Basketball

Alba will gegen Tübingen den Ernstfall proben

In dem Spiel gegen Tübingen will Alba den letzten Schliff vor dem Play-off holen. Für Topscorer Derrick Allen ist es die Chance sich nach seiner schwächelnden Phase wieder zu beweisen.

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Diese Frage mag Muli Katzurin überhaupt nicht. Play-off? Wie ist die Mannschaft mit Blick auf die entscheidende Saisonphase in Form? „Wir haben zuerst noch ein wichtiges Spiel“, belehrt der Cheftrainer von Alba Berlin. Erst dann sei für ihn das Play-off um die deutsche Basketball-Meisterschaft überhaupt ein Thema. Jetzt sei das doch viel zu früh. Also Tübingen. Gegen den Elften der Tabelle, der jenseits von Gut und Böse weder mit dem Play-off noch mit dem Abstieg etwas zu tun hat, trifft Alba heute Abend (20 Uhr) am 34. und letzten Spieltag der Punkterunde in der O2 World an.

Für Alba geht es, zumindest was den Tabellenplatz betrifft, um nichts mehr. Die Berliner gehen als Dritter ins Play-off-Viertelfinale, das am Sonnabend (30. April) mit einem Heimspiel beginnt.

Tübingen, ein unwichtiges Spiel? Auch so eine Feststellung, die bei Katzurin sofort auf Protest stößt. „Wir müssen das Spiel seriös angehen wie immer. Das sind wir schon den Fans schuldig, die in die Halle kommen.“ Zudem erfülle die Partie gegen die Schwaben den wichtigen Zweck, sich für die kommenden Aufgaben weiter einzuspielen. „Den letzten Schliff holen“, so nennt es Flügelspieler Sven Schultze. „Am liebsten wäre es mir natürlich, wenn das Play-off sofort losgehen würde, aber wir sollten das Spiel gegen Tübingen als kleinen Vorgeschmack sehen.“

Von daher hätten die Berliner nichts dagegen, wenn sie von den Tübingern (mit den ehemaligen Alba-Profis Johannes Herber und Nicolai Simon) gefordert werden. Katzurin zweifelt nicht daran. „Obwohl schon seit ein paar Wochen feststeht, dass Tübingen das Play-off nicht erreichen wird, hat die Mannschaft immer vollen Einsatz gezeigt.“ Was für ein Team in dieser Situation nicht immer normal sei.

Insgesamt macht Katzurin einen zufriedenen Eindruck, was den Status seiner Mannschaft zum jetzigen Zeitpunkt betrifft, auch wenn er sich beeilt zu sagen: „Wir können nie zufrieden sein.“ Von den vergangenen elf Ligaspielen hat Alba neun gewonnen. Beim 93:97 gegen Bamberg spielte die Mannschaft dennoch gut, das 65:80 in Göttingen war allerdings ein Rückfall in überwunden geglaubte Zeiten. „Ich hoffe, die Mannschaft hat diese Lektion gelernt“, meint Katzurin. Der folgende starke Auftritt beim 100:83 in Bremerhaven macht da viel Hoffnung. „Ich finde, wir sind nah an dem Level, das wir im Play-off benötigen“, ist sich Center Yassin Idbihi sicher.

Aber es ist noch Luft nach oben. Für das Team und für jeden einzelnen. Zuletzt schwächelte zum Beispiel Derrick Allen. Vier Punkte gegen Gießen, sieben in Göttingen, zwei in Bremerhaven – wenig berauschend für einen, der mit im Schnitt pro Spiel 14,9 Punkten in der internen Scorerliste knapp vor Julius Jenkins (14,1) vorn liegt. Vor acht Tagen in Bremerhaven stand der US-Amerikaner so sehr neben seinen Schuhen, das ihn Katzurin lediglich neun Minuten und 27 Sekunden auf dem Feld ließ. Normalerweise ist Allen mehr als 25 Minuten lang dabei. „Das wird wieder“, macht sich Katzurin keine Sorgen. Allen selbst will sich nicht verrückt machen. Vielleicht beherzigt er ja auch den Tipp seines Freundes Julius Jenkins, dessen Credo in kniffligen Situationen lautet: „Man darf nicht zu viel nachdenken.“

Jenkins ist fokussiert auf das Spiel gegen Tübingen und macht sich auch keinen Kopf darüber, gegen wen die Berliner denn in der ersten Play-off-Runde werden spielen müssen. Erst heute, kurz vor 22 Uhr, wird feststehen, ob es Oldenburg, Ludwigsburg, Braunschweig oder Göttingen sein wird. Theoretisch gibt es noch diese vier Möglichkeiten. „Irgendwie habe ich mich innerlich schon auf Oldenburg eingestellt“, sagt Schultze. Und Katzurin? Die Antwort des Trainers kommt nicht unerwartet: „Es ist nicht mein Job zu spekulieren.“