Basketball-Bundesliga

Alba Berlin nimmt Bamberger Provokation gern an

Meister und Pokalsieger Bamberg hat sich über das schwache Niveau in der Bundesliga beschwert: Die Gegner seien keine gute Vorbereitung für die Euroleague. Bei Alba Berlin freuen sich deshalb schon jetzt alle auf das Duell am 20. November.

Foto: Bongarts/Getty Images

Ob das nun eine bewusste Spitze war oder vielleicht nur eine unbedachte Äußerung, sei dahingestellt. Auf alle Fälle hat Wolfgang Heyder, der Geschäftsführer des deutschen Basketball-Meisters Brose Baskets Bamberg, für ein entsprechendes Echo gesorgt. „Wir bräuchten in der Liga dringend bessere Gegner, um uns für die Euroleague einzuspielen“, wird Heyder in der „AZ“ zitiert. Hintergrund ist, dass die Franken beklagen, es in Hinblick auf Partien in der europäischen Beletage national zu leicht zu haben.

Am Sonnabend hatten die Bamberger, Meister und Pokalsieger der vergangenen zwei Jahre, gegen Frankfurt mit 34 Punkten Unterschied gewonnen. Die Überlegenheit des ungeschlagenen Tabellenführers nach sechs Spielen ist groß: Nur einmal, gegen Ulm, ging es bisher knapp aus (64:59), bei den anderen Erfolgen betrug die Differenz zwischen 24 und 44 Punkten. In der Europaliga haben die Bamberger bisher zwei von drei Partien verloren. „Es ist für meine Spieler äußerst schwierig, sich innerhalb von wenigen Tagen umzustellen und einen konstanten Rhythmus zu finden, wenn man nicht permanent gefordert wird“, sagte Cheftrainer Chris Fleming gegenüber der Zeitung.

Nun muss sich den Schuh niemand unbedingt anziehen, aber dass besagte Äußerungen bei den Konkurrenten und deren Fans nicht gerade wohlwollend aufgenommen werden, ist klar. Eine bessere Motivation als die Aussagen aus dem Frankenland kann es für die anderen Klubs kaum geben. Und das gerade jetzt, wo die Bamberger am kommenden Wochenende zum Tabellenzweiten Bonn müssen. Eine Woche später hat Bamberg dann bei Alba Berlin anzutreten, das sich im Vorjahresfinale erst im fünften Spiel ganz knapp geschlagen gab und selbst gerade in Topform zu sein scheint.

Duell in Berlin am 20. November 2011

„Für die Fans ist das eine unglaubliche Vorlage“, sagt Marco Baldi, der Geschäftsführer von Alba. Inhaltlich seien die Bamberger Aussagen „totaler Humbug“. Schließlich „bringt es eher etwas, wenn man einen Spielrhythmus aufbauen kann“. Leichte Bundesligaspiele seien alles andere als kontraproduktiv. Baldi verweist auf europäische Topteams wie Panathinaikos Athen und Olympiakos Piräus, die ja auch nicht unter dem Ungleichgewicht in ihrer Liga leiden würden. „Was sollen die sagen…?“ Als Begründung für die knappe Bamberger Niederlage vor einer Woche in eigener Halle gegen Malaga könne das alles jedenfalls nicht herhalten.

Von „höchster Rivalität“ spricht Baldi mit Blick auf das Aufeinandertreffen von Berlin und Bamberg am Sonntag, 20. November, um 17 Uhr in der O2 World. Nicht erst in der Finalserie waren Giftpfeile hin und hergeflogen. Vor dieser Saison hatte Baldi dann von einem Bamberger Spieler-etat berichtet, der „50 Prozent“ über dem der Berliner läge. Heyder sprach von einer „Märchenstunde“, die sein Geschäftsführer-Kollege da abhalte.

Die Profis von Alba brauchen allerdings kaum eine Zusatzmotivation. Spielmacher Heiko Schaffartzik ist heiß auf die Endspiel-Revanche: „Das ist noch in den Köpfen, wie wir da verloren haben.“ Vielleicht wird ja Bamberg dann endlich richtig gefordert.