Basketball

Alba Berlin leiht Istanbuler Center Raduljica aus

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Sebastian Arlt

Foto: dpa / dpa/DPA

Da Alba-Kapitän Patrick Femerling derzeit bei den Berlinern wegen einer Verletzung ausfällt, hat sich der Bundesligist Ersatz geholt. Bis Saisonende wurde Miroslav Raduljica verpflichtet.

Viel länger hätten sich die Verantwortlichen von Alba Berlin nicht mehr Zeit lassen dürfen. Am Montag um 24 Uhr endete die Wechselfrist für die Basketball-Bundesliga – und erst wenige Stunden vorher wurde der Deal perfekt gemacht. Alba leiht Center Miroslav Raduljica (23) bis zum Ende der Saison vom Europaligisten Efes Pilsen Istanbul aus. Die Berliner reagierten damit auch auf die Tatsache, dass Kapitän Patrick Femerling mindestens vier bis sechs Wochen ausfallen wird, bei ihm wurde ein Anriss der Achillessehne diagnostiziert. Ein weiterer Langer, Tadija Dragicevic, hat zurzeit auch gesundheitliche Probleme. Wegen Rückenschmerzen gehörte der Serbe neben Femerling, Marko Marinovic (Rückenblockade), Bryce Taylor (Mandelentzündung) und dem im Eurocup nicht spielberechtigten Taylor Rochestie zu den Profis, die Dienstagabend beim bedeutungslosen Eurocupspiel bei Panellinios Lamia fehlen.

Alba-Geschäftsführer Marco Baldi sieht in Raduljica einen Spieler, „der uns helfen kann, der große Präsenz unter den Körben hat“. Doch Baldi gibt auch zu, dass der Neue „nicht in allerbester Verfassung“ nach Berlin kommt. „Er hat sicher nicht die Spielpraxis, die man sich wünscht.“ Der 2,13 Meter große Serbe verpasste wegen einer Fußverletzung den ersten Teil der Saison, für die türkische Liga war er nicht spielberechtigt. Zuletzt kam er in vier Europaligaspielen der Türken zu Kurzeinsätzen. Da Efes in Europa ausgeschieden ist, war Raduljica nun zuviel an Bord.

Allerdings gilt er als sehr großes Talent. Deshalb verpflichtete ihn Efes im vergangenen Sommer gleich für fünf Jahre – als Investition in die Zukunft. Raduljica führte die U20 Serbiens bei der WM 2008 mit im Schnitt 18,6 Punkten und 10,9 Rebounds zum Titel und wurde zum wertvollsten Spieler des Turniers gewählt. Alba hofft, dass er in Berlin zu alter Stärke zurückfindet. Die Verpflichtung will Baldi auch als ein Signal verstanden wissen: „Manche meinen ja, wir hätten die Saison schon abgehakt, aber wir sind der Meinung, dass wir noch was reißen können.“ Dass ein Profi des bestehenden Kaders jetzt gehen müsse, sei, so Baldi, zumindest momentan kein Thema.