Basketball-Play-offs

Alba-Kapitän Femerling hofft auf Comeback

Wegen eines Bänderrisses konnte Albas etatmäßiger Kapitän Patrick Femerling bisher nur die Hälfte aller Saisonspiele absolvieren. Beim dritten Play-off-Spiel gegen Frankfurt am Mittwoch könnte der 36-Jährige wieder auflaufen.

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Patrick Femerling weiß, was die Stunde geschlagen hat: „Das ist jetzt nicht die Zeit, richtig Rücksicht auf Einzelschicksale zu nehmen“, sagt der Basketballprofi von Alba Berlin. Daher sei er selbst „überhaupt nicht wichtig“. Viel wichtiger sei hingegen, dass sein Team am Mittwoch (19.15 Uhr, Sport1) das dritte Play-off-Halbfinalspiel bei den Frankfurt Skyliners gewinnt. Das sollte klappen, ist sich Femerling sicher, „wenn konzentrierter und konsequenter als im vierten Viertel“ gespielt werde. Er meint diesen Abschnitt vor drei Tagen, als Alba eine 5:24-Serie hinlegte und am Ende verdient mit 72:80 unterlag. 1:1 steht die Serie (Modus „Best of five“) damit.

Femerling saß bei der Niederlage auf der Bank, fieberte mit, sprang auf, verteilte Lob an Spieler, die das Feld verließen. Er war dabei, aber nicht wirklich mittendrin, denn eingesetzt wurde der 36-Jährige nicht. Inzwischen zumindest wieder zum Kader zu gehören, das ist für den etatmäßigen Kapitän nach dreimonatiger Verletzungspause ein Riesenschritt. „Klar, dass ich gerne wieder auf dem Feld stehen würde“, sagt er. „Man muss sehen, inwiefern das möglich ist.“ Er sei bereit. Sein letztes Spiel für Berlin bestritt der 2,15 Meter große Center am 15. Februar im Eurocup gegen Sevilla. Danach musste er wegen eines Achillessehnenanrisses pausieren. Und jetzt heißt es eben: „Ich muss nach der langen Pause gut trainieren und mich anbieten.“

Er weiß, dass es schwer wird, weil die beiden Center Miroslav Raduljica, der nach Femerlings Verletzung geholt wurde, und Yassin Idbihi erste Wahl sind. Doch es kann schnell etwas passieren. So hat sich Raduljica am Sonnabend eine Rückenblockade zugezogen, gestern Vormittag fehlte er beim Training und war beim Arzt. „Es sieht aber schon wieder viel besser aus, einem Einsatz von ihm am Mittwoch sollte nichts im Weg stehen“, erklärt Teammanager Mithat Demirel. Dennoch wird Femerling wohl die Reise nach Frankfurt mitmachen, sicher ist sicher.

Nach Engagements zwischen 1998 und 2000 sowie zwischen 2007 und 2009 ist Femerling zum dritten Mal in Berlin unter Vertrag. Der Rekordnationalspieler (221 Länderspiele) konnte aufgrund seiner Verletzung aber nur 22 der bisher 41 Ligaspiele mitmachen. Als eine „harte und schwere Zeit“, bezeichnet er die zurückliegenden Wochen und Monate. „Aber es gibt nur einen Schritt: immer geradeaus. Jeder andere Gedanke ist falsch.“ Hört sich richtig an, so rational zu handeln ist aber manchmal sehr, sehr schwer. „Natürlich hast du auch mal einen schlechten Tag, bist frustriert, weil es nicht weiterzugehen scheint. Aber danach kommst du nach Hause zur Familie, das gibt einem dann schon Kraft.“ Femerling ist mit der Berlinerin Carolin verheiratet, die gemeinsame Tochter Mia ist fünf Jahre alt.

Vertrag läuft im Sommer aus

Patrick Femerling hat Meisterschaften und Pokale mit europäischen Spitzenklubs wie Olympiakos Piräus, Panathinaikos Athen und FC Barcelona gewonnen, dreimal wurde er auch mit Alba Meister, aber er brennt immer noch darauf, auf dem Feld zu stehen. Er hofft, dass dies noch in dieser Saison passiert. Und dann? Sein Vertrag bei Alba läuft aus. Karriereende? „Ich glaube, jeder Basketballer möchte möglichst lange spielen.“ Im Sommer werde er über seine Zukunft entscheiden. Es ist ihm anzumerken, dass er eigentlich noch nicht Schluss machen möchte mit dem Körbewerfen.

Sein Alter dürfte dafür kein Hindernis sein. Center-Kollege Chris Ensminger, der Lieblingsfeind der Alba-Fans, hat gerade in Bonn für zwei Jahre verlängert. Ensminger ist 37 Jahre alt.