Basketball-Bundesliga

Seriesieger - Alba Berlin lässt sich nicht beirren

Gleich ob Verletzungen, unerklärliche Schiedsrichterentscheidungen oder zwei Spiele in drei Tagen: Die Berliner sind die Ruhe selbst und demonstrieren Konzentrationsstärke. Am Wochenende soll gegen Bamberg der siebte Sieg in Serie folgen.

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Die Bilanz von fünf Siegen in Folge konnte sich schon vor der Abreise nach Frankfurt herzeigen lassen, zumal die Basketballer von Alba Berlin eine solche Serie bis dahin noch nicht aufzuweisen hatten. Nach dem 79:70 bei den Skyliners ist das halbe Dutzend voll und die Statistik gleich aus mehreren Gründen weit beeindruckender. Frankfurt ist als Zweiter der Bundesliga noch immer um einen Platz besser als die Berliner und musste sich gegen Alba erst zum zweiten Mal in dieser Saison in eigener Halle geschlagen geben. Nur die Überflieger aus Bamberg hatten bislang die Punkte aus der Höchster Ballsporthalle mitnehmen dürfen. Alba scheint sich im Rennen um die Meisterschaft zurückgemeldet zu haben und für das Spiel der Spiele am Sonnabend gegen eben jene Bamberger (20 Uhr, O2 World) bestens gerüstet.

Eine nicht nur von den Resultaten her beachtliche Entwicklung, wenn man sich erinnert, wie leicht die Mannschaft noch vor Wochen zu verunsichern war. Ein kleiner Rückstand oder ein vergebener offener Wurf und schon sackte das Selbstvertrauen in die Schuhe, neben denen die Akteure dann zu stehen schienen. Die Mannschaft der Zögerer und Zauderer scheint es nicht mehr zu geben. Zumindest war jetzt in Frankfurt vieles ganz anders.

Da war Miroslav Raduljevic nicht ganz der Faktor wie in den Spielen zuvor, prompt waren die anderen Langen, Derrick Allen (17 Punkte, 9 Rebounds), Tadija Dragicevic (9/5) und Yassin Idbihi (11/6) zur Stelle. Da kassierte Taylor Rochestie schon in der ersten Halbzeit sein viertes Foul, prompt übernahm Heiko Schaffartzik die Spielleitung. Als der sich dann den Finger auskugelte, kam Rochestie zurück, ohne ein fünftes Foul zu kassieren, das ihn auf die Bank verbannt hätte. Ebenfalls erwähnenswert: Julius Jenkins war wegen seines entzündeten Ellbogens in Berlin geblieben. Für ihn brachte zum wiederholten Male Bryce Taylor starke 33:44 Minuten (10/2) aufs Parkett.

Krise? Selbstzweifel? Ratlosigkeit? Die Zeiten scheinen vorbei.

„Man spürt, dass alle die Verantwortung, der sie sich bewusst geworden sind und die ihnen auch vom Coach übertragen wird, mehr und mehr annehmen“, versucht Manager Mithat Demirel die Veränderungen im Team zu erklären. „Zwei Spiele in drei Tagen, ausgekugelte Finger, unerklärliche Pfiffe der Schiedsrichter, all das bringt die Mannschaft nicht mehr vom Weg ab.“ Zudem trainiere das Team hart und habe es einige Male versäumt, sich in den Spielen dafür zu belohnen. „Man muss nach zwanzig Sekunden guter und harter Verteidigungsarbeit dann auch den Rebound holen, wenn der Gegner nicht getroffen hat“, sagt Demirel. „Das gehört zu den Grundlagen und genau das haben wir in Frankfurt in der zweiten Halbzeit sehr gut gemacht.“

Apropos ausgekugelte Finger: „Es ist nichts gebrochen, nichts gerissen, nur ein dicker Bluterguss“, sagte Schaffartzik gestern nach der Kernspintomographie erleichtert. Schon heute Abend wird Albas Spielmacher seinen linken kleinen Finger mit einem Tape am Ringfinger fixieren und wieder mittrainieren. Julius Jenkins wird ebenfalls wieder dabei sein. Alle Mann an Bord – der Countdown auf das Bamberg-Spiel (und den erhofften siebten Streich) kann beginnen.