckerns ein unsportliches Foul (26.). „Das war der Knackpunkt“, fand Baskets-Coach Chris Fleming. „Danach haben wir die Disziplin verloren.“ Eine schier unglaubliche 18:2-Serie im letzten Viertel brachte Alba mit 82:75 (37.) in Führung. Und das ließen sich die Berliner nicht mehr nehmen. „Wir haben aus der Vergangenheit gelernt“, bilanzierte Wood. „Man muss 40 Minuten lang kämpfen.“