Sieg gegen Frankfurt

Alba dominiert beim Rendezvous der Ehemaligen

Mit einem klaren Sieg haben die Basketballer von Alba das wegweisende Duell gegen die Frankfurt Skyliners für sich entschieden. Bester Berliner Werfer war der Ex-Frankfurter DaShaun Wood mit 21 Punkten.

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Ein Sieg, bei dem sie am Ende nicht hätten zittern müssen, hätte gereicht, um das Selbstvertrauen der Basketballer von Alba Berlin zu stärken. Es ist mehr geworden, deutlich mehr sogar. Die Berliner schlugen, besser: demütigten am Sonnabend die Skyliners Frankfurt in eigener Halle 83:57 (49:26). Beachtlich, wenn man sich erinnert, dass sie in Bremerhaven und Hagen zwei der ersten drei Auswärtsspiele trotz klarer Führungen aufgrund unkonstanter Leistungen verloren hatte.

Noch sei sein Team auf der Suche nach einer Identität, hatte Alba-Trainer Gordon Herbert vor dem Rendezvous der Ehemaligen gesagt. Nicht nur er war ja von den Skyliners nach Berlin gekommen, sondern auch Spielmacher DaShaun Wood und zuvor Forward Derrick Allen. Ihnen standen Coach Muli Katzurin und Johannes Herber gegenüber, die einstmals in Diensten der Berliner waren. All das seien auch ganz besondere Umstände, aber wenn die Partie erst mal im Gange ist, sei es ein ganz normales Auswärtsspiel. Eines, gab Herbert vor, „in dem wir unseren Weg finden müssen“.

Herbert definiert eine mannschaftliche Identität über Gewohnheiten. Verteidigung, Rebound, Aggressivität, aber auch Leidenschaft und Spielwitz. Nimmt man das Spiel in Frankfurt, ist Alba nach dem wackligen Saisonstart auf der Suche nach einer Identität ein gutes Stück vorangekommen. Die Mannschaft gewann das Rebound-Duell 33:31, erzwang 18 Frankfurter Ballverluste, leistete sich selbst nur sieben. Wie gut ein Team zusammen spielt, drückt sich auch in der Anzahl der Assists, der entscheidenden Pässe aus – diesen Vergleich gewann Alba in der ersten Halbzeit schon 17:11.

Hier und da kann es sein, dass eine Mannschaft, die in der Statistik glänzt, große Probleme hat, diese Überlegenheit auf der Anzeigetafel sichtbar zu machen. Für die Berliner war das gestern kein Thema – sie spielten die Skyliners auch ohne Bryce Taylor, der wegen seiner Schulterverletzung nur zusah, in eigener Halle in Grund und Boden. Angeführt von einem DaShaun Wood, der sechs Punkte selbst machte, dann aber auch Kyle Weaver, Derrick Allen oder Marko Simonovic bediente, führte Alba schnell 14:2 (5.). Als sich Frankfurt zu erholen drohte (14:11/6.), schickte Herbert zu Wood die deutschen Nationalspieler Heiko Schaffartzik, Lucca Staiger, Yassin Idbihi und Oldie Sven Schultze aufs Feld. In dieser Formation und mit den ersten Dreiern von Staiger, Schultze und Schaffartzik dauerte es rund vier Minuten, bis die Führung wieder stabil geworden war – 29:15 (11.).

„Wir haben von der ersten Sekunde an unser Spiel gespielt“, sagte Sportdirektor Mithat Demirel, „und natürlich macht es Spaß, in Frankfurt so aufzutreten.“ Die Mannschaft profitiere jetzt davon, nur einmal in der Woche zu spielen. „Die Arbeit im Training macht sich bemerkbar, die Handschrift des Coaches ist zu sehen.“

Katzurin, noch vor Monaten Albas Coach, war in den Auszeiten, die er nahm, deutlich anzumerken, dass er seinen neuen Klub gegen seinen alten unbedingt zum Sieg führen wollte – er schaffte es nicht. Der Israeli konnte auch nicht die folgende Blamage abwenden. Nach der Halbzeitpause – Alba führte 49:26 – setzte Herberts Team die Demontage der Frankfurter, die der Kanadier einstmals rund fünf Jahre lang trainierte, fort. Als Kyle Weaver per Korbleger zum 63:33 traf, führten die Berliner erstmals mit 30 Punkten und spielten in der Folge die Partie unfallfrei nach Hause. Bester Berliner Werfer war an alter Wirkungsstätte Wood mit 21 Punkten, Schaffartzik brachte es auf 18, Schultze und Allen auf jeweils 10.