Basketball

Runderneuertes Alba-Team sucht den Teamgeist

Im Alba-Kader hat sich in der Sommerpause viel getan: Vier Spieler kamen, sechs gingen. Ohne die bei der Nationalmannschaft weilenden Staiger, Schaffartzik und Schultze startet das Team ins Trainingslager – um eine verschworene Einheit zu werden.

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Wie sehr sich die Basketballer von Alba Berlin runderneuert haben, zeigt auch, dass Lucca Staiger nach nur 19 Monaten im Klub der Dienstälteste ist. Der 23-Jährige bereitet sich derzeit allerdings wie auch Heiko Schaffartzik und Sven Schultze mit der Nationalmannschaft auf die Europameisterschaft in Litauen vor, sodass Derrick Allen, Yassin Idbihi und Bryce Taylor nach nur einem Jahr in Berlin die „Alten“ sind. Kein Jenkins mehr, kein McElroy , und auch der Trainerstab wurde mit Headcoach Gordon Herbert sowie seinen Assistenten neu besetzt.

Seit vergangenem Freitag trainieren die drei Alten mit den vier Neuen DaShaun Wood , Kyle Weave r , Marko Simonovic und Torin Francis – das erste Beschnuppern hat begonnen. Ab Mittwoch soll im Trainingslager im fernen Peking daraus eine verschworene Mannschaft werden. „Man spürt, dass alle darauf brennen, Alba genauso gut zu repräsentieren, wie es Julius und Mac bislang getan haben“, erzählt Bryce Taylor. Der 24-jährige Kalifornier musste in der vergangenen Saison erst eine Probezeit überstehen, um bis zum Saisonende bleiben und sich mit seiner spektakulären Athletik in die Herzen der Fans spielen zu dürfen.

Taylor erwartet von Wood eine weitere Steigerung

Seinen neuen Coach, Gordon Herbert, beschreibt „Urgestein“ Taylor so: „Er ist sehr präzise, ein Lehrer, der ins Detail geht, sowohl im technischen Bereich, aber auch mental. Er will, dass jeder so gut ist, wie er nur irgendwie sein kann.“ Was Herbert selbst auch gleich bestätigt, wenn er über Spielmacher Wood spricht, den er aus Frankfurt mitbrachte und der zum besten Spieler der vergangenen Saison gekürt worden war: „DaShaun hat eine sehr gute Saison gespielt“, sagt der Coach, „aber ich erwarte, dass er besser wird.“

Bisher wurde in den Trainingseinheiten fast mehr gesprochen als trainiert, erzählt Taylor, „über den Stil, den wir spielen wollen – schnell und aggressiv.“ Nur ein paar Mal habe Herbert vier gegen vier spielen lassen, ergänzt Yassin Idbihi , aber ohne dass der Trainer groß eingegriffen habe. Idbihi hatte Bundestrainer Dirk Bauermann für die EM abgesagt, weil in der Sommerpause sein zweiter Sohn Khalil geboren wurde. Auch wenn bislang nur wenig Basketball gespielt wurde, weiß Idbihi (2,08 m), dass viel Arbeit auf ihn wartet. Nach Miroslav Raduljica (2,13 m) in der vergangenen Saison, hat er es jetzt tagein, tagaus im Training mit dem nächsten Koloss zu tun: Torin Francis (2,10 m).

Idbihi freut sich auf "Biest" Francis

„Mir droht ein hartes Jahr, er ist ein echtes Biest“, schmunzelt Idbihi und sieht dann gleich die guten Seiten: „Ich bin heilfroh, dass ich im Spiel nicht gegen ihn antreten muss.“ Über Wood gäbe es ja nicht viel zu sagen, findet Albas Center, er habe „die Liga vergangene Saison dominiert“ und die Fans könnten sich „auf einen sehr guten Spieler freuen“. Bei Weaver hat Idbihi schon „einen sechsten Sinn fürs Bälle klauen“ ausgemacht. „Er wird bestimmt sehr viele Steals haben.“

Obwohl Idbihi mit einem zweijährigen und einem gerade geborenen Sohn auch zu Hause gut zu tun hätte, freut er sich jetzt auf China: „Viele neue Gesichter, alles nette Kerle. Sie besser kennen zu lernen und mit ihnen ein Team zu werden, ist doch eine spannende Situation.“