Basketball-Bundesliga

Alba gewinnt gegen Ludwigsburg 84:60

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Theo Breiding

Alba Berlin hat den ersten Heimsieg in der neuen Saison geschafft. Der Bundesligist schlug in der O2 World EnBW Ludwigsburg mit. 86:60. Er legte flott los und begeisterte mit spektakulären Offensivaktionen.

Irgendwie ist es für Ludwigsburgs Basketballer schon ein trauriges Phänomen, dass sich Geschichte wiederholt. Seit 1993 kommt das Team aus Baden-Württemberg Jahr für Jahr mit der vagen Hoffnung nach Berlin, Alba in eigener Halle vielleicht doch mal zu überraschen und die Punkte mitnehmen zu können. Aber daraus wurde auch im 17. Versuch nichts. Alba gewann am Sonntag sein Heimdebüt in der Bundesliga vor 9609 Zuschauern 86:60 (35:29).

Der zweite starke nationale Auftritt der Berliner nach dem 82:62 in Bonn keine 48 Stunden zuvor. Die Berliner sind trotz der Enttäuschung, sich nicht für die Europaliga qualifiziert zu haben, mit zwei klaren Siegen in die BBL gestartet. Die Gäste aus dem Schwäbischen schlugen sich ordentlich, das Ende der Negativserie war aber nie wirklich in Reichweite. Aus mehreren Gründen: Wenn Alba nach Ballgewinnen das Tempo erhöhte, ging es für die Gäste ganz einfach zu schnell. Ein anderer Faktor war Albas extrem tief besetzter Kader. Ob Patrick Femerling für Tadija Dragicevic von der Bank kam, Hollis Price für Marko Marinovic oder Lucca Staiger für Julius Jenkins – der Druck auf Ludwigsburg blieb gleich.

Jenkins, Femerling und Immanuel McElroy brachten ihr Team mit 15:10 in Führung (7.), Price erhöhte sogar auf 21:14. Dass es nach dem ersten Viertel mit 21:16 dann doch verhältnismäßig knapp war, lag an Ludwigsburgs Rick Rickert, der seine Mannschaft mit insgesamt acht Punkten in den ersten zehn Minuten im Spiel gehalten hatte. Nach 15 Minuten führte Alba durch Dragicevic erstmals zweistellig (27:17), konnte aber nicht weiter davon ziehen, weil die Gäste hier und da mit einer Raumdeckung die Berliner verteidigten, Alba sich dann zwar den freien Wurf erarbeitete, aber Dragicevic und auch Jenkins nicht trafen. Zur Halbzeit führte das Team von Luka Pavicevic dennoch 35:29. Nicht nur die Dreier-Quote von 29 Prozent (zwei Treffer bei sieben Versuchen) ließ zu wünschen übrig, Alba hatte auch das Rebound-Duell in den ersten zwanzig Minuten mit 11:17 verloren.

Der Makel der mageren Ausbeute bei den Distanzwürfen war nach der Pause schnell vergessen. Jenkins machte den Anfang, McElroy traf nur wenig später und als Dragicevic aus knapp acht Metern den nächsten Dreier nachlegte, führte Alba 48:33 (25.). Im Schlussviertel zeigte die intensive Verteidigung der Hausherren und die Marschroute von Coach Luka Pavicevic, gleich von Anfang an stetig durchzuwechseln und seine Spieler frisch zu halten, mehr und mehr Wirkung bei den Ludwigsburgern. Zum einen sank im Angriff die Konzentration, auf der anderen Seite des Feldes bekamen die Gäste aber noch viel größere Probleme – vor allem mit Dragicevic, der jetzt nicht mehr zu stoppen und am Ende vor Jenkins (12) mit 23 Punkten der Topscorer der Berliner war. Der Serbe, der schon in Bonn Albas bester Werfer war, eröffnete das vierte Viertel mit einem Dreier und war auch an der 10:0-Serie danach mit sieben Punkten beteiligt. „Es hat Spaß gemacht“, fand Dragicevic. „Mit zwei Siegen zu starten, war sehr wichtig.“

Nach dem Gehetze der letzten Wochen kann Alba jetzt erst einmal durchatmen und sich Aspekten des Spiels widmen, die bislang noch nicht auf dem Programm standen, wie beispielsweise Angriffe gegen die Raumverteidigung. „Die sieht man in Europa seltener, deshalb haben wir uns während der Qualifikation zur Europaliga nicht damit befasst“, sagt Luka Pavicevic. „Wir haben jetzt mehr Zeit, unser Spiel zu stabilisieren.“ Am kommenden Sonntag muss Alba nach Bayreuth, eine Woche später kommt Oldenburg nach Berlin. Da dürfte Alba-Präsident Dieter Hauert dann spätestens Recht behalten. Der sagte: „So leicht wie gegen Ludwigsburg geht es nicht immer.“