Finalsieg in Peking

Chinesen feiern Alba-Spieler mit Feuerwerk

Im Endspiel der "Continental Club Championships" hat Alba Berlin das Finale gegen den australischen Vizemeister Cairns mit 84:67 gewonnen. Der Erfolgt ist gleichzeitig auch der Höhepunkt des zehntägigen Trainingslagers in Fernost.

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Die Chinesen lieben Feuerwerk, und so wurde für die Sieger mitten in der riesigen Olympiahalle von Peking am Ende sogar noch ein bisschen geknallt. Die Basketballspieler von Alba Berlin freuten sich über das Lametta, das über sie herabfiel, und über die Medaillen, die sie umgehängt bekamen. Die Mannschaft von Trainer Gordon Herbert hatte die zweite Auflage der „Continental Club Championships“ durch einen überzeugenden 84:67 (39:35)-Erfolg im Finale über den australischen Vizemeister Cairns Taipans für sich entschieden.

Herbert lobte seine Spieler nach den insgesamt drei Siegen bei diesem Turnier über das koreanische Team von Dongbu Promy (70:59), die Peking Ducks (82:77) und nun über den trotz des klaren Resultats stärksten Kontrahenten aus dem Norden des Fünften Kontinents. „Es ist uns gelungen, was wir uns gewünscht haben, nämlich dass wir uns von Spiel zu Spiel verbessern“, sagte der Kanadier. Seit gut zehn Tagen ist er mit dem Team zum Trainingslager in Fernost. Die Spieler sind eigentlich mit ihren Kräften ziemlich am Ende – aber verlieren wollte sie trotzdem nicht. „Es ist gut, wenn man sehr hart gearbeitet hat und dann mit so einem Erfolgserlebnis belohnt wird“, freute sich auch Alba-Geschäftsführer Marco Baldi.

Im Endspiel hatten die Berliner bis zum Ende des dritten Viertels ihre liebe Mühe mit den wacker kämpfenden Gegnern aus Australien, die allerdings körperlich unterlegen waren. Beste Alba-Werfer waren Kyle Weaver (17 Punkte), Derrick Allen (16), Bryce Taylor (14) und Torin Francis (13). Der mit leichten Adduktorenproblemen in die Partie gegangene und trotzdem über 30 Minuten durchhaltende neue Spielmacher DaShaun Wood kam auf elf Zähler; Kyle Weaver wurde zum MVP, zum besten Spieler des Endspiels gewählt.

Alles Grund zur Freude, doch alle Teilnehmer wussten: Hier trafen lauter Teams aufeinander, die mitten in der Saisonvorbereitung stecken und zu Höchstleistungen noch kaum in der Lage sind. Oder die wie die drittplatzierten Kentucky Bisons mit den kurzfristig aus der NBA ausgeliehenen Stars Paul Pierce und Michael Beasley eigentlich nur in Peking antraten, um ein wenig Basketball-Zirkus zu veranstalten. Die rund 2000 Zuschauer am Endspieltag hatten trotzdem ihre Freude an den fröhlichen Amerikanern.

Alba Berlin nutzte den Aufenthalt in China, der am Mittwoch endet, allerdings auch, um Kontakte zu knüpfen. Geschäftsführer Baldi und Team Manager Mithat Demirel trafen sich mit ihren Kollegen von den Peking Ducks in deren Sportkomplex – eine große Halle für 6000 Zuschauer, vier Trainingshallen, Geschäfte, sogar eine Kegelbahn gehört dazu. Zunächst mündlich vereinbart wurde eine Zusammenarbeit beider Vereine; die Inhalte sollen bei einem weiteren Besuch besprochen werden. Alba hat bereits eine solche Kooperation mit Maccabi Tel Aviv, im nächsten Jahr soll es eine weitere mit Fenerbahce Istanbul geben. „Es ist durchaus möglich, dass wir schon bald wieder hierherkommen“, sagte Baldi. Vielleicht nicht erst im nächsten Sommer, um den Titel bei den „Continental Club Championships“ zu verteidigen.