Play-off-Viertelfinale

Alba gegen Oldenburg – siegen oder fliegen

Die Basketballer machen sich Mut vor dem Heimspiel gegen Oldenburg am Sonntag. Das große Problem jedoch ist, dass einige Leistungsträger wie Derrick Allen im Play-off schwächeln.

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Muli Katzurin wird am Donnerstagbend einer großen Öffentlichkeit in Deutschland bekannt. Dabei geht es nicht vordergründig um Sport, denn der israelische Cheftrainer von Alba Berlin hat einen Auftritt beim Eurovision Song Contest 2011. Keine Angst, Katzurin wird nicht singen. Aber im Rahmen des Halbfinales der Gesangsshow (ARD, 21 Uhr), bei der auch Israel (mit der transsexuellen Sängerin Dana International) dabei ist, wird aus jedem Teilnehmerland eine Person porträtiert, die in Deutschland lebt und arbeitet. Wie eben der Israeli Katzurin als Coach von Alba in Berlin.

Dass der 56-Jährige im Moment jede Menge Sorgen hat, wird in dem Porträt nicht zur Sprache kommen. Katzurin dürfte gerade auch nicht der Sinn nach sinnfreier Unterhaltung stehen. Denn sein Team steht vor einem echten Endspiel. Nach einer 2:0-Führung der Berliner haben die Baskets Oldenburg durch ein 80:79 im vierten Spiel zum 2:2 ausgeglichen. In der Viertelfinal-Serie („Best of five“) entscheidet nun das fünfte Spiel am Sonntag (17 Uhr) in der O2 World: Siegen oder fliegen. Halbfinale oder vorzeitiges Saisonende. Die Berliner stehen – wie das so gemeinhin genannt wird – mit dem Rücken zur Wand.

Die Verantwortlichen machen sich selbst Mut. „Man muss jetzt keine Apokalypsen heraufbeschwören“, sagt Geschäftsführer Marco Baldi. „Zum Glück spielen wir zu Hause, das ist bedeutend angenehmer.“ Zuletzt gewann Oldenburg in Berlin allerdings mit 99:86. „Wir müssen aus unseren Fehlern die entsprechenden Lehren ziehen“, fordert Katzurin. Und Teammanager Mithat Demirel glaubt: „Wir haben in der Vergangenheit bewiesen, dass wir mit so einer Situation umgehen können.“ Spielmacher Heiko Schaffartzik scheint sich auf den Nervenkitzel sogar zu freuen: „Das sind die Spiele, die am meisten Spaß machen“, sagt der Nationalspieler.

Doch Spaß wird es nur machen, wenn sich die Mannschaft gewaltig zusammenreißt. Hinzu kommt, dass Immanuel McElroy erneut am Rücken verletzt ist. „Wir haben immer wieder die letzte Konsequenz vermissen lassen, wenn wir geführt haben“, bemängelt Baldi. Am Dienstagabend lagen die Berliner einmal mit zehn Punkten Differenz vorn (42:32/21. Minute), Sicherheit und Souveränität gab aber auch das nicht. Jeder Einzelne muss sich steigern. Man kann und darf die vergangenen beiden Niederlagen nicht an einzelnen Spielern festmachen, aber sinnbildlich kann schon Derrick Allen gelten. Was beim Eurovision Song Contest die Höchststrafe für einen Künstler und sein Land ist, traf auch den US-Amerikaner im vierten Spiel: Allen – 0 Punkte.

Noch nie, seit er zu Saisonbeginn zu Alba kam, ist ihm das passiert, doch in seinem 56. Pflichtspiel für die Berliner ging alles daneben. „Er ist erfahren genug, um da wieder schnell zurückzukommen“, sagt Demirel zwar, Tatsache ist aber: Allen ist im Tief. Zwei Punkte im zweiten, sieben im dritten Spiel, jetzt die Nullnummer. Bisher steht sein Saisonschnitt in der Bundesliga bei 14,13 Punkten pro Spiel. „Da kam nicht viel“, gibt auch Baldi zu und schließt gleich den schwächelnden Spielmacher Taylor Rochestie mit ein. Aber: „Beide werden am Sonntag viel besser spielen, da bin ich mir sicher.“

Ansonsten wird diese Saison so enden wie jene im Vorjahr: mit dem enttäuschenden Ausscheiden im Viertelfinale.