Alba vs. Trier

Alba gelingt gegen Rödls Trierer ein Arbeitssieg

Es dauerte lange, sehr lange, bis Alba Berlin wenigstens etwas in Fahrt kam. Doch am Ende reichte es noch für einen 67:59-Sieg gegen das Team von Alba-Legende Henrik Rödl.

Am Ende gab es doch noch versöhnlichen Applaus der Zuschauer für das Basketballteam von Alba Berlin. Aber beim 67:59 (29:27) gegen TBB Trier blieb vor allem in der Offensive bei Alba erneut vieles Stückwerk. Erst in den letzten Minuten wurde der Sieg vor 8032 Zuschauer in der O2 World sichergestellt. „Nicht jeder Erfolg ist schön anzusehen“, sagte Albas Topscorer Julius Jenkins (19 Punkte).

Es war vor allem für Triers Trainer Henrik Rödl etwas Besonderes, an die alte Wirkungsstätte zurückzukehren. Sicherlich wird er einen kurzen Blick zur Hallendecke geworfen haben, wo seit zwei Monaten ein überdimensionales Trikot mit der Nummer 4 und seinem Namenszug hängt. Aufgrund der Verdienste, die sich der 41-Jährige zwischen 1993 und Sommer 2010 als Spieler und dann als Trainer in Berlin erworben hat, wird besagte Trikotnummer bei Alba nicht mehr vergeben.

Doch die vergangenen Zeiten sind das eine, die Gegenwart das andere. So setzte der mit viel Beifall empfangene Rödl als Trierer Trainer alles daran, gegen Alba zu gewinnen – was am Ende nicht klappte.

Die Zuschauer waren auch auf die ehemaligen Alba-Spieler gespannt waren, die jetzt in Trier unter Vertrag stehen. Dragan Dojcin (wegen einer Augen-Verletzung mit Schutzmaske) und Philip Zwiener, der bisher mit im Schnitt 15,6 Punkten eine hervorragende Saison gespielt hat, standen in der Startformation. Oskar Faßler und Oliver Clay saßen auf der Bank, kamen später aufs Feld, bewegten jedoch wenig.

Was in den ersten 20 Minuten den Zuschauern geboten wurde, war eher dürftig. Elf Ballverluste bei den Trierern, acht bei Alba machen das deutlich. Vor allem in der Offensive erinnerte der Alba-Auftritt an die schwache Leistung neun Tage zuvor gegen Oldenburg. Trainer Luka Pavicevic war wütend, konnte aber nicht wie gewohnt am Spielfeldrand herumwirbeln. Wegen starker Rückprobleme (Blockade im Lendenwirbelbereich) musste er auf einem Bürostuhl mit Rollen Platz nehmen. Er litt sichtlich unter Schmerzen.

Den Berlinern gab auch ein 25:18 (14. Minute) keine Sicherheit. Und die Gäste? Zwiener kam gegen Immanuel McElroy (11 Punkte) und Bryce Taylor fast gar nicht zum Zug. Wenn Alba in der Defensive konsequent agierte, hatte Trier Probleme und spielte ebenfalls fahrig. Wobei mit schnellem Passspiel ab und an eine Lücke unter dem Berliner Korb gefunden wurde. In der Pause, in der die langjährige Trainerin des Dance Teams, Anke Schönfelder, verabschiedet wurde, waren sich die Fans einig: Es konnte nur besser werden.

Wurde es jedoch erst einmal nicht wirklich. Zwar hieß es gleich 33:27, aber dann wieder das gleiche Bild: Fehler bei Alba. Zwiener kam besser zur Geltung, und Pavicevic nahm beim 35:35 gleich eine Auszeit. Besprechungsbedarf gab es jede Menge. In der 26. Minute erste Pfiffe, als Albas Tadija Dragicevic einen leichten Ball „verlegte“. Jetzt hielt es auch den Trainer nicht mehr auf seinem Stuhl.

Ein Weckruf? Zumindest ging sein Team mit einer Sechs-Punkte-Führung (46:40) ins letzte Viertel. Hollis Price gelang beim 48:40 die bis dahin höchste Berliner Führung. Nun traf Zwiener immer besser, fünf Minuten vor Ende hieß es 51:51. Doch dann Albas beste Minuten: Julius Jenkins, der wie Patrick Femerling (8 Punkte) noch zu den Besseren gehörte, und Derrick Allen (11) konterten zum 63:53 (39.), am Ende hieß es 67:59.