Play-off

Alba Berlin setzt im Spiel auf den Tunnelblick

Sich von nichts ablenken lassen. Mit dieser Devise wollen die Basketballer von Alba Berlin am Mittwoch nach ihrem ersten Sieg in das zweite Spiel gegen Oldenburg gehen. Denn eines ist klar: Es wird nicht einfacher.

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Die Basketballprofis von Alba Berlin hatten einen angenehmen Sonntag. Es war trainingsfrei, sie konnten mit Familie und Freunden den Tag der Arbeit in vollen Zügen genießen. Was nach dem fulminanten Play-off-Start, dem 95:68 (51:30) gegen die Baskets Oldenburg, allen zu gönnen war. Nur einer hatte nicht wirklich Freude: Julius Jenkins. Der US-Amerikaner hatte schon in der Anfangsphase einen Schlag in die rechte Seite bekommen. Die Diagnose: Verdacht auf Rippenprellung. Eine schmerzhafte Angelegenheit, es besteht aber Hoffnung, dass er am Mittwochabend beim zweiten Viertelfinalspiel (Modus „Best of five“) in Oldenburg dennoch dabei sein wird.

Es ist Play-off-Zeit, da heißt es, auf die Zähne zu beißen. So wie Jenkins, der sich nach besagtem Schlag noch weitere 15 Minuten durchquälte und sogar insgesamt 16 Punkte erzielte. Sinnbildlich stand sein Verhalten dafür, was Alba zeigte: Konzentration, Konsequenz, Kampfgeist und eben auch der Wille, über die Schmerzgrenze zu gehen. So wie Immanuel McElroy bei seinem beeindruckenden Comeback nach Verletzungspause. Ein Beispiel ist auch Lucca Staiger, der sich noch in der Schlussphase, bei einem Vorsprung von über 20 Punkten, eigentlich aussichtslos trotzdem einem Ball hinterher warf. „Das Team hat sich hungrig gezeigt“, bilanzierte Assistenztrainer Konstantin Lwowsky.

Sein Chef Muli Katzurin war entsprechend zufrieden („Ich bin glücklich, weil alle sehr konzentriert waren“), auch wenn er sich sofort in die lange Reihe derer einreihte, die zu Recht festestellten, „dass es lediglich 1:0 steht, mehr nicht.“ Am Mittwoch in Oldenburg wird es mit Sicherheit schwerer. „Oldenburg fehlte die Überzeugung, das kann sich jedoch schnell ändern. Aber genau das müssen wir verhindern“, meinte Geschäftsführer Marco Baldi. Für ihn war eines besonders wichtig: „Wir haben uns nicht von unserem Weg abbringen lassen.“ Nicht durch Schiedsrichterentscheidungen, nicht durch Provokationen des Gegners. Im Play-off ist auch ein gewisser Tunnelblick gefragt.

Der Sieg war Beleg dafür, dass sich Alba auf eine tiefe Bank verlassen kann. Alle, die eingewechselt wurden, vorneweg Spielmacher Heiko Schaffartzik, überzeugten und leisteten wichtige Beiträge. „Jeder auf der Bank könnte Starter sein“, sagte Katzurin. Ihm gelingt es, die richtige Balance zu finden. Er zeigt, dass er Vertrauen in jeden einzelnen hat. „Wir sind doch alle ein Team.“ Eine Mannschaft, die – so zumindest der erste Play-off-Eindruck – noch einiges erreichen kann.