Basketball

Alba Berlin hofft trotz Eurocup-Aus auf Besserung

Der Traum vom Viertelfinale des Europacups ist aus. Zwar zeigt die Trend-Kurve der Alba-Basketballer nach oben, aber es reichte dennoch bei weitem nicht zum Sieg – der soll jetzt in Oldenburg gelingen.

Das Video konnte nicht gefunden werden.

Ein Titel ist definitiv schon futsch, doch nach der sechsten Niederlage in den vergangenen sieben Spielen wähnen sich die Verantwortlichen von Alba Berlin auf dem Weg aus der Krise. "Die Mannschaft lebt, langsam erkannte man das Spiel, das wir spielen wollen. Bis auf das Resultat war das ein Schritt nach vorn", meinte Geschäftsführer Marco Baldi. 74:82 stand es am Ende der Eurocup-Partie gegen Benetton Treviso. Vorjahresfinalist Berlin hat nach vier Niederlagen damit keine Chance mehr, Platz zwei zu erreichen, der zum Einzug ins Viertelfinale berechtigt. Nur noch statistischen Wert hat das Auswärtsspiel kommenden Dienstag gegen Athen.

Video: BMO
Beschreibung anzeigen

Statt des erhofften Sieges mit einer Differenz von fünf Punkten gab es für Albas Basketball-Team erneut eine Niederlage. Nach dem 74:82 gegen Benetton Treviso ist in dieser Saison in den Top 16 Endstation in Europa, auch wenn die Mannschaft kommenden Dienstag zu Panellinios Athen reisen wird, zum Spiel um das große Nichts, denn auch das Aus der Griechen steht bereits fest.

Trotz der sechsten Niederlage im siebten Spiel und obwohl jetzt nach dem deutschen Pokal ein weiterer Wettbewerb ohne Alba seinen Lauf nimmt, waren die Gesichter nach dem Treviso-Spiel nicht ganz so lang wie manch anderes Mal in letzter Zeit. „Ich habe in dem Spiel gesehen, dass die Mannschaft lebt“, fand Alba-Geschäftsführer Marco Baldi nach dem neunten Spiel, das die Mannschaft unter dem neuen Trainer Muli Katzurin absolvierte. „Und ich habe auch heute einiges von dem gesehen, wo wir hin wollen. Natürlich ist das nicht das Ergebnis, das wir wollten, da gibt es jetzt nichts weich zu spülen, aber unter dem Strich war das schon ein Schritt in die richtige Richtung.“

Ein Standpunkt, für den einiges spricht. Alba spielte ohne die beiden Spielmacher Marko Marinovic und Taylor Rochestie. Der Rücken des einen war blockiert, letzterer nicht spielberechtigt. Kapitän Patrick Femerling ging mit lädierter Achillessehne an Krücken. Und trotzdem gab es keinen 30-Punkte-Rückstand wie gegen Bonn oder 62 gegnerische in einer Halbzeit wie eine Woche zuvor gegen Sevilla. Was dann allerdings längst noch nicht zu dem ersehnten Erfolgserlebnis reichte, weil die Mannschaft wieder mal genau in den Momenten den Faden verlor, als sie knapp führte. Sie hatte genau zwei Chancen, das Spiel zu kippen, beide wurden mit 0:13 und 0:10-Serien vertan. Darauf angesprochen, nahm Baldi mal wieder das Wort „Konstanz“ in den Mund, besser: beklagte das Fehlen derselben.

Auf der Habenseite hat Alba nach der Treviso-Niederlage die Gewissheit, dass Heiko Schaffartzik auch im Alba-Dress erstmals Qualitäten zeigte, mit denen er so oft in der Nationalmannschaft Aufmerksamkeit erregte. Dirigieren, Dreier werfen und treffen (fünf), kein Ballverlust – das konnte sich sehen lassen. „Er hat sich freigespielt“, fand auch Baldi. „Aber so muss es auch laufen, wenn die Würfe mal nicht fallen, und das gilt nicht nur für ihn. Alles andere abrufen zu können und nicht die Kontrolle zu verlieren, auch wenn man mal kein Händchen hat, was immer passieren kann, wenn man sich nicht wohl fühlt, genau da müssen wir als Mannschaft hin. Das alles wird langsam besser, aber damit es wirklich gut wird, brauchen wir Erfolg.“

Den muss Alba nun in der Bundesliga suchen, der Kampf um die Meisterschaft ist der einzige Wettbewerb, der noch verbleibt. „Wir haben die Top 16 des Eurocups als Ziel ausgegeben. Zu denken, dass wir jetzt erleichtert sind, ist Quatsch“, sagt Baldi, wissend, dass die Belastung für sein Team schon allein durch den Wegfall strapaziöser Reisen ab kommender Woche geringer wird. „Wenn wir sehen, wo wir her kommen, wird uns das sicherlich helfen, das, was wir auf den Weg gebracht haben, weiter zu entwickeln. Das Team kann mehr trainieren, muss sich nicht permanent auf die nächsten Gegner vorbereiten.“ Das Ziel, „alles raus zu holen, was in uns steckt“, bestünde nach wie vor und man würde jetzt gerade erst auf die Zielgerade der Saison einbiegen.

Auch Schaffartzik denkt, dass das Aus in Europa „angesichts der Situation, in der wir sind, sein Gutes haben könnte“. Nach dem freien Tag am Mittwoch stehe ohnehin nur noch das Spiel am Sonnabend in Oldenburg (20 Uhr, Sport1) im Fokus. Dort wolle er zusammen mit Rochestie, der dann wieder dabei ist, „den nächsten Schritt tun“. Mit einem Schaffartzik in Treviso- und einem Rochestie in Bayreuth-Form sogar ein glaubhaftes Unterfangen.