Basketball

Sieg gegen Oldenburg - Alba schafft Auswärtssieg

Lang ersehnt nach vielen Niederlagen: Berlins Basketballer beenden ihre Negativserie mit einem 93:81 in Oldenburg. Alba kann noch gewinnen.

Sie hatten in den letzten sieben Spielen sechs Niederlagen einstecken müssen und seit dem 21. November in der Bundesliga nicht mehr auswärts gewonnen. Mit dieser Hypothek waren die Basketballer von Alba Berlin zu den Baskets nach Oldenburg gefahren, dem Meister von 2009, der in dieser Saison ebenfalls bislang enttäuschte. Den Berlinern fehlten Kapitän Patrick Femerling wegen einer überdehnten Achillessehne und Marko Marinovic wegen eines blockierten Lendenwirbels. Trotzdem stießen sie den Bock um, siegten im hohen Norden mit 93:81 (43:42). „Ein ganz wichtiger Sieg“, sagte ein erleichterter Geschäftsführer Marco Baldi.

Alba kam mit Taylor Rochestie, Julius Jenkins, Immanuel McElroy, Derrick Allen und Yassin Idbihi in der Startformation gut ins Spiel, führte schnell 6:2 (3.), stotterte dann kurz (8:10/5.), fing sich aber gleich wieder und führte nach vier Punkten in Folge von Allen mit 15:10 (8.). Aber so sehr wie es den Berlinern immer wieder gelang, ihren Power Forward den Korb frei zu spielen, so sehr hatten sie Probleme mit Oldenburgs Mindaugas Lukauskis. Der Litauer machte für die Gastgeber genau die Hälfte aller Punkte im ersten Viertel – zehn Punkte Lukauskis, acht von Allen – Alba lag nach 10 Minuten 19:20 zurück.

Im zweiten Viertel war zu sehen, auf welch wackeligen Beinen das Selbstvertrauen noch steht, mit dem das Team von Muli Katzurin in das Spiel gegangen war. Hier ein überhastet abgeschlossener Angriff, da eine Unaufmerksamkeit in der Defense und schon vergrößerte sich der Rückstand im Handumdrehen. Nach schnellen Körben von Luka Bogdanovic und Ricky Paulding lag Alba erstmals mit zehn Punkten zurück – 25:35 (14.).

Aber in dem Duell der beiden Teams, die noch immer das suchen, wofür die Namen ihrer Klubs stehen, zeigte sich, dass auch die Gastgeber alles andere als stabil sind. Alba kam durch den ersten Berliner Dreier wieder ins Spiel und dann Stück für Stück an die Baskets heran. Julius Jenkins ließ den zweiten Distanzwurf folgen, Idbihi, McElroy und Bryce Taylor legten nach – der Schaden war repariert: Alba führte zur Halbzeit 43:42.

Die Helden des dritten Viertels waren zwei Spieler, die nicht sehr oft im Rampenlicht stehen: Bryce Taylor und Yassin Idbihi. Letzterer räumte unter den Körben auf, Taylor stahl Oldenburg mehrfach den Ball. McElroy verschaffte Alba mit seinem Wurf zum 54:47 (24.) erstmals spürbar Luft. In der Folge zog Alba sogar mit Taylors Hilfe 63:50 (28.) davon und führte vor dem letzten Viertel 70:60.

In dieser Phase demoralisierte vor allem Derrick Allen, der mit 28 Punkten vor Rochestie (18) und Taylor (11) Albas Topscorer war, die Gastgeber. Der Ball war mehrfach im Korb, bevor sie Allen überhaupt bemerkten. Seine Punkte zur 82:68-Führung schienen viereinhalb Minuten vor Schluss die Entscheidung zu sein. Aber der Sieg war längst noch nicht in trockenen Tüchern, nur noch 84:76 (38.). Alba hatte in dieser Saison schon des öfteren auswärts eine Siegchance, sie dann aber vergeben. Als dieses Ungemach sich zu wiederholen drohte, zerstörte Julius Jenkins (10 Punkte) mit einem Dreier die Hoffnungen der Oldenburger. Die schwarze Serie war beendet. Alba kann auf fremdem Bundesliga-Parkett wieder siegen.

„Die Jungs haben einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung gemacht“, sagte Teammanager Mithat Demirel, der sich besonders freute, dass sein Team seit längerem das Rebound-Duell mit 40:32 für sich entschied. „Man sieht jetzt, dass immer mehr das greift, was Muli Katzurin von der Mannschaft will. Der Kampfgeist stimmte wie auch schon zuvor, aber wir haben uns nicht mehr durch Kleinigkeiten aus dem Konzept bringen lassen.“ BM