Basketball

Für DaShaun Wood ist Alba wie die NBA

DaShaun Wood von den Skyliners Frankfurt war in der vergangenen Saison mit weitem Abstand zum wertvollsten Spieler der Bundesliga gewählt worden. Jetzt will er mit Alba Berlin den Meistertitel holen.

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In der letzten Halbfinalserie brachte DaShaun Wood die Spieler von Alba Berlin zeitweise an den Rand der Verzweiflung. Da wunderte es wohl niemand, dass der MVP der letzten Spielzeit nun zusammen mit seinem damaligen Trainer Gorden Herbert im Dienste der Albatrosse steht.

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Er unterschrieb als Erster und kam als Letzter, landete einen Tag nach seinen Kollegen, mit denen er kommende Saison die Meisterschaft wieder nach Berlin holen will. DaShaun Wood musste noch einen Tag länger zu Hause in Detroit bleiben, weil sein Flug nach New York wegen schlechten Wetters gestrichen wurde. Jetzt aber ist Albas neuer Spielmacher da und sagt festen Blickes: „Wenn es morgen losgehen würde – ich wäre bereit.“

Wood war bereits Ende Juni Albas neuem Coach Gordon Herbert von den Skyliners Frankfurt nach Berlin gefolgt. Das war nur möglich, weil sein Vertrag eine recht ungewöhnliche Klausel enthielt, dass er gehen dürfe, falls der Trainer Frankfurt verlässt. „Der Coach und ich haben haargenau die gleichen Ziele“, erklärt der Pointguard, und zwar „so deckungsgleich, wie es nur selten vorkommt. Er will gewinnen, jedes Spiel, in jedem Training, und jedem Meeting und ihm geht es immer nur ums Team. Er will hier seine nächste Meisterschaft gewinnen und ich meine erste. Das passt perfekt.“ Diese Klausel habe sich Wood in seinen Vertrag mit Frankfurt schreiben lassen, weil sein Erfolg und der der Skyliners seiner Meinung nach einzig das Werk Herberts gewesen ist und er es vorzog, „mit ihm nach Berlin zu gehen, anstatt mit den Skyliners in eine ungewisse Zukunft“.

Zur Erinnerung: Der 1,85 Meter große junge Mann aus Detroit wurde in der vergangenen Saison mit weitem Abstand zum MVP, dem wertvollsten Spieler der Liga, gewählt, nachdem er für die Skyliners 18,9 Punkte, 5,9Assists und 4,7 Rebounds pro Partie erzielte hatte.

Bei der Frage, ob er jetzt auch in seinem Zwei-Jahres-Vertrag mit Alba eine Klausel habe, die ihm einen vorzeitigen Ausstieg ermöglichen würde, lacht der 25-Jährige, und es folgt ein entschlossenes „Nein!“ Bevor er überhaupt die deutsche Liga zur Kenntnis genommen habe, erzählt er, hätte er schon von Alba gehört, einem Team, das viele Titel gewonnen und in Europa einen guten Namen hat. „Jeder in der Liga hat das Ziel, für Alba zu spielen. Für mich ist Alba wie die NBA, eine erstklassige Organisation, eine Spitzen-Arena und immer starke Teams.“ Keine Klausel also – Wood (25) scheint vorerst am Ziel. Er selbst sagt sogar, es sei „ein Traum in Erfüllung gegangen.“ Dabei hat er in seiner Karriere auch schon lernen müssen, dass sich nicht alle Wünsche erfüllen. In seinem ersten Jahr in Europa spielte er für Tisettanta Cantu, eher ein Leichtgewicht der italienischen Lega, eine überragende Saison, woraufhin er zu einem der Spitzenklubs, Benetton Treviso, wechselte. Dort aber schmerzte gleich im Herbst 2009 das rechte Knie.

Wood wurde und wurde nicht fit, so dass er sich im Januar in den USA operieren ließ, nachdem eine knöchrige Einlagerung als Ursache der Schmerzen diagnostiziert worden war. Gerade mal 20 Minuten dauerte der Eingriff, dennoch war auch der Rest der Saison verloren und Wood demzufolge aus dem Radar der Spitzenklubs verschwunden. Aber nicht aus dem von Gordon Herbert – im Sommer 2010 griffen er und die Skyliners zu. Jetzt sind beide in Berlin.

Ein Wiedersehen mit Torin Francis

Wood dürfte im heimischen Detroit mit großer Freude vernommen haben, dass Alba zwei Wochen nach seiner eigenen Vertragsunterschrift Center Torin Francis als zweiten Zugang für die kommende Saison meldete. „Ich habe mit ihm die Saison in Cantu gespielt, eine sehr gute Saison. Wir galten als sicherer Letzter, wurden Siebter und waren im Play-off“, erzählt Wood. „Wir waren damals jung, haben jetzt in unzähligen Spielen viel Erfahrung sammeln können. Ich freue mich darauf, wieder mit ihm zu spielen. Er ist sehr stark und ein großer Kämpfer.“

Wenn Wood sagt, von ihm aus könne es losgehen, nimmt man ihm das ab. Die Augen hellwach, vom Jetlag keine Spur und auch körperlich, sagt Albas neuer Lenker, sei er topfit. „Ich habe in Michigan in einer Pro-Am-League gespielt, in der sich Spieler aus Europa und aus dem College fit halten und natürlich auch allein trainiert“, erzählt er. „Ich wollte nichts von dem verlieren, was ich mir letzte Saison so hart erarbeitet habe. Der MVP-Trophäe kam da nur noch oben drauf, mir geht es sowieso nur ums Gewinnen.“

Über das Gewinnen redet Wood oft, sagt, dass es, ob auf dem Parkett oder unter den Fans, niemanden gäbe, der mehr gewinnen wolle als er. Genau deswegen werde er wohl auch nicht noch einmal der erfolgreichste Punktesammler der Liga wie zuletzt in Diensten der Skyliners. „Da hatten wir nicht die besten Spieler, aber Coach Herbert hat aus jedem das Beste herausgeholt. Ich musste Punkte machen, damit wir gewinnen“, erklärt Wood. „Mit dem Team, das wir bei Alba haben, können wir unsere Gegner auf die unterschiedlichsten Weisen schlagen. Alle werden sehen, dass ich ein smarter Pointguard bin, der andere in Szene setzen kann.“