Trainingslager

Alba-Profis keuchen sich auf Chinesische Mauer

Ihren trainingsfreien Tag in China nutzten die Profis von Alba Berlin für einen Ausflug in die Berge. Als Belohnung für das anstrengende Unterfangen gab es kaltes Wasser und T-Shirts mit dem Aufdruck "I have climbed the chinese wall".

Gibt es nach der Knochenarbeit der vergangenen Wochen etwas Schöneres als einen trainingsfreien Tag? Etwas vom Land sehen, das man nie vergisst? So mögen die Spieler von Alba Berlin denken, als sie in den Bus steigen. Es geht nach Badaling unweit Pekings, zur Großen Chinesischen Mauer. Eine gute Stunde später sieht die Welt nicht mehr gar so freundlich aus: Irgendwo da oben im Dunst der Berge, Hunderte steiler Stufen hinauf, 400 Höhenmeter entfernt, steht der höchste Turm. Das eigentliche Ziel.

Der Edle verlangt alles von sich selbst, der Primitive stellt nur Forderungen an andere. Sagt Konfuzius, und Gordon Herbert hält es genauso. 45 Minuten später ist der Trainer oben angekommen. Unterwegs warnen Schilder in chinesischen und englischen Worten Menschen mit Hirn- oder Herzbeschwerden, sich zu überschätzen. Aber hier sind ja Leistungssportler zu Gange. Nach und nach folgt der durchgeschwitzte, keuchende Rest. Es gibt kaltes Wasser als Belohnung und T-Shirts mit dem Aufdruck: „I have climbed the chinese wall“. Glückwunsch.

Die wahren Helden dieser Kletterpartie sind diejenigen, die zuletzt ankommen. Torin Francis (2,10 Meter), Yassin Idbihi (2,08) und Derrick Allen (2,04) müssen bei der hohen Luftfeuchtigkeit auch noch ihre deutlich mehr als 100 Kilogramm nach oben schleppen. T-Shirts in ihrer Größe gibt es natürlich auch nicht. Erschwerend kommt für Francis hinzu, dass er alle paar Stufen anhalten und zum Foto posieren soll. Für die Chinesen ist dieser freundliche schwarze Berg von einem Mann mit seinen langen Rasta-Locken ein größeres Wunder als die Mauer. Der Amerikaner ist die Bewunderung gewöhnt und lächelt in die Linsen.

Morgenpost-Redakteur Dietmar Wenck begleitet die Basketballer von Alba während ihres Trainingslagers in China – auf Einladung des chinesischen Verbandes.