Perfekter Auftakt

Alba startet mit einem Sieg in das Play-off

Alba Berlin hat beim Play-off-Auftakt gegen Oldenburg mit 95:68 gewonnen. Vor allem Angreifer Derrick Allen, der zuletzt etwas außer Form war, riss seine Teamkollegen mit. Und Immanuel McElroy glänzte mit einem starken Comeback.

Das Video konnte nicht gefunden werden.

Alba siegt im Play-off gegen Oldenburg

Video: BMO
Beschreibung anzeigen

Der Jubel der Zuschauer war riesengroß, die Spieler von Alba Berlin lachten, klatschten sich ab. So hatten sich alle den Start des Basketball-Teams ins Play-off um die Deutsche Meisterschaft vorgestellt. Vor 9732 Besuchern in der O2 World siegte Alba nach einer starken Vorstellung im ersten Viertelfinal-Spiel (Modus „Best of five“) gegen Oldenburg mit 95:68 (51:30). „Das war der perfekte Auftakt für uns“, meinte Derrick Allen, mit 21 Punkten bester Werfer. „Wir waren in allen Belangen besser. So müssen wir nun auch in Oldenburg auftreten.“ Bereits am Mittwoch steht Partie zwei bei den Baskets auf dem Programm. „Wir haben uns auf alle Fälle viel Selbstvertrauen geholt“, meinte Immanuel McElroy.

Auch die Alba-Fans waren voll auf Play-off eingestellt. Die Trommeln noch ein wenig kräftiger klingend, die Anfeuerungsrufe noch etwas lauter – die entscheidende Phase der Saison hatte alle gepackt. Unter dem Motto „Das Beste zum Schluss“ firmiert bei Alba das Play-off. Die Fans sind jedenfalls nach der gestrigen Vorstellung voller Hoffnung, dass das Vorhaben in die Tat umgesetzt wird. Ein Großteil der Berliner Anhänger trug gelbe Hemden, eine „gelbe Wand“ war in der Arena am Ostbahnhof zu sehen. Als besonderen Gag hatten sich die Verantwortlichen des Klubs gelb umrandete Papp-Brillen einfallen lassen, die unter den Fans verteilt wurden.

Ob durch die Vereinsbrille oder ohne sahen die Zuschauer eine Berliner Mannschaft, die von Beginn an konzentriert agierte. Schon nach drei Minuten verstärkte Katzurin die Defensive noch einmal, indem er McElroy einwechselte. Wegen einer Rückenverletzung hatte der US-Amerikaner fünf Wochen lang gefehlt. Vor der Partie war er von Bundesliga-Geschäftsführer Jan Pommer noch als bester Verteidiger der Saison ausgezeichnet worden. Später zeigte er dann seine Klasse.

Der Mann des ersten Viertels hieß jedoch Allen, dem in den ersten zehn Minuten bereits zwölf Punkte gelangen. 25:17 stand es nach dem ersten Viertel. Und die Berliner machten gleich da weiter, wo sie aufgehört hatten. In der Abwehr weiter aufmerksam, im Angriff variantenreich und treffsicher – oft standen die Oldenburger nur hilflos vis à vis, wenn Allen, McElroy und Co. wirbelten. Da nutzten auch Auszeiten von Oldenburgs Trainer Predrag Krunic wenig. Unter dem Jubel der Fans baute Alba den Vorsprung kontinuierlich aus. Nach 15 Minuten waren es 15 Zähler Differenz (36:21). Alba spielte mal schnell, mal überlegt, je nach Gelegenheit. Dabei überzeugte auch Nationalspieler Heiko Schaffartzik, dem Katzurin auf der Spielmacherposition mit gut 23 Minuten überraschend eine längere Einsatzzeit gönnte als Taylor Rochestie. „Das war heute nur ein Spiel“, warnte Schaffartzik, „man sollte das heute nicht überbewerten, es war schwerer, als es aussah.“

Bemerkenswert war auch die geringe Fehlerquote bei Alba. Bis zum Wechsel hatten die Berliner sich keinen einzigen Ballverlust geleistet. Das hat es in dieser Saison noch nicht gegeben. Entsprechend groß war der Beifall der Zuschauer, als das Berliner Team mit einem 21-Punkte-Vorsprung (51:30) in die Kabine ging. Würde das hohe Niveau zu halten sein? Oldenburg dürfte sich noch einmal einiges vorgenommen haben, aber nach einer 8:2-Startserie direkt nach der Pause auf 59:32 schien Alba auch die letzte, wenn auch kleine Hoffnung der Baskets endgültig zerstört zu haben. Aber die Norddeutschen kämpften unverdrossen weiter (61:42), Aufgabe war nicht vorgesehen. Dabei zeigten sie immer wieder, dass sie aus der Distanz gefährlich sein können, wenn man ihnen auch nur ein wenig Platz lässt. Aber dann traf Julius Jenkins (16 Punkte) besser – und McElroy (10) begeisterte durch Kampfkraft und Treffsicherheit. Dass er wieder dabei ist, gibt dem Alba-Spiel noch einmal einen Schub. Bryce Taylor (11) sorgte kurz vor Ende des dritten Viertels für die bis dahin höchste Führung (76:47). Dass es danach außer vielen guten Aktionen auch etliche Ballverluste gab, war nur ein kleiner Schönheitsfehler.