Basketball-Bundesliga

Alba Berlin siegt mit Zugang Rochestie

Alba Berlin konnte seinen Negativ-Trend stoppen. Der Hauptstadtclub gewann gegen BBC Bayreuth mit 94:79 und feierte nach fünf Pflichtspielniederlagen hintereinander den ersten Sieg.

Das Video konnte nicht gefunden werden.

Mit Neuzugang Taylor Rochestie hat Alba Berlin gegen Bayreuth den freien Fall gestoppt. Wie der US-Amerikaner und Teamkollege Derrick Allen die Partei kommentieren.

Video: BMO
Beschreibung anzeigen

Spiele gegen Bayreuth hatten für das Basketballteam von Alba Berlin schon zweimal eine historische Dimension: Am 8. September 1990 waren die Franken erster Bundesliga-Gegner in der Klubgeschichte (80:79-Sieg in der Sömmeringhalle), am 22. September 1996 wurde mit der Partie gegen Bayreuth (91:73) die Ära in der Max-Schmeling-Halle begonnen. Historisch war das 94:79 (43:38) gegen den BBC Bayreuth am Abend in der O2 World nicht. Aber zumindest wurde nach fünf verlorenen Partien hintereinander, einer der längsten Niederlagen-Serien in 21 Jahren Alba, endlich wieder gewonnen.

Trotz der Krise, in die Alba in den vergangenen Wochen abgeglitten ist, halten die Fans offensichtlich zu ihrem Team. 11.102 Besucher waren am Sonnabend gekommen, sicherlich auch bedingt durch eine Kartenaktion des Klubs. Einige werden allerdings sicher auch gekommen sein, um Zugang Taylor Rochestie erstmals in Aktion zusehen.

Der US-Amerikaner stand gleich in der Startformation, fiel erst einmal nicht besonders auf. Er musste sich orientieren. Erst am Donnerstag hatte der 25-Jähre zum ersten Mal mit seinem neuen Team zusammengespielt. Doch je länger er auf dem Parkett stand, desto besser fand er sich zurecht. „Im ersten Spiel in einem neuen System war wichtig, Rhythmus zu finden und Spaß zu haben“, meinte er. „Aber das Wichtigste war der Sieg.“ Alba-Teammanager Mithat Demirel lobte: „Man hat seine Qualitäten gesehen.“

Auch mit Rochestie (wechselte sich mit Heiko Schaffartzik im Aufbau ab) zeigte sich Alba in der ersten Hälfte so wie schon oft in dieser Spielzeit. Phasenweise sehr gut, als bis zum 30:15 (12.) vor allem die starken Derrick Allen (25 Punkte) und Tadija Dragicevic (24) fast nach Belieben trafen. Bayreuth fand gegen Berlins Lange kein Mittel. Dann aber wieder planlos und nicht konsequent genug, was den Gästen nach einer 22:6-Serie ein 36:36 (18.) gestattete. Allens Einschätzung, „wir haben noch viel Arbeit vor uns“, wurde bestätigt. Mit einem Fünf-Punkte-Vorsprung (43:38) gingen die Berliner dennoch in die Pause.

Rochestie war es, der mit seinen ersten Punkten im Alba-Trikot zum 45:38 die zweite Hälfte eröffnete. Er spielte fortan mutiger, punktete (sechs Zähler), gab vor allem kluge Pässe (sieben Assists), strahlte in insgesamt 29 Minuten Einsatzzeit Ruhe aus. Es war nicht unbedingt eine Vielzahl von spielerischen Glanzlichtern, die die Fans zu sehen bekamen. Es gab nach wie vor immer mal Schwankungen im Alba-Spiel. Aus einem 65:52 wurde so schnell wieder ein 70:63. Aber sie kämpften verbissen um jeden Ball. Das Team zeigte unbedingten Siegeswillen. Nur mit dieser Einstellung kann es wieder nach oben gehen. Bayreuth wurde oft unter Druck gesetzt, was sich auch in 18 Ballverlusten des Tabellenvorletzten dokumentiert.

Fünf Minuten vor Ende führte Alba 79:69, kurz danach hieß es schon 89:72, der Widerstand der Franken war endgültig gebrochen. Und die Berliner genossen endlich wieder das Gefühl, wie es ist, als Sieger vom Platz zu gehen. Das tat gut.